Berlin

Linksjugend: Polizei ist »krimineller Clan«

Auch die Linksjugend demonstrierte am Freitag gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Foto: picture alliance/dpa

Bei einem Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Berlin ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Eine Sprecherin der Linksjugend, Lila, griff die Berliner Polizei anschließend scharf an und bezeichnete sie laut »Focus« als »kriminellen Clan«.

Beim Landesparteitag der Berliner Linken am vergangenen Freitag sagte Lila mit Blick auf die Debatte über sogenannte Clankriminalität: »Wenn die Presse uns erzählt, in Berlin gebe es ein Problem mit bewaffneten Clans, sind das die, die mit hellen Handschuhen und Knüppeln heute in den Schulstreik hineingerannt sind.«

Die Linksjugend veröffentlichte dem Bericht zufolge einen Mitschnitt der Rede anschließend auf Instagram. Im Begleittext wurde die Polizei demnach ebenfalls als »krimineller Clan« bezeichnet. Sie sei bei dem Schulstreik »mit Pistolen, Quarzhandschuhen, Knüppeln und Pfefferspray ausgestattet« gegen friedlich protestierende Schüler vorgegangen. Der Beitrag wurde mit einem Schweine-Emoji versehen.

Merz beleidigt

Lila sprach in ihrer Rede auch über einen Freund, der nach ihren Angaben bei der Demonstration festgenommen worden war. »Eigentlich sollte neben mir mein bester Freund August, ein Schüler, stehen«, sagte sie. Sein Fehlen begründete sie damit, dass er »gerade eben auf dem vierten bundesweiten Schulstreik gegen die Wehrpflicht festgenommen wurde«.

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Dem Jugendlichen werde vorgeworfen, Bundeskanzler Friedrich Merz beleidigt zu haben, erklärte die Sprecherin. Sie verwies zugleich darauf, dass es bei der Demonstration weitere Festnahmen gegeben habe.

Die Berliner Polizei hatte den Schulstreik begleitet. Die Äußerungen der Linksjugend beziehen sich auf das Vorgehen der Einsatzkräfte während der Protestveranstaltung.

»Sicht auf Clans«

Von der Berliner Linken kam anschließend eine deutliche Abgrenzung von der Wortwahl der Jugendorganisation. Landesgeschäftsführer Björn Tielebein sagte laut »Bild«: »Das ist weder unsere Sprache noch unsere Sicht auf Clans und Polizei.«

Damit distanzierte sich die Berliner Linke von der Bezeichnung der Polizei als »krimineller Clan«. Die Aussage der Linksjugend hatte insbesondere wegen der Verbindung des Begriffs »Clan« mit bewaffneter und organisierter Kriminalität für Aufmerksamkeit gesorgt. im

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