Wirtschaft

Via Internet ins »Silicon Wadi«

Via Internet ins »Silicon Wadi«

Das Onlineportal IsraFocus liefert Neuigkeiten über Israels Wirtschaft

von Ralf Balke

»Wenn ich auf Treffen mit Wirtschaftsvertretern erzähle, daß Israel eine der führenden Hightech-Nationen ist, schauen die Leute mich manchmal an, als ob ich eine Verrückte bin«, berichtet Vardina Hilloo nicht ohne ein Lachen im Gesicht. »Irgendwie steckt noch das Bild von einem Land in den Köpfen, das ausschließlich vom Export von Orangen oder Avocados lebt.« Um dieses Bild zu korrigieren, rief die israelische Journalistin vor genau einem Jahr das Onlineportal IsraFocus (www.israfocus.com) ins Leben. Als Chefredakteurin, Editorin und Marketingfrau sammelt sie aktuelle Informationen über Israels Wirtschaft und stellt sie ins Netz.
IsraFocus funktioniert nach zwei Kriterien: Zum einen wird berichtet, was sich gerade im Handel zwischen Deutschland und Israel tut. Als zum Beispiel Volkswagen ankündigte, seine Investitionen in Israel auf 90,4 Millionen Euro aufzustocken, war das Vardina Hilloo natürlich sofort eine Meldung wert. Zum anderen wird eine globale Perspektive eingenommen, etwa wenn der israelische Pharma-Gigant Teva (immerhin der weltgrößte Hersteller von Generika-Produkten) Unternehmen dazukauft und seine Marktposition weiter ausbaut.
»Große Firmen aus Deutschland wie Siemens, SAP oder die Deutsche Telekom haben schon längst das Potential erkannt, das in Israel steckt«, weiß die IsraFocus-Macherin zu berichten. »Als Heinrich von Pierer noch der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG war, sagte er mir in einem Gespräch, daß neben China und Indien auch Israel ein wichtiger Eckpfeiler in den strategischen Planungen seines Unternehmens ist.« Insbesondere in Sachen Forschung und Entwicklung wissen die Global-Player aus Deutschland israelisches Know-how zu schätzen. Schließlich hat sich Israel in Anlehnung an das Vorbild in Kalifornien den Ruf eines »Silicon Wadi« erarbeitet. Soft- und Hardware Made in Israel stecken heute in fast jedem Computer.
Vardina Hilloo, die dringend nach Sponsoren für IsraFocus Ausschau sucht, bedauert das fehlende Engagement deutscher Mittelständler in Israel. Erst letztes Jahr mußte eine Tagung der Industrie- und Handelskammern Nordrhein Westfalens abgesagt werden - zu wenige Teilnehmer, hieß es. Trotzdem, das Interesse gerade dieser Unternehmer an Israel zu wecken, darin sieht sie ihre eigentliche Aufgabe. Oft kommt es vor, daß jemand durch IsraFocus Kontakt zu einem Unternehmen in Israel oder Infos über eine Innovation erhält.
Der aktuelle Krieg geht auch an IsraFocus nicht spurlos vorbei. »Normalerweise beschränke ich mich auf Wirtschaftsnachrichten«, so Vardina Hilloo. »Doch jetzt ist es mir wichtig zu zeigen, daß trotz des ständigen Beschusses mit Katjuscha-Raketen in Israels Hightech-Welt «business as usual» herrscht.« So konnte man auf IsraFocus lesen, daß die Ingenieure der Intel-Forschungslabors in Haifa weiter an ihren Projekten arbeiten: in bombensicheren Luftschutzräumen und dank modernster drahtloser Telekommunikation.

Washington

Hegseth: Die nächsten Tage im Krieg werden entscheidend

Laut US-Verteidigungsminister steht die heiße Phase im Iran-Krieg bevor. Er bekräftigt die Bereitschaft für ein Abkommen, sagt aber: »In der Zwischenzeit werden wir mit Bomben verhandeln«

 31.03.2026

Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Inflation auf höchsten Stand seit 2024

Teurer Sprit, steigende Preise für Strom und Gas: Die Kämpfe im Nahen Osten haben schon im ersten Kriegsmonat die Verbraucherpreise angeheizt. Bald könnten auch andere Warengruppen betroffen sein

von Alexander Sturm und Christian Ebner  30.03.2026

Meinung

Deutsche Nahostpolitik: Es ist Zeit für einen Kurswechsel

Die wirtschaftliche Dynamik der Abraham-Abkommen ist längst sichtbar. Deutschland sollte diese Initiative nicht begleiten, sondern anführen, fordert der CEO von ELNET

von Carsten Ovens  29.03.2026

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Nahost

Libanon muss jetzt handeln

Die Hisbollah hat äußeren Druck jahrzehntelang in politische Stärke verwandelt. Doch ihr aktueller Legitimitätsverlust ist hausgemacht — und eröffnet dem Libanon erstmals die Chance, das Machtgefüge im eigenen Land zu verändern.

von Leo Benderski  26.03.2026

Berlin

»Grenzen der Erinnerung erweitern«

Argentinien hat von Israel die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance übernommen. In der Botschaft des südamerikanischen Landes wurde das mit einer Zeremonie gefeiert

 26.03.2026

Nahost

Israels Kriegsstrategie gegenüber Iran und der Hisbollah

Israels Armee greift Irans Führung unerbittlich an. Es gibt jedoch warnende Stimmen: Die gezielten Tötungen von Anführern könnten das System noch radikaler machen. Welche Ziele verfolgt Israel?

von Sara Lemel  19.03.2026

Forschung

Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Reisen

Lufthansa setzt weiterhin viele Nahost-Flüge aus

Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter.

 09.03.2026