Makkabi

Humus und Tore

von Martin Krauss

Sogar mit einem eigenen Fanblock waren die Gäste angereist. Als am frühen Mittwochabend auf der Julius-Hirsch-Anlage des TuS Makkabi im Eichkamp die Jugendfußballer des FC Hapoel Abu Gosch/ Mevasseret Zion aufliefen, saßen drei weibliche Teenager am Spielfeldrand und feuer-
ten das aus arabischen und jüdischen Is-
raelis bestehende Team an. »Die haben sich im Hostel kennengelernt«, erklärte Eldad Hayet, der Jugendkoordinator des Teams.
Die neu gewonnenen Fans kamen auf ihre Kosten, denn ihre Helden aus Israel gewannen deutlich mit 6:3 (3:0) über die A-Jugend des Berliner TuS Makkabi. Schon nach wenigen Minuten führten die israelischen Gäste, und die Makkabi-Abwehr wurde stellenweise schwindelig gespielt. Am Tag zuvor war das erste geplante Freundschaftsspiel dieses besonderen Fußballvereins (vgl. Jüdische Allgemeine vom 28. Mai) bei seinem Besuch in Berlin – es sollte gegen die A-Jugend von Hertha BSC Berlin gehen – wegen einer Unwetter-
warnung abgesagt worden. Doch am Mitt-
woch konnten sich die Gastgeber, der Zentralrat der Juden, über bestes Wetter freuen, und die Israelis, neun Juden und sieben Araber, waren in bester Spiellaune.
Etwa 30 Zuschauer hatten sich auf dem Vereinsgelände des TuS Makkabi eingefunden. Auch Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußballverbandes, war da. »Man hat mich angerufen und gefragt, ob ich Lust dazu hätte, mir dieses Spiel anzuschauen«, sagte Liesegang, »da habe ich natürlich zugesagt.«
Besonderen Spaß an dem Spiel hatte Alon Liel, 60, einer der zwei Präsidenten des israelischen Klubs. »Hier spielt ja nicht nur ein israelischer gegen einen deutschen Verein«, erklärte der frühere Diplomat grinsend: »Das ist ja auch ein Duell zwischen Hapoel und Makkabi, also zwischen dem Sportverband der ärmeren Leute und dem der Aristokraten.«
Liels Partner im Präsidentenamt, der Araber Muhamad Jaber, 46, übernahm da den eher staatsmännischen Job der Repräsentation. Dass es nicht leicht war, den Klub in Israel zu etablieren, berichtete er. »Es gab zwar viel Kritik, aber die war nicht ideologisch«, führte er aus. »Vielmehr gab es damals in Abu Gosch noch einen anderen Fußballverein, und der hatte Sorgen, dass er verdrängt würde.« Aber letztlich setzte sich Liels und Jabers Idee eines gemeinsamen jüdisch-arabischen Fußballvereins durch. »Drei Jugendmannschaften haben wir schon«, sagte Jaber. »Nur Mädchenfußball bieten wir nicht an, das hat noch nicht geklappt.«
Der Anpfiff des Spiels war bewusst so gelegt worden, dass sich anschließend Israelis und Deutsche gemeinsam im Klubheim des TuS Makkabi das Champions-League-Finale zwischen dem FC Barcelona und Manchester United anschauen konnten. Dazu gab es nicht nur Würstchen, Salat und Pommes frites, sondern gerade die arabischen Gäste wunderten sich auch darüber, dass ihnen Berliner Humus gereicht wurde. Aber obwohl sich das arabische Dorf Abu Gosch rühmt, den besten Humus in ganz Israel herzustellen, blieb vom Berliner Kichererbsenbrei kaum etwas übrig. Auch dank der neuen weiblichen Fans.

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026