Bund-Länder-Kommission

Antisemitismusbeauftragte fürchten um Finanzierung von Projekten

Die Mitglieder der Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus Foto: BMI

Die Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus schlägt angesichts fehlender Mittel für Projekte gegen Judenhass Alarm. Im Zuge des bisherigen, inzwischen ausgesetzten Aufstellungsverfahrens für den Bundeshaushalt 2025 seien im erheblichen Umfang Mittel zur Disposition gestellt worden, die der Antisemitismusprävention dienen sollten, heißt es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung der Kommission.

Weil durch den Bruch der Ampel-Koalition im vergangenen Jahr kein Haushalt mehr beschlossen wurde, gilt für 2025 zunächst eine vorläufige Haushaltsplanung. Bewährte Projekte hätten bereits gestoppt oder reduziert werden müssen oder notwendige Verstärkungen hätten nicht erfolgen können, beklagte die Kommission.

Konkrete Summen konnte die Geschäftsstelle der Bund-Länder-Kommission nicht nennen. Dies sei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und hänge vom Zusammenspiel der Finanzierung durch den Bund auf der einen und dem Land auf der anderen Seite zusammen, hieß es.

Einschnitte u.a. beim »Netzwerk für Demokratie und Courage«

Wie die Geschäftsstelle auf Nachfrage mitteilte, gab es unter anderem beim »Netzwerk für Demokratie und Courage« Einschnitte, das Projekte an Schulen zur Sensibilisierung für Antisemitismus anbietet.

Weil es keine Förderung mehr aus dem Bundeshaushalt gibt, musste den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt den hauptamtlich Mitarbeitenden gekündigt werden. »Hier bricht eine über viele Jahre aufgebaute Struktur weg«, hieß es. Ausgelaufen ist den Angaben zufolge auch das Projekt »Tikkun« des Jüdischen Bildungswerks für Demokratie. Auch dort seien Mitarbeitende entlassen worden. epd

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026

Holocaust-Gedenken

Wagner und Mendel kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Reisen

Kein Parkplatz am Ben-Gurion-Flughafen

US-Militärjets blockieren 70 Prozent des Flughafens. Flüge fallen aus, Airlines bleiben weg und kurz vor dem Sommer herrscht große Unsicherheit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026