Antizionismus

Stereotype

»Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?« lautet der Titel einer Wanderausstellung, die bis zum 31. März in der Glashalle im Gasteig, Rosenheimer Straße 5, Station macht. »Leider sind dies noch immer aktuelle Themen«, sagte Ellen Presser zur Begrüßung. Die Israeltische Kultusgemeinde München ist ebenso wie das Kulturreferat der Landeshauptstadt, die Gasteig-Gesellschaft und das Münchner Filmmuseum Kooperationspartner bei dieser Präsentation. Erstellt haben sie das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und Yad Vashem Jerusalem.
Die Ausstellung zeigt anhand aktueller Formen des Antisemitismus in Deutschland und Europa, wie sich judenfeindliche Stereotype in allen gesellschaftlichen Gruppen bis heute gehalten haben und wie sie immer wieder virulent werden. Diese Stereotype hinterfragt die Ausstellung und bietet zahlreiche Informationen über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Antisemitismus. Die Besucherinnen und Besucher sollen durch Karikaturen und Fotografien für das Thema Antisemitismus, wie es heute in öffentlichen Diskursen und allen gesellschaftlichen und sozialen Milieus auftritt, sensibilisiert werden.
Brigitte von Welser, Geschäftsführerin der Gasteig München, betonte die besondere Verantwortung, die die Gesellschaft in der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit habe. Für die Stadt München berichtete Stadtrat Michael Leonhart vom städtischen Engagement durch eine Koordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus, die sich im Aufbau befinde ebenso wie von dem Aufbau des NS-Dokumentationszentrums, das im Jahr 2013 eröffnet werden soll. Wolfgang Benz von Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung erläuterte die vier Phänomene, aus denen Antisemitismus erwachse: den christlichen Antijudaismus, den scheinbar wissenschaftlich belegten Rassismus, die Judenfeindschaft nach dem Holocaust, die sich unter anderem aus Restitutionsleistungen speise, und die Form des Antizionismus, der vor allem in der DDR verankert war, die in Israel den Klassenfeind habe sehen wollen.
Ein wichtiges Anliegen der Ausstellung ist es den Besucher zu begleiten. Das Programm bietet deshalb Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops und Seminare an.
Mehr dazu unter www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de
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