Ferienprogramm

Spiel, Spaß, Judentum

Schulferien können ganz entsetzlich langweilig sein – vor allem dann, wenn das Wetter schlecht ist und die Freunde fast alle verreist sind. Für jüdische Kinder in Berlin gibt es in diesem Sommer allerdings jede Menge Ferienspaß – in der Hauptstadt werden gleich zwei Programme angeboten.
Im »Day Camp« der Talmud-Tora-Schule haben rund 40 Kinder gerade das ge-
meinsame Mittagessen beendet. Dana Bairamov ist nun schon zum sechsten Mal als Betreuerin mit dabei. Anstrengend sei es schon, gibt die 26-Jährige zu und lächelt, während immer wieder Kinder zu ihr kommen und Fragen stellen. »Viele gehen nicht in eine jüdische Schule. Ihnen zu ermöglichen, mehr über das Judentum zu erfahren und sie dabei zu beobachten, wie schnell sie lernen, ist eine sehr schöne Erfahrung.«
Jüdische Werte und jüdisches Wissen zu vermitteln, gehört zu den Hauptzielen des Day-Camps. Wie weit man damit schon ge-
kommen ist, zeigen die Bilder im Treppenhaus. Die Kinder haben unter anderem Fei-
ertagsmotive gemalt.
Nach der Mittagspause gehen die Gruppen zu ihren jeweiligen Aktivitäten, der Tagesablauf ist immer gleich: »Die erste halbe Stunde nach der Ankuft der Kinder ist dazu da, dass sie sozusagen erst einmal reinkommen, es wird getobt und ge-
quatscht, dann erst beginnen wir mit dem Programm.« Dazu gehören neben den Un-
terweisungen in Judentum und Hebräisch beispielsweise auch Sport, Basteln und Theaterspiel. Der Nachmittag ist normalerweise für Ausflüge reserviert. Die Kinder gehen ins Schwimmbad, zu einer Kletterwand, spielen auf einem Bauernhof oder gehen ins Kino. »Der neue Harry-Potter-Film war der ganz große Hit«, erzählt Bairamov und freut sich.
Zum gleichen Zeitpunkt spielen und lernen jüdische Kinder auch im »Gan-Israel-Camp« von Chabad Lubawitsch. Das diesjährige Motto lautet »iCan – eine bessere Welt machen«.
Vom 20. Juli bis zum 7. August werden rund 100 Kinder im Gan-Israel-Camp be-
treut, die meisten sind aus Berlin, aber auch aus Israel sind einige zu Besuch. »Drei, vier Monate« habe die Vorbereitung schon gedauert, sagt Rabbiner Shmuel Se-
gal, aber so viel Zeit zu investieren sei wichtig, damit das Camp für die Kinder zu einem rundum gelungenen Ferienerlebnis wird.
Dazu gehören unter anderem Besuche im Jüdischen Museum, eine lange Nacht mit von den Kinder gestaltetem Programm und mit anschließender Übernachtung im Camp sowie die gemeinsamen Schabbatfeiern.
»Wir versuchen den Kindern das Ju-
dentum zu vermitteln. Sie lernen alles über die jüdischen Feiertage, Gebete, Segenssprüche und natürlich auch, was zum Beispiel Kaschrut bedeutet«, erklärt der Rabbiner. Jeder Tag hat überdies ein eigenes Thema, wie zum Beispiel Bikkur Cholim, der Besuch bei Kranken. Ein wichtiges Lernziel ist, sich über die eigene Identität klar zu werden: »Nach drei Wochen haben sie das Gefühl dafür bekommen, dass es etwas bedeutet und was es bedeutet, jü-
disch zu sein: Ich bin nicht besser, ich bin nicht anders als andere, ich bin eben Jude.« Macht die Arbeit mit den Kids Spaß? »Nun, man sagt: Der Lehrer ist das größte Kind in der Klasse«, meint Segal und lacht, »und das muss man auch sein, um die junge Generation erreichen und begeistern zu können.« Elke Wittich

Extremistische Siedler in dem palästinensischen Dorf Dschalud (Archivbild vom 25.8.26)

Westjordanland

Neue Gewalt radikaler Siedler

Mehr als 100 Extremisten waren an den Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt. Regierungsmitglieder verurteilen die Angriffe, die Opposition kritisiert sie als Folge »einer gefährlichen Politik«

 29.09.2026

Nach der Wahl

Grüne und SPD in Berlin stellen Bedingung für Sondierungen

Linke, Grüne und SPD in der Hauptstadt wollen an diesem Donnerstag erstmals über eine Regierungsbildung sprechen. Es soll sich aber noch nicht um formelle Sondierungsgespräche handeln

 28.09.2026

New York

Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf

Die USA erkennen den IStGH nicht an, der unter anderem gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu einen Haftbefehl erlassen hat. Jetzt legt der amerikanische Präsident nach

 23.09.2026

Sanktionen

Iran will weiter internationale Ziele anfliegen

Ab Mittwoch sollen iranische Airlines nach Worten der US-Regierung internationale Ziele nicht mehr anfliegen können. Die zivile Luftfahrtbehörde in Teheran widerspricht

 23.09.2026

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Berlin

Gideon Joffe: »Mit Elif Eralp wird Geis zur Gärtnerin gemacht«

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde mahnt, dass die Hauptstadt vor massiven Herausforderungen stehe

 22.09.2026

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026