islamismus

nimmt deutschland die bedrohung durch den islamismus ernst genug?

Gut aufgestellt
von Gregor Wettberg

Der leichtfertige Umgang mit Straf- und Ordnungsrecht ist ein häufiges Phänomen, wenn Demokratien einer Bedrohung ausgesetzt sind, die lange nur Eingeweihten bekannt war und eigentlich auch niemanden interessierte. So lange Islamisten nur Israelis und Amerikaner töteten, wollte sich der Durchschnittseuropäer nicht so recht ereifern. Bombenkoffer im Regionalexpress und gewalttätige Islamisten, die sich partout nicht integrieren lassen wollen, sind schon eher geeignet, die Öffentlichkeit auf Hochtouren zu bringen. Der Gesetzgeber reagiert mitunter gelassener, aber auch er neigt im Übereifer zu Auswüchsen. Es sei hier nur an die ursprüngliche Fassung des Luftfahrtsicherheitsgesetzes erinnert, die zum Abschuss von Flugzeugen ermächtigte und damit gleich mehrfach gegen das Grundgesetz verstieß.
Um es klar zu sagen: Die Bundesrepublik ist im Kampf gegen Islamismus genauso gut aufgestellt wie im Kampf gegen andere menschenverachtende Ideologien. Straf- und ordnungsrechtlich stehen eine Vielzahl von präventiven und repressiven Maßnahmen zur Verfügung, und jüngste Fahndungserfolge zeugen davon, dass sie auch professionell und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Inwieweit die Strafverfolgungsbehörden geheimen Zugang zu den Festplatten von Terrorverdächtigen erhalten sollen, ist keine zentrale Frage des Kampfes gegen den islamistischen Terror, sondern ein Nebenkriegsschauplatz. Gravierende Strafbarkeitslücken bestehen nicht mehr. Mit der Anpassung der Paragrafen 129 bis 129b StGB, die nun auch die Bildung ausländischer krimineller Vereinigungen umfassend unter Strafe stellen, wurde eine solche bereits vor fünf Jahren beseitigt.
Wer behauptet, Deutschland unterschätze den Islamismus, sollte an die deutschen Soldaten denken, die unter nicht unerheblichen Verlusten das Rückgrat des Antiterroreinsatzes in Afghanistan bilden. Richtigerweise werden sie dies, wenngleich aller Vorausicht nach gegen Stimmen aus der Opposition, auch weiterhin tun. Deutschland greift zu Maßnahmen, die bislang undenkbar waren im Kampf gegen gewalttätige Ideologien, beispielsweise in der Auseinandersetzung mit der RAF.
Mörderische und theokratisch-radikale Gedanken sind eine ernste Bedrohung für jede freie Gesellschaft – wenn sie sich nicht dagegen wehrt. Diese Gegenwehr reduziert sich jedoch nicht auf das Strafrecht, sondern findet gesamtgesellschaftlich statt. Zwar mag man eine schärfere öffentliche Reaktion vermissen, wenn ein deutsches Kleinstadt-Symphonieorchester im Iran »kulturellen Austausch« gerade jetzt befördern möchte. Falsch wäre es jedoch, aus den unbedachten Idiotien Einzelner reflexartig Rückschlüsse auf eine malade Gesamtsituation in Deutschland zu ziehen. Genauso wenig wie multikulturelle Verklärung des Islamismus trägt die permanente Verschärfung von Gesetzen zur Lösung des Problems bei. Diese beginnt vielmehr – so schulmeisterlich es auch klingen mag – beim täglichen selbstbewussten und kritischen Umgang mit falsch verstandenem Kulturrelativismus und populistischer Panikmache und endet bei dem entschiedenen Vorgehen deutscher und internationaler Sicherheitsbehörden. In Deutschland gibt es viele Ansätze, die in diese Richtung weisen. Beispielhaft seien hier zahllose Strafverfahren gegen Terroristen, die umfassende Überwachung verdächtiger Islamisten und auch ein breiter gesellschaftlicher Diskurs genannt, der sich täglich, leider nicht immer sachlich, mit Kopftuchverboten oder Moscheeneubauten befasst.
Allerdings wird auch ein Land, das sich auf allen politischen wie gesellschaftlichen Ebenen so intensiv mit Islamismus und Terror auseinandersetzt wie die Bundesrepublik, eines niemals verhindern können: dass Terroristen willens und in der Lage sind, ihr eigenes Leben einzusetzen. Ein Rechtsstaat darf darauf nicht damit reagieren, seine Errungenschaften nach und nach gegen trügerische Sicherheit einzutauschen.
Irrglauben
von Bruno Schirra

