Pädagogik

Emuna bedeutet Glaube

Michaela Rychlá bei der Buchpräsentation Foto: Marina Maisel

Vierzehn Jahre lang arbeitete Michaela Rychlá, Lehrerin für jüdische Religionslehre und Fachberaterin für das Bayerische Kultusministerium, mit selbst erstellten Lehrblättern. Dann hatte sie so viel Material beisammen, dass sie ein Grundlagenwerk über das Judentum »für Schule und Familie« publizieren konnte. Von der aktualisierten und erweiterten Neuauflage, die im Verlag Hentrich & Hentrich erscheint, ist gerade der zweite Band der dreiteiligen Serie Der Glaube Israels – Emunat Jissra’el ausgeliefert worden.

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch wies bei der Präsentation im Jüdischen Gemeindezentrum darauf hin, dass Lernen im deutschsprachigen Raum mit diesem Werk auf ein ganz neues Fundament gestellt worden sei. »Es ist seit dem Holocaust das erste Lehrbuch, das hierzulande entwickelt und veröffentlicht wurde«, betonte Knobloch, »in deutscher Sprache geschrieben und an die hiesigen Bedürfnisse angepasst.«

schulabgänger Wer wie die Gemeindepräsidentin Jahr für Jahr Schulabgänger verabschiedet, hofft, dass diese »den reichen Wissensschatz des Judentums für sich und für ihr weiteres Leben heben können und selbst Teil der Tradition werden.« Sie wünsche dem Buch »möglichst große Verbreitung«.

Dieser Wunsch könnte durchaus in Erfüllung gehen, denn die Lehrbuchreihe enthält alle Elemente eines Standardwerks: Wissensreichtum, Struktur, Gründlichkeit, Aufgaben und Übungen, nicht zu vergessen eine bemerkenswerte Vielfalt bei der Bildauswahl. Der Lehrstoff prägt sich durch die Begegnung mit faszinierenden Persönlichkeiten und durch optische Elemente wie Illustrationen wesentlich leichter ein.

Michaela Rychlá ist eine leidenschaftliche Lehrerin. Sie will nicht hinnehmen, »wie wenig die Kinder« zur eigenen jüdischen Geschichte wissen. Dem tritt sie im zweiten Band entgegen mit Bibelkunde, jüdischen Grundregeln zu Schabbat und Kaschrut, jüdischer Geschichte von der Antike über das Mittelalter bis zur Neoorthodoxie und – etwas ganz Neues – der »sefardischen Welt«.

archive Rychlá kommt ins Schwärmen, wenn sie von ihren Streifzügen durch Archive auf der Suche nach originellen Bildmotiven erzählt. Das reicht von einem Bibelmotiv des Malers Moritz Daniel Oppenheim über den Kittel eines Kindes aus einer Höhle am Toten Meer, der wohl mit über 1800 Jahren ältesten erhaltenen Textilie weltweit, bis hin zu einer eingemauerten Synagoge und deren sensationellen Funden in Erfurt.

Auch zur Gestaltung des Buchcovers machte sich die Autorin Gedanken. Der erste Band zeigt ein Mädchen beim Segnen der Schabbatkerzen – korrespondierend zur Batmizwa, die im Alter von zwölf Jahren ansteht. Folgerichtig musste ein junger Mann – nach der Barmizwa – mit Kidduschbecher und Siddur auf dem Umschlag des zweiten Bandes erscheinen. Auch die Abbildung für den dritten und abschließenden Band steht schon fest. Es wird ein junger Erwachsener mit Torarolle sein.

Michaela Rychlá: »Der Glaube Israels. Emunat Jissra’el. Ein Lehrbuch für Schule und Familie. Band 2«. Hentrich & Hentrich, Berlin 2018, 184 S., 24,90 Euro

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