Schekel

Leitwährung

von Wladimir Struminski

In den ersten fünf Jahrzehnten der Staatsexistenz war Israels Währung kein Licht für die Völker. Zweimal machte die hohe Inflation eine Währungsreform nötig. 1980 wurde aus dem Pfund der Schekel, der aber schon fünf Jahre später im Verhältnis eins zu 1.000 in den Neuen Schekel (NIS) umgetauscht wurde. In dieser Zeit witzelten die Israelis, Rabbiner hätten das Mitführen von Schekelscheinen am Schabbat erlaubt, schließlich sei der Schekel kein Geld. Im Jahre 2001 lag die israelische Währung gegenüber dem US-Dollar bei nur noch einem Zweihunderttausendstel seines Wertes von 1948.
Dann aber verwandelte sich der Frosch in einen Märchenprinzen. Seit 2002 hat der einstmalige Schwächling gegenüber dem Greenback um fast ein Viertel an Wert gewonnen. In diesem Monat war ein Dollar erstmals seit sieben Jahren weniger als vier Schekel wert und erreichte auf dem bisherigen Tiefpunkt nur noch einen Wert von 3,93 NIS. »Wir haben eine in vielerlei Hinsicht stabilere Währung als die USA«, so der Gouverneur der Bank von Israel, Stanley Fischer, selbstbewusst. Sogar im Verhältnis zum internationalen Kraftprotz Euro kann sich der Schekel seit

drei
Jahren ohne
Wertverlust behaupten.
Die Währungsstärke kommt nicht von ungefähr. Seit Beginn des Jahrzehnts verfolgt die Regierung eine restriktive Haus

haltspolitik. Selbst die Kriegskosten des vergangenen Jahres fing das Kabinett Ehud Olmerts durch Etatkürzungen auf. Das Haushaltsdefizit in der Staatskasse lag bei nur noch
0,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Um diesen Wert wird Israel auch von so manchen in tiefstem Frieden lebenden Ländern beneidet.
Auch die Inflation gilt als besiegt. Im letzten Jahr gingen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent zurück. Der tiefer liegende Grund für den Höhenflug des Schekels sind aber die marktorientierten Wirtschaftsreformen, die Israel seit einigen Jahren konsequent durchführt. Auf der einen Seite erhöht der von Schimon Peres so beschimpfte »schweinische Kapitalismus« das Sozialgefälle. Auf der anderen Seite sorgt er aber für ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent im Jahr. Das schafft Vertrauen, auch jenseits der Landesgrenzen. 2006 erreichten die Auslandsinvestitionen in Israel einen beispiellosen Rekordwert von 24 Milliarden Dollar. Dieser massive Geldzufluss hat den Schekel weiter gestärkt.
Unumkehrbar ist der Aufwärtstrend nicht. Zu den »externen Risiken«, die Israels Wirtschaftsentwicklung bedrohen, zählte der Internationale Währungsfonds (IWF) zum Jahresbeginn denn auch »geopolitische Unwägbarkeiten«. Im Klartext: Ein weiterer Waffengang im Norden oder ein Wiederaufflammen der palästinensischen Intifada könnte sich verheerend auswirken. Vorerst aber sonnt sich der Schekel auf dem Gipfel des Erfolgs.

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert