Geiseln

»Viele Umarmungen und Tränen - nur wenige Worte«

Es habe viele Umarmungen und Tränen gegeben, als die Familienangehörigen ihre entführten Liebsten endlich wiedersahen. »Und nur wenige Worte.« Das sagte Idan Bejerano, Schwiegersohn des befreiten Luis Har (70), dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Kan, nachdem er seinen Schwiegervater nach 129 schier endlosen Tagen wieder in die Arme schließen konnte. Mit Har kam auch sein Schwager, der 60-jährige Fernando Merman, nach Israel zurück.

Nur kurz, nachdem die dramatische Befreiungsoperation der IDF namens »Goldene Hand« geschehen war, seien die Angehörigen über die Rettung informiert worden. »‚Sie sind in unseren Händen. Kommen sie ins Sheba-Krankenhaus‘, haben sie uns mitten in der Nacht gesagt«, so Bejerano. Er selbst sei vor Freude auf- und abgehüpft und dann sofort losgefahren.

Die beiden Befreiten seien »dünn, blass und emotional völlig erschöpft. Sie haben definitiv abgenommen. Der Bauch ist verschwunden. 129 Tage befanden sie sich in einer sehr komplexen Situation«. Die Männer, beide haben die israelische und argentinische Staatsangehörigkeit, seien in den vergangenen Wochen bei einer Familie in der Stadt Rafah gefangen gehalten worden. Für die hätten sie manchmal gekocht. Doch meist gab es nur Pita und weißen Käse zu essen. »Wir hatten Hunger«, sagten sie übereinstimmend, körperlich misshandelt worden seien sie jedoch nicht.

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Die Terroristen fragten, ob sie Juden seien

Die Terroristen, die sie bewachten, hätten gefragt, ob sie Juden seien. Als Har und Merman antworteten, sie seien aus Argentinien, begannen die Hamas-Männer, über Fußball mit ihnen zu reden. Seit Kurzem hätten sie »irgendwelche Medikamente« erhalten, möglicherweise nachdem Frankreich einen Deal mit der Hamas ausgehandelt hatte, Medizin an die Gekidnappten weiterzuleiten.

»Wir müssen so schnell wie möglich eine Einigung erzielen und einen Deal umsetzen.«

Idan bejerano

Bejerano nannte die erfolgreiche IDF-Aktion »die Essenz des Staates Israel«. Er betonte jedoch auch, dass das Land die Befreiung von Geiseln auch auf anderen Wegen versuchen sollte. »Wir sind heute sehr, sehr glücklich und aufgeregt, dass wir auf dieser Seite stehen. Doch wir müssen daran denken, dass noch immer 134 Geiseln im Gazastreifen gefangen sind. Wir wissen nicht, in welcher Lage sie sind. Und deshalb müssen wir so schnell wie möglich eine Einigung erzielen und einen Deal umsetzen.«

Besonders die Wiedervereinigung mit den zwei Frauen, die ebenfalls während der Hamas-Massaker am 7. Oktober aus dem Kibbutz Nir Yitzhak gekidnappt worden waren, sei emotional gewesen. Clara Merman und Gabriela Leiman sowie deren 17-jährige Tochter Mia waren mehr als 50 Tage in der Gewalt der Hamas, bis sie Ende November bei einem Geiseldeal zwischen Israel und der Terrororganisation freikamen. Merman ist die Schwester von Fernando und die Lebensgefährtin von Luis. Leiman ist Luis Schwester.

Sie dachten, kurz nach den Frauen kommen auch die Männer frei

Alle waren Clara Mermans Berichten zufolge bis zu der Freilassung der Frauen zusammen in einem Tunnel festgehalten worden. Der Abschied Ende November sei sehr schwergefallen, doch die Männer hätten Clara und Gabriela Mut zugesprochen. »Noch drei Tage, dann sehen wir uns wieder«, hatte Har zu seiner Lebensgefährtin gesagt.» Sie waren überzeugt, dass kurz nach den Frauen auch die Männer befreit werden würden. «Wir hatten ja keine Ahnung, dass dann alles stoppen würde», sagte Clara Merman. Es sollte mehr als zweieinhalb Monate dauern, bis auch Fernando und Luis zurück nach Israel kommen. Doch nun ist die Familie wieder vereint.

Der argentinische Präsident Javier Milei, der in der vergangenen Woche Israel einen Solidaritätsbesuch abstattete, dankte der IDF für die Befreiung der argentinischen Staatsangehörigen. Auch Präsident Isaac Herzog lobte die Soldaten für ihre «gewagte Rettungsaktion». Er versprach, alles zu tun, um alle Geiseln nach Hause zurückzuführen. «Denn es gibt keine größere Mitzwa als ihre Freiheit.»

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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