Runder Tisch

Einladung zum Kennenlernen

Jüdische Organisationen wollen enger zusammenarbeiten

Aktualisiert am 21.03.2012, 10:19 – von Detlef David KauschkeDetlef David Kauschke

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Willkommen daheim!« Mit diesen Worten begrüßte Präsident Dieter Graumann die Teilnehmer des ersten »Round Table« am 14. März im Leo-Baeck-Haus in Berlin. »Es war mir ein großes Anliegen, einmal alle an einem Tisch zu versammeln.« Zweck eines ersten Treffens dieser Art sei es, ein Kennenlernen und einen Austausch zu ermöglichen.

»Wir sind auf dem Weg, etwas Neues zu erreichen, und das wollen wir mit euch zusammen schaffen«, sagte Graumann. Vorrangiges Ziel sei es, die jüdischen Organisationen unter dem Dach des Zentralrats zu vernetzen. »Wir wollen uns neu aufzustellen, unsere Arbeit professionalisieren und uns als jüdisches Kompetenzzentrum etablieren«, forderte Graumann die Teilnehmer zur Zusammenarbeit auf. Dabei sei Gemeinsamkeit eine Grundvoraussetzung. »Das jüdische Leben ist bunter und vielfältiger geworden. Daher ist es wichtig, dass wir politisch zusammenbleiben. Diese neue Vielfalt darf nicht zur politischen Einfalt werden«, mahnte der Zentralratspräsident.

Eine Aufforderung, die er offenbar nicht ein zweites Mal wiederholen musste. Vertreter von rund 40 Organisationen des jüdischen Lebens Deutschlands nahmen an dem Runden Tisch teil – von A wie Abraham-Geiger-Kolleg bis Z wie Zionistische Jugend. Mit dabei waren unter anderem auch die Allgemeine und die Orthodoxe Rabbinerkonferenz, die Jerusalem Foundation, Vertreter der Union progressiver Juden, von Chabad Lubawitsch oder Lauder Yeshurun, der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, von Makkabi, der WIZO, dem Bund traditioneller Juden, der Bundesverband der Veteranen und des Vereins »Child Survivor«.

Vernetzung »Ich hoffe, es bleibt nicht nur bei Deklarationen, sondern es kommt zu einer konkreten Kooperation«, wünschte sich der Direktor der ZWST, Benjamin Bloch, vom Runden Tisch und lobte die Initiative ausdrücklich. Dem Zuspruch schloss sich auch Cornelia Maimon-Levi vom Jüdischen Frauenbund an. »Ich weiß, wie wichtig die Vernetzung ist.«

Sacha Stawski von »Honestly Concerned« und »ILI – I like Israel« meinte, dass ein solches Treffen die Möglichkeit biete, mit Organisationen in Kontakt zu kommen, mit denen man noch nicht zusammengearbeitet habe. »Wir können bei den Themen Israel und Antisemitismus noch viel mehr gemeinsam unternehmen.« Roman Skoblo von der Organisation Jüdischer Ärzte und Psychologen sagte: »Ich hoffe, dass dieses erste Treffen eine Grundlage für eine Vernetzung sein wird, die wir bislang in Deutschland noch nicht hatten.«

Lara Dämmig von der jüdisch-feministischen Initiative »Bet Deborah« wünschte sich, dass sie künftig einen Ansprechpartner im Zentralrat vorfinde, an den sich die Organisationen mit ihren Fragen und Problemen direkt wenden könnten. Unter anderem für diese Aufgabe werde es in Zukunft im Zentralrat einen eigenen Referenten geben, kündigte Graumann an.

Erwartungen Wünsche und Hoffnungen verband auch der Erste Prorektor der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, Johannes Heil, mit dem Runden Tisch. »Ich verfolge mit großem Interesse, was hier gedacht und gebraucht wird.« Sara Nachama erhofft sich vom Berliner Treffen für das Touro College Vernetzungsmöglichkeiten, um mithilfe von Adresslisten selbst Austauschprogramme generieren zu können. Der Präsident von Makkabi-Deutschland Peter Guttmann wollte das Forum nutzen, um neue Sportler zu finden und zu animieren.

»Ich denke, wenn wir hier jüdische Kompetenz versammeln, dann ist es wichtig, dass bestimmtes Orientierungswissen vom Zentralrat ausgeht«, formulierte der Leiter des Studiengangs Jüdische Sozialarbeit an der Universität Erfurt, Doron Kiesel, seinen Wunsch.

Peter Fischer, Vorsitzender des nationalen Zentrums für Psychosoziale Unterstützung von Holocaust-Überlebenden und deren Familien in Israel, Amcha Deutschland, empfindet das Treffen als einmalig. »Ich sehe, dass das jüdische Leben eine ganz starke Grundlage entwickelt hat. Was sich hier dokumentiert, hätte man früher nicht zusammenbringen können.« Rabbiner Uri Gamson von der Yeshiva Gedola Berlin schlug vor, eine Plattform für kleine Gemeinden zu gründen, die praktische und spirituelle Hilfe bräuchten.

ERfolg Für die Vertreter der 40 Organisationen, so scheint es, hat sich die Reise nach Berlin gelohnt. Der frisch ernannte Landesrabbiner von Hamburg, Shlomo Bistritzky, begrüßte die Idee des Treffens, das auch konkrete Entscheidungen hervorbrachte. So verabredeten sich die Teilnehmer, über das Internet die Kontaktdaten und jeweiligen Veranstaltungskalender der Organisationen zusammenzuführen zu wollen. Im gleichen Rahmen werde zum Beispiel über einen Austausch von Bildungsmaterial nachgedacht. Darüber hinaus versprach Zentralratspräsident Graumann, den Gemeindetag als wichtigen Treffpunkt wiederaufleben zu lassen.

Die Zuversicht, die er bei seiner Begrüßung vermitteln wollte, habe sich für ihn noch übertroffen, zog Graumann ein rundum positives Fazit: »Ich gehe heute mit einer Ermutigung und der Gewissheit aus diesem Treffen, dass das Judentum in Deutschland lebendiger und noch viel stärker ist, als ich es mir gedacht habe.«

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