Heinz-Galinski-Preis

»Fels in der Brandung«

Preisträger Reinhold Robbe Foto: Rolf Walter

Der frühere Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhold Robbe ist am Dienstag im Gemeindehaus in der Fasanenstraße mit dem diesjährigen Heinz-Galinski-Preis ausgezeichnet worden.

Der 63-jährige Politiker werde für sein Eintreten für die deutsch-israelischen Beziehungen geehrt, hieß es in der Begründung der Heinz-Galinski-Stiftung, die den mit 5000 Euro dotierten Toleranzpreis der Jüdischen Gemeinde vergibt.

grusswort Robbe habe sich darüber hinaus mit seinem Engagement gegen Antisemitismus und für die Verständigung zwischen der jüdischen Gemeinschaft und der Gesellschaft besondere Verdienste erworben, wie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, in seinem Grußwort betonte. »Reinhold Robbes Lebenswerk ist der mutige Einsatz für den Fortbestand der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Israel«, sagte Joffe.

Die Laudatio hielt an diesem Abend Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. »Wenn ich auf Reinhold Robbe schaue, sehe ich einen Fels in der Brandung«, sagte Knobloch. Unermüdlich zeige er »Courage, wenn er Missstände offen anprangert und für Verbesserungen eintritt«.

Der gebürtige Ostfriese war für die SPD von 1994 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags und bis Mai 2010 dessen Wehrbeauftragter. Danach war er fünf Jahre lang Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Der überzeugte Sozialdemokrat war zudem viele Jahre in der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe aktiv und arbeitet bis heute als Honorarkonsul für das ostafrikanische Ruanda in Berlin.

geheimdienst Robbes Einsatz für Israel und die jüdische Gemeinde blieb auch im Ausland nicht unbemerkt. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben, dass der Politiker vom iranischen Geheimdienst beschattet worden war. Ende März hatte das Berliner Kammergericht einen Pakistaner, von dem Robbe mindestens ein Jahr lang im Auftrag Teherans ausspioniert worden war, zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

»Das Engagement für Israel ist für Reinhold Robbe eine echte Herzensangelegenheit«, sagte Laudatorin Knobloch. »Mut, Verantwortung und der Sinn für Gerechtigkeit haben den Sozialdemokraten stets in seinen politischen Überzeugungen angeleitet«, so die IKG-Präsidentin.

Robbe erklärte nach der Preisübergabe, dass es ihn mit Stolz erfülle, den Heinz-Galinski-Preis zu erhalten. »Eine Auszeichnung zu bekommen, die den Namen Heinz Galinskis trägt, ist für mich eine große Ehre.« Der frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und des Zentralrats der Juden in Deutschland sei für ihn eine prägende Persönlichkeit gewesen, die bis heute Vorbildcharakter habe. Auch wenn seine aktive Politikerkarriere vorbei sei, wolle er sich weiterhin gesellschaftspolitisch und insbesondere für Israel engagieren, betonte Robbe. »Israel ist einer der engsten Verbündeten Deutschlands, der uns näher ist als so manch ein NATO-Partner«, sagte er.

antisemitismus An die neue Bundesregierung appellierte der SPD-Politiker, den Kampf gegen Antisemitismus zur Chefsache zu erklären. »Wir brauchen endlich eine nationale Strategie gegen den weiterhin in unserer Gesellschaft grassierenden Antisemitismus.« Das Preisgeld will Robbe zu gleichen Teilen an jüdische Organisationen spenden: an den Jüdischen Nationalfonds (JNF-KKL), das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg (JFBB), die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) und den ostfriesischen Landesverband der DIG.

Seit 1989 wird der Heinz-Galinski-Preis von der von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ins Leben gerufenen Heinz-Galinski-Stiftung vergeben. Damit sollen Organisationen und Einzelpersonen geehrt werden, die sich um die Verständigung zwischen der jüdischen Gemeinschaft und der Gesellschaft verdient gemacht haben. Preisträger waren unter anderem Autor Ralph Giordano, der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Ex-Außenminister Joschka Fischer und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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