Benefizabend

Freunde helfen

Leicht fallen ihm die Worte nicht. Besonders dann, wenn er von seinem Vater Chaim spricht und von dessen letzten Tagen im Chaim Sheba Medical Center Tel Hashomer in Tel Aviv. Es ging ihm sehr schlecht damals im April 1997, sagt Israels Tourismusminister Isaac Herzog, doch das Personal in der größten Klinik im Nahen Osten hätte sich hervorragend um den ehemaligen Präsidenten Israels gekümmert. Auch deshalb ist es Herzog nun ein Anliegen gewesen, zur großen Benefizgala des deutschen Freundeskreises von Chaim Sheba zu kommen.
Isaac Herzog war einer von etwa 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die am Mittwoch vergangener Woche die Charity-Veranstaltung im Schloß Bellevue besuchten. »Dies ist ein Abend von Frauen, die etwas bewegen«, sagte Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger, die mit Babybauch durch den Abend führte. Geladen hatte Eva Luise Köhler, Frau des Bundespräsidenten und seit zwei Jahren Ehrenvorsitzende des Förderkreises. Sie reiste unlängst mit ihrem Mann nach Tel Aviv und nutzte die Gelegenheit, sich dort einen Eindruck von der Arbeit der Ärzte in Chaim Sheba zu verschaffen. Deshalb war es ihr wichtig, sich für die Benefizgala zu engagieren.
»Sie geben mit dem Erlös den Menschen Hoffnung.« Mit diesen eindringlichen Worten ermutigte Eva Luise Köhler die Gäste, ihre Geldbeutel zu öffnen. Sie selbst ging mit gutem Beispiel voran und ersteigerte für 4.000 Euro ein Aquarell einer südkoreanischen Künstlerin. Geleitet wurde die Versteigerung von Christiane Gräfin zu Rantzau, der stellvertretenden Direktorin des Auktionshauses Christie’s in Deutschland. Bei ihr kamen unter anderem Werke von Norbert Bisky und Alexander Friedmann-Hahn unter den Hammer.
Insgesamt 367.000 Euro kamen an diesem Abend zusammen. Ein großer Erfolg, über den sich nicht zuletzt Judit Edelstein und Ann-Katrin Bauknecht freuten. Als Vorstandsmitglieder des deutschen Förderkreises, der zugleich sein 15jähriges Bestehen feierte, hatten sie die Veranstaltung vorbereitet. Und auch Künstler wie die italienische Sopranistin Lucia Aliberti sowie das Duo Marshall & Alexander für die Feierlichkeit gewinnen können. Mit ihren Darbietungen verzückten sie unter anderem Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, und den israelischen Botschafter Shimon Stein.
Im vergangenen Jahr ging der Erlös der Veranstaltung an ein Kinderhospiz sowie eine kardiologische Abteilung des Chaim Sheba-Centers. Nun soll mit den Einnahmen ein neues Reha-Zentrum finanziert werden. Nana Heymann

Washington D.C.

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