Botschafter in Tel Aviv

Auch Lambsdorff will in Israel Hebräisch lernen

Wechselt bald als deutscher Botschafter von Moskau nach Tel Aviv: Alexander Graf Lambsdorff Foto: picture alliance/dpa

Noch wurde die Bestellung Alexander Graf Lambsdorffs zum künftigen deutschen Botschafter in Israel nicht offiziell bekanntgegeben. Doch Lambsdorff, aktuell deutscher Botschafter in Moskau, bestätigte der Jüdischen Allgemeinen, dass er im Sommer nach Israel wechseln und dort den Botschafterposten von Steffen Seibert übernehmen solle, dessen Amtszeit zu Ende geht. »Bundesaußenminister Wadephul hat mich gefragt, ob ich die Aufgabe in Tel Aviv übernehmen möchte. Das hat mich sehr gefreut«, so Lambsdorff.

An der neuen Stelle in Israel reize den 59-Jährigen »mit den Menschen und den Verantwortlichen in der Regierung zu reden, zu diskutieren, zu debattieren, kurz: Diplomatie unter befreundeten Ländern zu machen«, sagte der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe.

»Wenn wir mit den Israelis bei einem Thema mal nicht einer Meinung sind, wird das ausdiskutiert.«

alexander graf lambsdorff

Deutschlands Beziehungen zu Israel sieht Lambsdorff auf einem guten Fundament, sie seien »sehr eng und produktiv«. Das sei »in einer Zeit großer medialer Aufgeregtheiten« wichtig. Seine künftige Rolle als deutscher Botschafter in Israel sieht der Diplomat so: »Wir tauschen Argumente und Vorschläge aus und versuchen, für beide Seiten das Beste zu erreichen.«

»Israel ist ein mit Deutschland befreundetes Land. Wenn wir mit den Israelis bei einem Thema mal nicht einer Meinung sind, wird das ausdiskutiert«, so Lambsdorff. Mit Blick auf seine aktuelle Position in Moskau sagte er: »Das ist hier nicht so. Die russische Regierung hat Deutschland ja als ‚unfreundliches Land‘ eingestuft und weigert sich seither zuzuhören.«

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Der Jüdischen Allgemeinen verriet Lambsdorff bereits, dass auch er Hebräisch lernen will. Der aktuelle Botschafter Seibert hatte schon kurz nach Amtsantritt in Israel Videos in den sozialen Netzwerken gepostet, in denen er fließend in der Sprache seines Gastlandes war. Vor dem Sprachtalent seines Kollegen hat Lambsdorff großen Respekt: »Steffen Seibert ist da wahrscheinlich unschlagbar, wirklich beeindruckend«. Hoffnungen, dass auch er fließend Hebräisch spreche werde, wolle er zwar niemandem machen, sagte Lambsdorff. Gleichwohl wolle er sich eine Basis im Hebräischen aneignen. mth

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der kommenden Printausgabe der Jüdische Allgemeinen.

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