EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

NS-kriegsverbrechen

Unter Verdacht

Niederländische Nebenkläger haben am Montag im Münchner Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk (89) ausgesagt. Ihm wird vorgeworfen, im Vernichtungslager Sobibor Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden geleistet zu haben. Vor dem Münchner Landgericht sorgte Demjanjuks Verteidiger Ulrich Busch erneut für Empörung. »War nach Ihrem Eindruck die Judenpolizei schlimmer als die Nazis?«, fragte er einen Überlebenden. Um einen Beleg für die in der Frage mitschwingende Behauptung gebeten, sagte Busch: »Wenn Sie’s googeln, finden Sie’s.«
»Sobibor ist für mich eine schmerzliche und unheilbare Wunde«, sagte ein 86 Jahre alter Nebenkläger aus Amsterdam. Seine Eltern, seine Schwester und seine Freundin seien im Lager ermordet worden, berichtete er unter Tränen. Ihm selbst war es gelungen, über Belgien, Frankreich, Spanien und Kanada nach England zu fliehen. Aber bis heute plagten ihn Schuldgefühle, dass er seine liebsten Menschen damals zurückgelassen habe.
In den vergangenen Tagen hatte es auch außerhalb des Gerichtssaals Aufregung um Demjanjuk gegeben. Der gebürtige Ukrainer soll im Jahr 1947, während er als Kraftfahrer bei der US-Armee beschäftigt war, im Raum Ulm einen Juden totgefahren haben. »Dieser Jude ist mein Vater«, erklärte am Wochenende der Amerikaner Saul Liskin in der Jerusalem Post. »Er saß damals mit anderen Juden, die für die gleiche Firma arbeiteten, zusammen auf einer Bank, um etwas zu essen. Ein Mann, der auch für diese Firma arbeitete, begann, sie mit seinem Truck zu bedrohen«, schildert Liskin die damalige Situation, wie sie ihm berichtet wurde. »Mein Vater blieb aus Trotz sitzen. Im Ergebnis ist der Irre in ihn reingefahren und hat ihn ermordet.«
Demjanjuk-Verteidiger Busch sagte der Jüdischen Allgemeinen, sein Mandant sei noch nicht gehört worden, und er selbst habe noch keine Akteneinsicht. »Im Übrigen scheint die Geschichte aus Absurdistan zu kommen.«
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm teilte dieser Zeitung mit, dass sie Kontakt zur Jerusalem Post aufgenommen habe. Noch liege der Vorfall, der sich vor über 60 Jahren ereignet hat, im Dunkeln. Ob es zu einem Ermittlungsverfahren komme, sei offen. Martin Krauß (mit dpa)

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Weimar

Verein will Gedenken an KZ-Außenlager stärken

Buchenwald war mehr als ein einzelnes NS-Konzentrationslager. Mehr als 100 Außenstandorte gehörten zu diesem Lagerkomplex. Längst nicht an alle wird heute erinnert – ein Verein will das ändern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Kino

Film über einen kreativen Geist

»Biermann« ist ein dokumentarisches Porträt des Liedermachers Wolf Biermann, der auch 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR noch immer künstlerisch aktiv ist. Allerdings hat der Film auch Leerstellen

von Reinhard Kleber  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Schwerin

Schwesig wirbt für Bund-Länder-Gruppe zur Prüfung der AfD

Den verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD prüfen? Gut, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin – und spricht sich für den Vorstoß eines CDU-Ministerpräsidenten aus

 22.10.2026

Nahost

Israels Armee erhöht Alarmbereitschaft vor den Wahlen

Vor der Wahl herrscht laut einem TV-Bericht die Sorge vor Anschlagsversuchen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Der Militärchef ordnet umfassende Sicherheitsmaßnahmen an

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026