Nach der Wahl

Grüne und SPD in Berlin stellen Bedingung für Sondierungen

Das Rote Rathaus in Berlin Foto: picture alliance/dpa

Grüne und SPD in Berlin wollen an diesem Donnerstag erstmals im Dreierformat mit der Linken über eine Regierungsbildung sprechen. Allerdings soll es sich nach dem Willen der beiden Parteien noch nicht um Sondierungen handeln, sondern um ein »gemeinsames Vorgespräch«, wie die Deutsche Presse-Agentur nach einem bilateralen Treffen von Grünen und SPD erfuhr. 

»Dabei soll es um den Kampf gegen Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens sowie den Umgang der Parteien und einer möglichen Koalition damit gehen«, hieß es. »Außerdem wird es um Themen wie Rassismus, Organisierte Kriminalität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gehen. Die Einigung darüber ist eine Grundvoraussetzung für Sondierungen.«

Debatte über Antisemitismus

Die Linke hatte die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September klar gewonnen und will nun eine Koalition mit Grünen und SPD schmieden. Teile der Berliner Linken stehen wegen ihres Antisemitismus und ihrer anti-israelischen Positionen schon seit Längerem immer wieder in der Kritik. 

Für Wirbel sorgte besonders eine Wahlparty der Linken in Neukölln, bei der sowohl ein Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans als auch ein Unterstützer der terroristischen PFLP anwesend waren. Der Linken-Bundestagsabgeordnete aus Neukölln, Ferat Koçak, steht unter Druck, weil er unter anderem freundschaftliche Chatnachrichten mit einem Sohn der dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie austauschte.

Krach will nicht Senator werden

Unterdessen kündigte Steffen Krach (SPD) an, keinen Posten in einem möglichen rot-grün-roten Senat anzustreben. »Ich werde der nächsten Regierung in Berlin nicht angehören, aber die Arbeit der Regierung aus dem Abgeordnetenhaus natürlich sehr eng begleiten, in welcher Konstellation auch immer«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Er sei gekommen, um zu bleiben »und unsere SPD in den kommenden Jahren wieder zu einer starken Berlin-Partei aufzubauen«. Dieser Aufgabe werde er am besten gerecht in einer Rolle, die Partei und Fraktion verbinde, sagte Krach. »Es wird darum gehen, die Partei stark und einheitlich mit der Fraktion zu positionieren.« Ein Amt innerhalb des nächsten Senats komme für ihn deshalb nicht infrage, sagte er.

Lesen Sie auch

Bei allen Gemeinsamkeiten zwischen den drei Parteien sieht Krach einige »harte Brocken«, die in den Sondierungen unmissverständlich geklärt werden müssten, allen voran das Thema Antisemitismus. »Dafür muss es eine verbindliche Vereinbarung geben, die nicht nur Antisemitismus verurteilt und das Existenzrecht Israels bejaht, sondern für antisemitische Vorfälle auch klare Konsequenzen vorsieht«, sagte er. 

Krach ist seit Mai gemeinsam mit Bettina König Vorsitzender der SPD Berlin und führte seine Partei als Spitzenkandidat in die Wahl. ja/dpa

New York

Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf

Die USA erkennen den IStGH nicht an, der unter anderem gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu einen Haftbefehl erlassen hat. Jetzt legt der amerikanische Präsident nach

 23.09.2026

Sanktionen

Iran will weiter internationale Ziele anfliegen

Ab Mittwoch sollen iranische Airlines nach Worten der US-Regierung internationale Ziele nicht mehr anfliegen können. Die zivile Luftfahrtbehörde in Teheran widerspricht

 23.09.2026

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Berlin

Gideon Joffe: »Mit Elif Eralp wird Geis zur Gärtnerin gemacht«

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde mahnt, dass die Hauptstadt vor massiven Herausforderungen stehe

 22.09.2026

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026