Worms

Neue Heimat

von Heide Sobotka

Die ersten drei Bilder hat Akim gleich am Eröffnungstag verkauft. Die israelische Hilfsorganisation kann sich freuen. Zehn Prozent aus dem Verkaufserlös der Bilder von Amos Yaskil und Ruben Talberg kommen geistig behinderten Menschen in Israel zugute. Für sie steht Akim ein. Menschen aller Religion und Hautfarbe mit geistiger Behinderung unterstützt die 1951 als Elterninitiative gegründete Organisation.
Imrich Donath ist Präsident der deutschen Freunde von Akim und rührt eifrig die Werbetrommel. Der Diplomkaufmann weiß, dass viele Menschen sich keine Kunstwerke leisten können. Die jetzt gerade im jüdischen Museum Worms ausgestellten Bilder von Amos Yaskil und Ruben Talberg erzielen im freien Handel bis zu 30.000 Euro. Und dennoch, die Stadt Worms meldete bei der Vernissage Mitte Mai sofort die Option auf eines der Motive an, mit dem Akim für die Ausstellung warb.
»Ein guter Anfang«, freut sich Donath, der Kunst für ein sehr gutes Mittel hält, Menschen in Deutschland auf die Hilfsorganisation aufmerksam zu machen. 120 Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung, um die rund 50 Werke der beiden Künstler unter dem Motto »Unsere neue Heimat« anzuschauen – und zu kaufen?
»Das Echo ist erfreulich groß«, sagt Donath, einige Besucher ließen sich auch Bilder reservieren. Rund 30.000 Behinderten hilft Akim in Israel und betreut sie vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter. Darüber hinaus unterstützt die Hilfsaktion 125.000 Familien, die mit der Pflege ihrer behinderten Angehörigen überfordert wären. Es unterhält ein Netzwerk von 55 Büros, die quer durchs Land von Kiryat Schmona im Norden bis Eilat im Süden verteilt liegen. Mehr als 60 Einrichtungen bieten rund 8.000 Gehandikapten Wohnung und Heim.
Für seine Arbeit erhält Akim nur sehr wenig Geld von lokalen Behörden oder dem staatlichen Wohlfahrtsamt. Hauptsächlich finanziert es sich durch Spenden aus aller Welt. Unter anderem auch solchen Aktionen, wie die derzeitig in Worms initiierte Kunst- und Verkaufsaustellung, die noch bis zum 27. Juni zu sehen ist. Wer nicht so tief in die Tasche greifen will, kann auch einfach Mitglied bei Akim werden.

Jüdisches Museum im Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6; geöffnet: dienstags bis sonntags, 10 bis 12.30 und 13.30 bis 17 Uhr
www.akim-deutschland.de

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