Wissen

»Klug und souverän«

Preisträger Winter, IKG-Präsidentin Knobloch und CID-Präsident Thomas (v.l.) Foto: Marina Maisel

Zum ersten Mal hat das Comité International de Dachau (CID) den im vergangenen Jahr geschaffenen Studienpreis verliehen. Die Auszeichnung erhielt der Historiker Martin Clemens Winter.

Grundlage der Ehrung ist die Dissertation des aus Leipzig stammenden Historikers mit dem Titel Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum: Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche. Der mit 6000 Euro dotierte Preis kann in mehreren Stufen vergeben werden und wird künftig alle zwei Jahre verliehen. Martin Clemens Winter ist der erste Preisträger überhaupt.

Konzentrationslager Gestiftet wurde die Auszeichnung im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf dem Konzentrationslager vor den Toren Münchens. Dachau war das einzige KZ, das vom Beginn des Nationalsozialismus bis zu seinem Ende durchgehend bestand, und gilt als Prototyp der Konzentrationslager. Die Wahl des Preisträgers traf eine international besetzte zehnköpfige Jury unter Vorsitz von Sybille Steinbacher, der Leiterin des Frankfurter Fritz Bauer Instituts.

Die Jury kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei der wissenschaftlichen Arbeit des Historikers Martin Clemens Winter um eine herausragende Forschung zur NS-Verfolgungspolitik und deren Aufarbeitung handelt. Die 2016 an der Universität Leipzig angenommene Dissertation analysiert die Ereignisstrukturen der Konfrontation des ländlichen Raums mit den Todesmärschen, aber auch die Strafverfolgung und den erinnerungskulturellen Niederschlag der Geschehnisse nach dem Krieg. Die Jury zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen der Arbeit, die sich durch eine »kluge Anlage, eine souveräne Handhabung aktueller methodischer Ansätze und einen klaren, verständlichen Stil auszeichnet«.

Die Preisverleihung fand am Samstag im Auditorium des NS-Dokumentationszentrums statt, das seit wenigen Wochen mit dem Max-Mannheimer-Platz 1 eine neue Adresse (zuvor Brienner Straße) hat. Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt das Jury-Mitglied Jürgen Zarusky vom Ins­titut für Zeitgeschichte München-Berlin. Der Preisträger stellte bei der Feier einige zentrale Ergebnisse seiner Studie vor und erntete dafür Anerkennung von allen Seiten.

Synagoge Pestalozzistraße

Der Tradition würdig

Beim Umbau des Estrongo-Nachama-Kidduschsaals stießen Handwerker auf 17 Torarollen. Nun werden sie restauriert

von Katharina Schmidt-Hirschfelder  12.01.2020

Kassel

Schutzschild gegen Antisemitismus

Nach dem Anschlag in Halle organisieren die christlichen Kirchen Wächterdienste vor der Synagoge

von Joachim F. Tornau  12.12.2019

Kultur

Eine Reise um die Welt

Die Jüdischen Filmtage der IKG zeigen ein abwechslungsreiches Programm

von Helmut Reister  12.12.2019

Rheinland-Pfalz

Viele Fragen – viele Antworten

Der Bund traditioneller Juden lud zum Regionalschabbaton nach Speyer ein

von Katja Manski  12.12.2019

Kompakt

Geschenk, Protest, Schalom

Meldungen aus den Gemeinden

 12.12.2019

Topographie des Terrors

Sprechzimmer der Geschichte

Direktor Andreas Nachama blickt auf sein Wirken zurück

von Christine Schmitt  09.12.2019

Porträt der Woche

»Ich liebe mein Leben«

Levana Emmert wurde in Nordafrika geboren, lebt in Nürnberg und bekocht gern in ihrem Restaurant Gäste

von Katrin Diehl  07.12.2019

Spendengala

Dauerhafte Perspektiven

Die WIZO-Frauen sammelten für Projekte in Israel

von Helmut Reister  05.12.2019

Klimawandel

Trotz allem mobil

Wie Gemeinden ganz individuell Umweltschutz praktizieren

von Elke Wittich  05.12.2019