Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Jüdische Siedler versuchen, Palästinenser in Ramallah von der Olivenernte abzuhalten Foto: picture alliance / Anadolu

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ist weiterhin in den USA und hat die Neujahrsnacht mit US-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago gefeiert, wie israelische Medien berichten. Für Aufsehen sorgt in der Zwischenzeit ein Interview des Premiers mit dem US-Sender Fox News, in dem er die Gewalt jüdischer Siedler im Westjordanland offensichtlich herunterzuspielen versuchte.

Während des Treffens mit Trump war auch das Vorgehen der israelischen Regierung im Westjordanland Thema gewesen, und »die ungebremste Gewalt der Siedler sowie die Ausweitung der Siedlungen« seien kritisiert worden, berichtet die »Times of Israel«. Auf die Frage nach offensichtlichen Meinungsverschiedenheiten mit Trump in Bezug auf das Westjordanland habe Netanjahu bestritten, dass es einen nennenswerten Konflikt gebe. »Wir beide wollen eine Zukunft, in der dieses Gebiet nicht für Terroranschläge genutzt wird«, wird der Premier zitiert. »Wir haben in dieser Hinsicht schon viel erreicht. Wir wollen dort auch viel Infrastruktur aufbauen, sowohl für uns als auch für unsere palästinensischen Nachbarn«, sagte er. Aber er denke, »letztendlich muss Israel die militärische Kontrolle über dieses Gebiet haben.«

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Schließlich machte er »eine Handvoll Kids« für die Siedlergewalt verantwortlich. Es handle sich um »rund 70 Teenager aus zerstörten Familien«, die gar nicht aus dem Westjordanland selbst stammten. »Sie machen Sachen wie das Fällen von Olivenbäumen und versuchen manchmal, ein Haus anzuzünden.« Das könne er nicht akzeptieren, »das sei Selbstjustiz«, so der Premier, allerdings verwehrte er sich gegen eine Gleichsetzung solcher Angriffe mit Terrorangriffen auf israelische Siedler und deren Familien im Westjordanland, deren Anzahl er mit mehr als 1000 bezifferte.

Zunahme von Angriffen

Im vergangenen Jahr kam es zu einer Zunahme von Angriffen extremistischer jüdischer Siedler auf Palästinenser und deren Eigentum im gesamten Westjordanland. Die israelischen Streitkräfte haben 2025 mindestens 752 Fälle von nationalistischen Straftaten und Gewalt durch Siedler registriert, berichtet die »Times of Israel«. Im Jahr 2024 seien es insgesamt 675 Vorfälle gewesen.

Die Angriffe, die fast täglich stattfinden, blieben weitgehend ungeahndet, heißt es weiter. Strafverfolgungen jüdischer Extremisten sei selten, Verurteilungen noch seltener.

Im Westjordanland kommt es auch immer wieder zu tödlichen Terroranschlägen von Palästinensern auf Israelis. ja

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