Tierkreiszeichen

Es steht in den Sternen

von Rabbiner Irmiyahu Ullmann

Auch unsere Weisen haben anerkannt, daß die Sterne in einer Beziehung zu dem stehen, was hier auf der Erde geschieht. Die Forschung ist sich heute weitgehend einig darüber, daß die Sternkreiszeichen ursprünglich aus Mesopotamien stammen. Die Griechen entlehnten die Symbole von den Babyloniern und gaben sie an später aufkommende antike Zivilisationen wie die der Römer weiter. Sollten die Juden die Sternzeichen von einer anderen Kultur übernommen haben, so nicht von der römischen, sondern von der babylonischen.
Auf den Einfluß der Sternkreiszeichen wird bereits in der Tora verwiesen. So schildern unsere talmudischen Weisen sehr ausführlich die Dynamik zwischen der Reihenfolge, in der die Zeichen geschaffen wurden, und ihren jeweiligen Einfluß auf die Menschheit (Pesikta, Kapitel 4).
Adam und seine Nachfahren empfingen von Gott die ganze Weisheit der Tora, einschließlich des Wissens über den Tierkreis. Dieses Wissen wurde letztendlich pervertiert und für die meisten Menschen zu einem Teil ihres Götzendienstes.
Rambam (Rabbi Moses ben Maimon, 1135-1204) schreibt: »Ihre fehlerhafte Beweisführung bestand darin, daß sie meinten, da Gott den Himmel und die Sphären als Teil der Natur schuf und sie hoch oben anbrachte und ihnen Würde verlieh als Ihm dienende Diener, sei es angemessen und richtig, auch sie zu loben, zu verherrlichen und zu verehren. (...) War darüber erst einmal entschieden, gingen sie einen Schritt weiter und bauten zu Ehren der Sterne Tempel, wo sie ihnen Opfer brachten, sie mit Worten lobpriesen und verherrlichten und sich vor ihnen zu verneigten.«(Avodat Kochavim 1,1)
Im Rahmen der Geschichte Abrahams berichtet die Tora: »Abram antwortete: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin. (...) Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein« (1. Buch Moses 15,2-5). Unsere Weisen erklären, Abraham habe in den Sternen gelesen und gedeutet, durch den astrologischen Einfluß, unter dem er geboren wurde, sei festgelegt, daß er keine Kinder haben würde. Gott antwortete: Ich werde eingreifen, so daß deine Nachfahren so zahlreich sein werden wie die Sterne selbst, in denen du liest, daß du keine Kinder haben wirst (Schabbat 156a).
Der Sohar, den die jüdische Überlie-ferung den Lehren des Rabbiner Schimon bar Jochai im zweiten Jahrhundert zuschreibt, setzt die zwölf Sternzeichen mit den zwölf hebräischen Monaten und den zwölf Stämmen Israels in Beziehung.

So spricht alles dafür, daß der Einfluß der Tierkreiszeichen seit der Schöpfung feststeht und dem jüdischen Volk seit seiner Entstehung bekannt ist. Wichtig ist, daß die hebräischen Monate mit dem Mondzyklus übereinstimmen. Jeder Monat beginnt und endet mit dem Neumond, der Vollmond steht in der Mitte des Monats. Anders als in der gewöhnlichen, falschen Version der Tierkreiszeichen, die auf dem gregorianischen Kalender basieren, steht also jedes Sternzeichen im Einklang mit einem

Monat, wobei es während des Vollmonds seinen größten Einfluß hat. Eine der frühesten antiken jüdischen Schriften, das Sefer Jezira, bringt die Sternzeichen mit den Monaten, Stämmen und den zwölf menschlichen Vermögen in Übereinstimmung.
Das Sternzeichen des Monats Nissan ist der Widder, der des Stammes Juda. Es ist der Monat, in dem die Juden die ägyptische Gottheit des Widders besiegten. Juda bedeutet »Danke«. Und am Pessachfest in diesem Monat

wurde das Lamm geopfert. Ijar ist der Monat des Stiers und des Stammes Issachar. In diesem Monat müssen wir stark und eigensinnig wie ein Stier sein, um uns auf den Empfang der Tora vorzubereiten.
Siwan ist der Monat der Zwillinge und des Stammes Sebulon (»Bewahrer der Tora«). Es ist der Monat des Wochenfestes Schawuot und soll unsere Bemühungen stärken, die Tora zu bewahren.
Tammus ist der Monat des Krebes und des Stammes Ruben (»sehen«). So wie sich der Krebs versteckt, sollten wir von den Ablenkungen dieses Sommermonats Abstand nehmen und unseren Blick auf spirituelle Ziele richten.
Aw ist der Monat des Löwen und des Stammes Simeon (»hören«). In dieser Zeit zerstörten die löwenartigen Nationen wie Babylonien und Rom den Tempel, und wir müssen diese Lektion vernehmen und zu Gott zurückkehren.
Elul ist der Monat der Jungfrau und des Stammes Gad. Es ist der Monat der Reue, in dem wir unsere Gedanken und Taten läutern, um auf Rosch Haschana vorbereitet zu sein.
Tischrei ist der Monat der Waage und des Stammes Ephraim (»fruchtbar«). In diesem Monat ist Rosch Haschana, der Feiertag, an dem wir hoffen, würdig zu sein, ein produktives neues Jahr zu beginnen.
Cheschwan ist der Monat des Skorpions und des Stammes Menasse. Es gibt in diesem Monat keinen Feiertag. Dennoch muß man hart arbeiten, um die Buchstaben von Menasche zu Neschama (Spiritualität) zu ändern.
Kislew ist der Monat des Schützen und des Stammes Benjamin (»Krieger«). In dieser Zeit müssen wir die Inspiration, die uns Chanukka gegeben hat, durch den Rest des Winters bringen.
Tewet ist der Monat des Steinbocks und des Stammes Dan (Richter). Die Belagerung Jerusalems begann in dieser Zeit, als Ergebnis eines grundlosen Hasses unter Juden. Wir müssen vermeiden, ungerecht zu urteilen und Zorn und Zerstörung heraufzubeschwören.
Schwat ist des Monat des Wassermannes und des Stammes Ascher (Reichtum). Bis zu diesem Monat ist der Großteil des Regens in Israel gefallen, und wir feiern Tu biSchwat, wo wir in verschwenderischer Art und Weise Früchte essen.
Adar ist der Monat der Fische und des Stammes Naftali. So wie Fische vom Meer bedeckt sind, begehen wir in diesem Monat das Purimfest, das die verborgenen Wunder Gottes, die dem jüdischen Volk Erlösung und Freude bringen werden, feiert.

Textabdruck mit freundlicher Genehmigung von Ohr Sameach, www.ohr.edu

Foto: Mosaik, 1. Jhdt., Jerusalem / Ullstein

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