Bundestagswahl

Nach allen Seiten offen

Noch macht sich die Piratenpartei Hoffnungen, in den nächsten Bundestag einzuziehen. Doch in der vergangenen Woche standen nicht Programme und Positionen im Mittelpunkt der Berichte über die Freibeuter im Parteienwesen, sondern ein Interview und ein ausgefüllter Fragebogen: Sowohl Parteivize Andreas Popp als auch Piratenchef Jens Seipenbusch sprachen ausgiebig mit der rechtsextremen Wochenzeitung »Junge Freiheit«.
Nicht das erste Mal finden sich Piraten im rechtsradikalen Milieu. Erst vor wenigen Monaten hatte die Partei Schlagzeilen gemacht, als bei der Bundesdelegiertenkonferenz Mitte Juli mit Bodo Thiesen ein Mann ins Bundesschiedsgericht gewählt wurde und sogar für den Bundestag kandidiert, der immer wieder aufgefallen war: Er hatte sich in Internetforen zum Thema Auschwitz geäußert und dabei auf Bücher von verurteilten Holocaustleugnern berufen. Außerdem erklärte er, Hitler habe keinen Krieg gewollt, sondern sei nur drohenden Angriffen Polens und der Sowjetunion zuvorgekommen. Konkret fordert Thiesen, den Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland von Israel bezahlen zu lassen.
Mittlerweile läuft zwar ein Ausschlussverfahren gegen ihn, aber weite Teile der Basis sind mit diesem Schritt der Parteiführung nicht einverstanden. In den Internetforen der Partei wird gegen die »Verfolgung von Gedankenverbrechen« und »Meinungsterror« protestiert.
Parteichef Seipenbusch sagt der Jüdischen Allgemeinen, dass er zum Rauswurf Thiesens stehe, denn »für jedwede faschistischen Bestrebungen ist in der Partei kein Platz«. Die Reaktionen der Basis auf das Interview mit der »Jungen Freiheit« seien »durchwachsen« gewesen, fügt Fabio Reinhardt hinzu, Pressesprecher der Partei. Es habe »viel Zuspruch gegeben, weil viele es nicht als sinnvoll ansehen, wenn man nicht auch diejenigen zu erreichen versucht, die sich eher rechts befinden.«
Generell gilt laut Reinhardt: »In diesem Rechts-Links-Schema wollen wir uns, was zum Beispiel Wirtschaft und Umverteilung angeht, nicht verorten lassen, wir wollen Kooperation mit anderen Völkern und stehen ganz klar gegen Ausländerfeindlichkeit und die Unterdrückung von Minderheiten.« Die im Parteiforum häufig zu le- senden Postings mit rechtsradikalen Inhalten spiegelten die offizielle Meinung der Piraten nicht wider, betonen Reinhardt und Seipenbusch. Dass eine äußerst hitzig geführte Diskussion zum Thema Israel im Internetforum der Piraten von den Moderatoren schließlich geschlossen wurde, lasse keinerlei Rückschlüsse auf die Ausrichtung der Partei zu. »Eine außenpolitische Haltung zu Israel haben wir derzeit nicht.« Auch da ist man offen. Elke Wittich

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026