Programm

Liebe und Nahostkonflikt

Liest in Berlin: die israelische Schriftstellerin Dorit Rabinyan Foto: imago

Programm

Liebe und Nahostkonflikt

Yasmina Reza, Dorit Rabinyan, Michael Wolffsohn – ein Blick auf das Programm des Literaturfestivals Berlin

 05.09.2017 19:36 Uhr

Wir sehen uns am Meer – was sich als Buchtitel so unverfänglich-romantisch anhört, sorgte vergangenes Jahr für eine der größten Debatten im israelischen Literaturbetrieb überhaupt. Dabei ist die Geschichte von Dorit Rabinyans gleichnamigem Roman eigentlich ziemlich harmlos. Das Buch erzählt von der scheiternden Liebesbeziehung zwischen einer jüdischen Israelin und einem Palästinenser, die sich in New York kennenlernen.

Dennoch hatte Wir sehen uns am Meer im vergangenen Winter das israelische Erziehungsministerium auf den Plan gerufen. Das Werk wurde trotz einer anderslautenden Empfehlung eines internen Expertenkomitees nicht in eine Lektüreliste für säkulare Oberschulen aufgenommen. Die Begründung des Ministeriums: Die Jugendlichen müssten vor der »Gefahr der Assimilierung geschützt« werden.

Bestseller Als eine von mehr als 200 Schriftstellern aus über 40 Ländern wird Rabinyan nun ihren umstrittenen Roman beim diesjährigen Internationalen Literaturfestival Berlin (bis 16. September) dem deutschen Publikum vorstellen. Neben der Israelin werden auch viele weitere Bestsellerautoren wie Yasmina Reza, Eva Menasse und Michael Wolffsohn erwartet.

Reza liest am 16. September im Haus der Berliner Festspiele aus ihrem aktuellen Roman Babylon. Wie auch schon in ihrem Theaterstück Der Gott des Gemetzels lässt sie auch hier das Tragische immer wieder ins Groteske kippen und spürt großen und kleinen Beziehungslügen schonungslos ehrlich nach.

Politischer wird es bei den Auftritten von Eva Menasse und Michael Wolffsohn. Die Österreicherin hält am 8. September im Haus der Berliner Festspiele einen Vortrag über die Frage, warum die Demokratie vielerorts in die Defensive geraten ist. Am 13. September diskutiert der Historiker Michael Wolffsohn in der Rumänischen Botschaft gemeinsam mit György Dalos über den römischen Dichter Ovid und seine bis heute aktuellen Gedanken über Exil und Verbannung. ja

www.literaturfestival.com

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025

Osnabrück

Rabbiner Teichtal: »Unsere Aufgabe ist es, nicht aufzugeben«

»Wer heute gegen Juden ist, ist morgen gegen Frauen und übermorgen gegen alle, die Freiheit und Demokratie schätzen«, sagt der Oberrabbiner

 24.10.2025

Köln

»Im Stich gelassen«

Nach einer Kontroverse um einen geplanten Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zieht sich die Synagogengemeinde Köln aus dem »Runden Tisch Frieden« im Stadtteil Chorweiler zurück

von Michael Thaidigsmann  04.09.2025

Darmstadt

Jüdische Kulturwochen: Großer Andrang bei Eröffnung

Das Programm schließt den Extremismusforscher Ahmad Mansour mit ein

von Imanuel Marcus  03.09.2025

Interview

Zusammenlegung von jüdischen Gemeinden »schmerzlich«, aber denkbar

Zu wenig engagierter Nachwuchs und mögliche Zusammenschlüsse von jüdischen Gemeinden - so sieht die Lage laut Zentralrat der Juden derzeit aus. Präsident Schuster äußert sich auch zur Rabbinerausbildung in Potsdam

von Leticia Witte  17.07.2025