Archäologischer Fund

Sauls Siegel

von Ulrich Sahm

Unweit der Stelle, wo König Salomon seinen Palast errichtet hatte, haben israelische Archäologen ein knöchernes Siegel mit dem biblischen Namen »Saul« entdeckt. Das zerbrochene Siegel in althebräischer Schrift enthält weitere drei Buchstaben, die je-doch keinen Sinn machen. Die Archä-ologen datieren das Siegel auf das 8. oder 9. Jahr-
hundert vor der modernen Zeit-
rechnung, also et-
wa 200 Jahre jünger als die Periode des ersten israelitischen Königs Saul.
Die israelische An-tikenbehörde führt in der sogenannten »Stadt Davids«, dem ältesten Teil Jerusalems, umstrittene Grabungen durch. Der Hügel südlich des Tempelberges liegt in dem von den Palästinensern beanspruchten Ostjerusalem. Die Entdeckung hebräischer Inschriften und anderer »Beweise« für eine jüdische Präsenz in Ostjerusalem vor 3.000 Jahren sind zudem den Palästinensern ein Dorn im Auge.
Das antike Siegel wurde am Dienstag vergangener Woche erstmals dem Präsidium der Knesset, dem israelischen Parlament, gezeigt. Mehrere Abgeordnete und der Knessetvorsitzende Reuven Rivlin nahmen an einer offiziellen Führung durch die Grabungsstätte teil.
Ein arabischer Abgeordneter, Ahmed Tibi, boykottierte die Tour, weil er sie für eine »Provokation« gegen die Palästinenser hielt. Das alte Siegel wurde offenbar in einer Abfallgrube einer biblischen »Poststelle« gefunden, wo Briefe oder Warenlieferungen geöffnet wurden. Die aufgebrochenen Siegel wurden in eine Ecke geworfen, erzählte Professor Ronny Reich von der Universität Haifa, der zusammen mit Eli Schuk-
run von der Jeru-
salemer Antikenbehörde die Grabungen leitet.
Die Datierung war durch Scherben möglich, die ebenfalls in der Abfallgrube gefunden worden sind, und deren Alter sich dank stilistischer Eigenschaften relativ genau bestimmen lässt. Archäologen meinen, dass das Fundstück aus der »Pe-
riode des ersten Tempels« in Jerusalem, also der Zeit zwischen König Salomon und der Zerstörung des Tempels durch die Babylonier im Jahr 586 vor der Zeitrechnung stammt.

Leipzig

Gegensätzliche Nahost-Demos linker Gruppen 

Ein Team des MDR wurde aus der antiisraelischen Demo heraus angegriffen

 17.01.2026

TV-Tipp

Als David Bowie weinte: Arte-Doku beleuchtet die Schattenseiten eines musikalischen Genies

Oft feiern Filmporträts ihre Protagonisten mehr oder weniger unkritisch. Eine Arte-Doku über Popstar David Bowie wählt einen anderen Weg - und ist genau deshalb so gelungen

von Manfred Riepe  14.01.2026

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025