Noch einmal davongekommen. Gerade mal eben so und nur, weil drei Terroristen im letzten Moment verhaftet worden sind, hat es in Deutschland keine zerfetzten Kinderleichen gegeben. Keine gemordeten Männer, keine zerrissenen Frauen. Gott sei Dank – und hier liegt das Problem, denn im Auftrag Allahs, also im Auftrag Gottes, so haben die drei verhafteten muslimischen Menschen ihre Mission verstanden, hätte es genau dies geben sollen. Tote Männer. Tote Frauen. Tote Kinder.
Erleichterung aller Orten darüber, dass dieser Massenmord verhindert werden konnte. Aber natürlich fehlen nicht die besorgten Aufrufe aus der Politik, in den Medien, von den unterschiedlichsten Religionsvertretern, doch bitte schön zu unter- scheiden: zwischen islamistischen Massenmördern, die ihre Religion pervertieren, und der überwiegenden Mehrzahl der friedlichen Muslime, die selbstverständlich gegen Terror sind.
Denn Islam heißt Frieden, was schön klingt – nur einen Nachteil hat: Es ist schlicht Nonsens. Islam heißt mitnichten Frieden. Der Begriff Islam bedeutet in seiner Übersetzung bedingungslose Hingabe, absolute Unterwerfung des Individuums unter die Ge- und Verbote Allahs. Und die haben es in sich. Man lese sich den Koran durch, bevor man über ihn spricht. Von seiner ersten bis zur letzten Sure. Im Kontext natürlich. Man tauche ein in die Welten der Hadithen. Man nehme sich die Zeit, die Scharia, das islamische Recht, zu studieren, und dann wird man feststellen können, wie groß der Diskussionsbedarf wirklich ist.
Nicht sonderlich viel von dem, worauf sich die meisten der tatsächlich friedlichen Muslime – allerdings auch mörderische Dschihadisten – berufen, ist mit dem Satz vereinbar: »Die Würde des Menschen ist unantastbar!«, Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Darüber zu diskutieren, hieße, sich an Grundlagen des islamistischen Terrors zu wagen.
Diese Diskussion wird in Deutschland nicht geführt. Weder von der Politik noch in den Medien. In feinsinniger Unterscheidung zum Islam wird der Islamismus verdammt. Was dabei übersehen wird, ist eine Binsenwahrheit, die nicht erst seit dem 11. September 2001 sehr blutig einherkommt, die nichts mit texanischem Imperialismus, nichts mit der Existenz eines sich jüdisch legitimierenden Staates Israel zu tun hat: It’s the Islam, Stupid!
Ein Islam ohne Islamismus ist zwar – zumindest theoretisch – denkbar. Wünschenswert sowieso, auch wenn dann nur sehr schwer noch von Islam geredet werden könnte. Einen Islamismus ohne Islam gäbe es schlicht nicht. Osama Bin Ladens heilige Mörder sind tatsächlich wahrhaft gläubige Muslime. Sie können sich beim Töten im Namen Allahs sehr wohl auf die Grundlagen ihres Glaubens berufen. Das Qital, das heilige Töten im Auftrag Allahs, ist nun einmal integraler Bestandteil des Islams. Nachzulesen im Koran, in den Hadithen und in den gelehrten Kommentaren dazu.
Westliche Bürger, die sich mit Fug und Recht noch immer voller Entsetzen über die Scheiterhaufen der christlichen Inquisition aufregen, auf denen Frauen verbrannt wurden, scheint es nicht zu rühren, wenn in so unterschiedlichen muslimischen Gesellschaften wie in Mindanao auf den Philipinen, in Mekka oder in Mauretanien unter Berufung auf die eine, die unbedingte Wahrheit Allahs Frauen bei sexuellem Fehlverhalten gesteinigt werden. Oder wenn nach Allahs Gebot Muslime, die ihren Glauben ablegen oder gar zum Judentum konvertieren, getötet werden müssen. Darüber wird hierzulande nicht frei und offen diskutiert. Aus Respekt vor dem Menschenrecht der freien Religionsausübung.
Die Freiheit eines jeden Individuums, wann immer, wo immer, wie auch immer zu welchem Gott auch immer beten zu dürfen, ist ein unverbrüchliches Menschenrecht. Ein, nebenbei gesagt, westliches Menschenrecht, das universell gültig zu sein hat. Selbstredend auch in neu zu bauenden Moscheen. Unbeschadet davon, wie groß oder klein deren benachbarter Kirchturm sein mag. Denn Moscheen töten keine Menschen. Allerdings hat diese Freiheit ihr Ende zu finden, wenn aus eben diesen Moscheen heraus unter Berufung auf Allahs Koran, auf Hadithe seines Propheten, auf die Scharia, das islamische Recht, zum Qital, dem Heiligen Töten im Auftrag Allahs aufgerufen wird. Darüber zu diskutieren, heißt über islamistischen Terror zu diskutieren.

Paris/Tel Aviv

Reporter ohne Grenzen streicht heimlich Terroristen aus Gaza-Journalistenliste

Angebliche Journalisten seien von Israel getötet worden, hieß es immer wieder. Nun zeigt sich erneut: Zumindest einige von ihnen waren Terroristen

 14.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Trump: Netanjahu will, dass USA im Iran involviert bleiben

Unterschiedliche Interessen Israels und der USA sind im Iran-Krieg mehrfach zutage getreten. Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu deutet Trump an, dass die Differenzen nicht überwunden sind

 28.07.2026

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert