Zentralratsseminar

Fördern und fordern

Manche Gemeinden haben Probleme: ein kaputtes Regalbrett in der Bibliothek zum Beispiel. Da stellt sich den finanziell chronisch knappen Gemeinden die Frage: Darf man den Neukauf beim Zentralrat einreichen? Gibt es das Geld zurück? Eine konkrete Frage, die oft nur vage beantwortet werden kann: Das Regalbrett wird zum Wirtschaftsgut, die Angelegenheit zum Antrag und die Antwort lautet: »Vielleicht.«
Um etwas mehr Klarheit zum Thema »Projektförderung« zu bekommen, haben sich Anfang der Woche gut 20 Mitarbeiter jüdischer Gemeinden aus ganz Deutschland zu einem Seminar beim Zentralrat der Juden in Berlin getroffen. Titel der Veranstaltung: »Abrechnung von Projekthilfe – Grundlagen des Zuwendungsrechts«.
Zwei Mitarbeiter vom Bundesverwaltungsamt in Köln berichteten aus dem Inneren der Bürokratie und gaben hilfreiche Tipps. Doch die Gemeindearbeiter waren anfangs wenig begeistert. Angesichts eines rund 100 Seiten dicken Readers stöhnte eine Frau: »Wozu das alles?« Die Bürokratie, so die Klage, sei für zumeist ehrenamtliche Arbeitskräfte kaum verständlich.
Doch für die Gemeinden ist die Projektförderung von existenzieller Bedeutung. Wenn Geld wegen formaler Fehler nicht pünktlich oder gar nicht eintrifft, kann das Gemeindeleben nachhaltig leiden; außerdem sind positive Bescheide gelegentlich mit Auflagen verknüpft. Die Mitarbeiter müssen also wissen, wie sie mit der Bürokratie umzugehen haben. Seit Januar 2007 ist die Vergabe der Mittel an neue Kriterien geknüpft. Hintergrund dieser Änderung ist die erneute Vergabe von Bundesmitteln an den Zentralrat, mit der einige formale Änderungen im Vergabeprozess einhergingen. Die Gemeindearbeiter müssen ihre alten Abrechnungsgewohnheiten umstellen und dazulernen. Johannes Boie

Gedenken

Chemnitz erhält 19 weitere Stolpersteine

Die Stolpersteinverlegung beginnt am Mittwoch, 6. Mai

 17.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert

Fussball

Kopfball mit Kippa

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Jan Feldmann  01.04.2026

Podcast

»Arbeiten im Krieg ist eine große Herausforderung«

Zwischen Bomben und Bunker: Wie unsere Korrespondentin in Tel Aviv ihren Alltag erlebt

von Jan Feldmann, Sabine Brandes  01.04.2026

Video

Zwischen Matzen und Kneidlach: Stimmen aus einem koscheren Supermarkt

Kurz vor Pessach: Vorbereitungen auf den Feiertag – Stimmen aus »Kosherlife«

von Jan Feldmann  01.04.2026

Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Inflation auf höchsten Stand seit 2024

Teurer Sprit, steigende Preise für Strom und Gas: Die Kämpfe im Nahen Osten haben schon im ersten Kriegsmonat die Verbraucherpreise angeheizt. Bald könnten auch andere Warengruppen betroffen sein

von Alexander Sturm und Christian Ebner  30.03.2026

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Nahost

Libanon muss jetzt handeln

Die Hisbollah hat äußeren Druck jahrzehntelang in politische Stärke verwandelt. Doch ihr aktueller Legitimitätsverlust ist hausgemacht — und eröffnet dem Libanon erstmals die Chance, das Machtgefüge im eigenen Land zu verändern.

von Leo Benderski  26.03.2026

Berlin

»Grenzen der Erinnerung erweitern«

Argentinien hat von Israel die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance übernommen. In der Botschaft des südamerikanischen Landes wurde das mit einer Zeremonie gefeiert

 26.03.2026

Nahost

Israels Kriegsstrategie gegenüber Iran und der Hisbollah

Israels Armee greift Irans Führung unerbittlich an. Es gibt jedoch warnende Stimmen: Die gezielten Tötungen von Anführern könnten das System noch radikaler machen. Welche Ziele verfolgt Israel?

von Sara Lemel  19.03.2026