Plakatsammlung Sachs

»Kein juristischer Präzedenzfall«

Herr Druba, Sie haben vor dem Landgericht Berlin erstritten, dass das Deutsche Historische Museum (DHM) ein Plakat aus der Sammlung Sachs an den Erben zurückgeben muss (vgl. S. 2). Kippt jetzt das gängige System der Restitution?
druba: Nein. Im Westen hat es bisher vorrangig Entschädigungen gegeben, im Osten nach 1990 Rückgaben. Im aktuellen Fall wurden nur die West- und die Ostpraxis parallelisiert.

Das heißt?
druba: Wenn die Plakate zurückgegeben werden, muss auch die Entschädigung erstattet werden, die der Sammler Hans Sachs im Westen 1961 erhielt.

Aber Lutz von Pufendorf, der Anwalt des DHM, nennt das Urteil einen Präzedenzfall. Jetzt würden Restitutionsfälle künftig vor Zivilgerichten verhandelt.
druba: Ich halte es für eine Bodenlosigkeit, wenn Herr von Pufendorf fordert, ein Museum dürfe eine Sammlung behalten, auch wenn sie ihm nachweislich nicht gehört! Dass man sich gegen so etwas zivilrechtlich wehrt, ist doch normal.

Also kein Präzedenzfall?
druba: Als Anwalt wäre ich froh, wenn’s einer wäre! Es ist aber falsch, wenn etwa von Herrn von Pufendorf oder von der FAZ der Eindruck erweckt wird, hier sei erst Entschädigung abgezockt und dann die Sammlung doch zurückgegeben worden. Die Bundesregierung wäre gut beraten, wenn sie sich nicht von dieser Art Hysterie anstecken ließe.

Ihr Mandant lebt in Amerika, gehen die Werke nun dorthin?
druba: Das wird sich zeigen. Peter Sachs ist der Überzeugung, dass es sich um die Sammlung einer Familie handelt. Als solche müsse sie komplett bleiben und der Öffentlichkeit zugänglich sein. Mein Mandant ist ja kein Millionär, der Kunst sammelt.

Was wird aus den Plakaten?
druba: Peter Sachs ist ein pensionierter Pilot. Als solcher hat er keine Mittel, ein eigenes Haus zu errichten, um die Sammlung zu präsentieren. Ich fände es schön, wenn es irgendwann ein Museum Hans Sachs geben würde. Ohne Nazideutschland könnten wir es wohl schon längst besuchen.

Mit dem Berliner Rechtsanwalt und Restitutionsexperten sprach Martin Krauß.

Forschung

Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Reisen

Lufthansa setzt weiterhin viele Nahost-Flüge aus

Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter.

 09.03.2026

Südlibanon

Zwei israelische Soldaten bei Hisbollah-Angriff getötet

Nach einer vorläufigen Untersuchung der israelischen Armee begann der Vorfall, als ein Panzer während eines Einsatzes stecken blieb

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026

Iraner in Deutschland

»Einfach leben«

Der Exil-Iraner und Musikmanager Babak Shafian war bisher skeptisch, wenn es um den möglichen Fall des Mullah-Regimes ging. Diesmal ist er hoffnungsvoll. Der Grund dafür ist Israel

 04.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Nahost

Iran greift erstmals europäisches Ziel an: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Nach Ausrufung einer Sicherheitswarnung erschütterten Explosionen die Basis. Kampfjets der Royal Air Force hoben nach Angaben von Flugbeobachtern ab, um den Luftraum zu sichern

 02.03.2026