Zentralratsseminar

Fördern und fordern

Manche Gemeinden haben Probleme: ein kaputtes Regalbrett in der Bibliothek zum Beispiel. Da stellt sich den finanziell chronisch knappen Gemeinden die Frage: Darf man den Neukauf beim Zentralrat einreichen? Gibt es das Geld zurück? Eine konkrete Frage, die oft nur vage beantwortet werden kann: Das Regalbrett wird zum Wirtschaftsgut, die Angelegenheit zum Antrag und die Antwort lautet: »Vielleicht.«
Um etwas mehr Klarheit zum Thema »Projektförderung« zu bekommen, haben sich Anfang der Woche gut 20 Mitarbeiter jüdischer Gemeinden aus ganz Deutschland zu einem Seminar beim Zentralrat der Juden in Berlin getroffen. Titel der Veranstaltung: »Abrechnung von Projekthilfe – Grundlagen des Zuwendungsrechts«.
Zwei Mitarbeiter vom Bundesverwaltungsamt in Köln berichteten aus dem Inneren der Bürokratie und gaben hilfreiche Tipps. Doch die Gemeindearbeiter waren anfangs wenig begeistert. Angesichts eines rund 100 Seiten dicken Readers stöhnte eine Frau: »Wozu das alles?« Die Bürokratie, so die Klage, sei für zumeist ehrenamtliche Arbeitskräfte kaum verständlich.
Doch für die Gemeinden ist die Projektförderung von existenzieller Bedeutung. Wenn Geld wegen formaler Fehler nicht pünktlich oder gar nicht eintrifft, kann das Gemeindeleben nachhaltig leiden; außerdem sind positive Bescheide gelegentlich mit Auflagen verknüpft. Die Mitarbeiter müssen also wissen, wie sie mit der Bürokratie umzugehen haben. Seit Januar 2007 ist die Vergabe der Mittel an neue Kriterien geknüpft. Hintergrund dieser Änderung ist die erneute Vergabe von Bundesmitteln an den Zentralrat, mit der einige formale Änderungen im Vergabeprozess einhergingen. Die Gemeindearbeiter müssen ihre alten Abrechnungsgewohnheiten umstellen und dazulernen. Johannes Boie

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

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Libanon muss jetzt handeln

Die Hisbollah hat äußeren Druck jahrzehntelang in politische Stärke verwandelt. Doch ihr aktueller Legitimitätsverlust ist hausgemacht — und eröffnet dem Libanon erstmals die Chance, das Machtgefüge im eigenen Land zu verändern.

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»Grenzen der Erinnerung erweitern«

Argentinien hat von Israel die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance übernommen. In der Botschaft des südamerikanischen Landes wurde das mit einer Zeremonie gefeiert

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Nahost

Israels Kriegsstrategie gegenüber Iran und der Hisbollah

Israels Armee greift Irans Führung unerbittlich an. Es gibt jedoch warnende Stimmen: Die gezielten Tötungen von Anführern könnten das System noch radikaler machen. Welche Ziele verfolgt Israel?

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Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

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Jerusalem

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Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026

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Flüge nach Tel Aviv, Teheran und in andere Städte bleiben ausgesetzt. Lufthansa reagiert weiter auf die Lage im Nahen Osten – Charterflüge für Rückholaktionen laufen jedoch weiter.

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Südlibanon

Zwei israelische Soldaten bei Hisbollah-Angriff getötet

Nach einer vorläufigen Untersuchung der israelischen Armee begann der Vorfall, als ein Panzer während eines Einsatzes stecken blieb

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Sondergesandter Steve Witkoff kritisiert Moskau dafür, dass es Teheran im Krieg zu unterstützen scheint

 08.03.2026

Iraner in Deutschland

»Einfach leben«

Der Exil-Iraner und Musikmanager Babak Shafian war bisher skeptisch, wenn es um den möglichen Fall des Mullah-Regimes ging. Diesmal ist er hoffnungsvoll. Der Grund dafür ist Israel

 04.03.2026