Kino

Dokus, Spielfilme, Krimis

Eric Friedler (r.) und Lars Lind bei der Filmvorführung von »Der Clown«. Foto: Marina Maisel

Einen Monat lang, bis zum 22. Februar, war das Gemeindezentrum am Jakobsplatz der cineastische Hotspot der Stadt. Die Jüdischen Filmtage, bereits zum achten Mal vom Kulturzentrum der IKG organisiert, sind längst als kulturelles Ereignis der Extraklasse bei den Kino- und Filmfreunden angekommen.

Ellen Presser, die Leiterin der IKG-Kulturabteilung, beschwert sich also auf hohem Niveau: »Als Veranstalter ist man nie mit den Besucherzahlen einverstanden, ein paar mehr können es immer sein.« Zugeben muss sie allerdings, dass nicht mehr allzu viel Luft nach oben bestand. »Viele Veranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht«, erklärte Presser.

Autoren Das Konzept, das die 8. und auch alle früheren Jüdischen Filmtage prägte, besteht den Worten von Ellen Presser zufolge in erster Linie aus einer »bunten Vielfalt« des Angebots – Dokumentation, Spielfilm, Krimi und Tanz. Allein mit dem Zeigen von Filmen ist es für die umtriebige IKG-Kulturchefin allerdings nicht getan. Gespräche mit Autoren, Wissenschaftlern und Filmschaffenden sollen Hintergründe aufhellen und Zusammenhänge vermitteln. »Das ist mir sehr wichtig.«

Wichtig für Presser wäre auch, wenn der ebenfalls bei den Jüdischen Filmtagen gezeigte kompakte und inhaltsreiche Beitrag À ceux qui viennent après nous/An die, die nach uns kommen – eine Spurensuche in der jüdischen Vergangenheit der ukrainischen Stadt Kovel – der Erinnerungs- und Bildungsarbeit zugänglich gemacht würde, vor allem Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. »Ich hoffe, dass unsere entsprechenden Pläne mit dem Regisseur Elie Roubah verwirklicht werden können. Der Film ist ein beeindruckendes Dokument«, betont Presser.

So zielgerichtet wie die jüdische Vielfalt ihren Niederschlag im Programm der Jüdischen Filmtage finden soll, so konsequent wird bei der Veranstaltungsreihe auch eine Besonderheit durchgezogen, denn »ein Beitrag in jiddischer Sprache ist ein Muss«.

Archiv Presser kommt es stets auch darauf an, Filme aus Archivbeständen zu zeigen, die in München noch nie zu sehen waren oder sich durch andere Besonderheiten auszeichnen. Dazu gehörte auch Der Clown, eine Dokumentation über einen Film, den der US-Komiker Jerry Lewis mit einem Staraufgebot gedreht hatte. Da ihm die Filmgroteske über den Holocaust nicht gefiel, ließ er sie verschwinden. Der Dokumentarfilmer Eric Friedler vom NDR drehte darüber einen Film, der im Gemeinde- zentrum gezeigt wurde. Daran schloss sich ein Gespräch mit Friedler an.

Für die IKG-Kulturchefin Ellen Presser sind die 8. Filmtage bereits Vergangenheit. Sie richtet den Blick schon aufs nächste Jahr. »Die Planung für die 9. Filmtage sind schon in vollem Gange«, und Presser verspricht ein besonderes »Schmankerl« mit lokalem Bezug. Was das ist, wird aber noch nicht verraten.

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025

Osnabrück

Rabbiner Teichtal: »Unsere Aufgabe ist es, nicht aufzugeben«

»Wer heute gegen Juden ist, ist morgen gegen Frauen und übermorgen gegen alle, die Freiheit und Demokratie schätzen«, sagt der Oberrabbiner

 24.10.2025

Köln

»Im Stich gelassen«

Nach einer Kontroverse um einen geplanten Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zieht sich die Synagogengemeinde Köln aus dem »Runden Tisch Frieden« im Stadtteil Chorweiler zurück

von Michael Thaidigsmann  04.09.2025

Darmstadt

Jüdische Kulturwochen: Großer Andrang bei Eröffnung

Das Programm schließt den Extremismusforscher Ahmad Mansour mit ein

von Imanuel Marcus  03.09.2025

Interview

Zusammenlegung von jüdischen Gemeinden »schmerzlich«, aber denkbar

Zu wenig engagierter Nachwuchs und mögliche Zusammenschlüsse von jüdischen Gemeinden - so sieht die Lage laut Zentralrat der Juden derzeit aus. Präsident Schuster äußert sich auch zur Rabbinerausbildung in Potsdam

von Leticia Witte  17.07.2025

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde sagt »Resonanzräume«-Festival ab

Grund ist die »die aktuelle Eskalation der Situation zwischen Israel und dem Iran«, so die Kulturabteilung

 17.06.2025

München

Brandanschlag von 1970: Staatsanwaltschaft ermittelt wieder

Sieben Menschen starben beim Anschlag auf das IKG-Gemeindezentrum am 13. Februar 1970. Nun gibt es eine neue Spur und neue Ermittlungen

von Michael Thaidigsmann  29.04.2025