Nahost

Iran greift erstmals europäisches Ziel an: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Die Einfahrt zur britischen Luftwaffenbasis RAF Akrotiri Foto: picture alliance / REUTERS

Die militärische Eskalation zwischen Teheran, Jerusalem und Washington hat erstmals direkt europäisches Territorium erreicht. In der Nacht zum Montag wurde der britische Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri auf Zypern von einer mutmaßlich iranischen Drohne getroffen. Zuvor waren bereits zwei iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel abgefeuert worden, wie britische Medien berichteten.

Nach britischen Angaben kam es gegen Mitternacht zu heftigen Explosionen auf dem Gelände der Basis. Die Behörden in Nikosia sprachen von »begrenzten Schäden«, Verletzte habe es nicht gegeben. Auf dem Stützpunkt sind rund 2000 Soldaten sowie deren Familien stationiert.

Bereits Stunden vor dem Drohnenangriff hatte der britische Verteidigungsminister John Healey erklärt, zwei iranische Raketen seien in Richtung Zypern gestartet worden. Sie seien jedoch ins Meer gefallen. Ob die britischen Einrichtungen das eigentliche Ziel gewesen seien, ließ Healey offen: »Wir sind nicht sicher, dass sie auf unsere Basen gerichtet waren.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Schutz hinter Möbelstücken

Gegen Mitternacht änderte sich die Lage. Nach Ausrufung einer Sicherheitswarnung erschütterten Explosionen das Areal von RAF Akrotiri. Britische Kampfjets hoben nach Angaben von Flugbeobachtern ab, um den Luftraum zu sichern. Militärangehörige und ihre Familien waren zuvor angewiesen worden, in ihren Unterkünften zu bleiben, Abstand zu Fenstern zu halten und Schutz hinter massiven Möbelstücken zu suchen.

Der Angriff erfolgte kurz nachdem Premierminister Keir Starmer den Vereinigten Staaten die Nutzung britischer Einrichtungen auf Zypern für defensive Schläge gegen iranische Raketenstellungen gestattet hatte. Großbritannien betont, sich nicht direkt an den israelisch-amerikanischen Angriffen auf iranisches Gebiet zu beteiligen. Allerdings hatte die Royal Air Force einen Tag zuvor eine iranische Drohne abgefangen, die in Richtung Katar unterwegs gewesen sein soll.

Mit dem Einschlag auf Akrotiri wächst nun der Druck auf London, seine Position zu überdenken. Der Stützpunkt gilt als logistisches Drehkreuz für britische Operationen im Nahen Osten und dient zugleich als vorgeschobene Basis für Einsätze in der Region. Seine strategische Lage macht ihn zu einem sensiblen Punkt in der aktuellen Auseinandersetzung.

Lesen Sie auch

Erhöhte Wachsamkeit

Auf Zypern selbst herrschte bereits zuvor erhöhte Wachsamkeit. In der Vergangenheit hatten die Behörden nach eigenen Angaben einen iranischen Anschlagsversuch gegen britisches Personal auf der Insel vereitelt. Die jüngsten Ereignisse bestätigen die Befürchtungen, dass sich der Konflikt zunehmend auf weitere Länder ausweiten könnte. im

Israel

Armee meldet 400 Angriffswellen gegen Iran in zwei Wochen

Besonders Raketenanlagen und Verteidigungssysteme standen im Fokus

 14.03.2026

Forschung

Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

Reisen

Lufthansa setzt weiterhin viele Nahost-Flüge aus

Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter.

 09.03.2026

Südlibanon

Zwei israelische Soldaten bei Hisbollah-Angriff getötet

Nach einer vorläufigen Untersuchung der israelischen Armee begann der Vorfall, als ein Panzer während eines Einsatzes stecken blieb

 08.03.2026

Washington

USA intervenieren gegen mögliche Russland-Hilfe für den Iran

Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026

Iraner in Deutschland

»Einfach leben«

Der Exil-Iraner und Musikmanager Babak Shafian war bisher skeptisch, wenn es um den möglichen Fall des Mullah-Regimes ging. Diesmal ist er hoffnungsvoll. Der Grund dafür ist Israel

 04.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026