Bad Kissingen

ZWST benennt Kurheim nach Beni Bloch sel. A.

Benjamin »Beni« Bloch sel. A. (1943–2019) Foto: ZWST

Beni Bloch wird posthum geehrt. Vor neun Monaten war der langjährige Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) im Alter von 76 Jahren verstorben. Drei Jahrzehnte war Bloch Chef der ZWST und machte sie zu dem, was sie heute ist. Jetzt soll das Jüdische Bildungsheim für Senioren der ZWST nach ihm benannt werden.

Das Kurheim Eden-Park in Bad Kissingen ist die einzige jüdische Einrichtung dieser Art in Deutschland und besteht seit 1993. Im Rahmen von zweiwöchigen Bildungsaufenthalten haben dort Senioren aus jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland die Möglichkeit, sich in einem familiären Rahmen weiterzubilden und neue Kontakte zu knüpfen. Der Eden-Park ist bis heute die einzige koscher geführte Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die dort angebotenen Programme kombinieren integrative Weiterbildung in den Bereichen Sprache, Kultur, Gesundheit und Politik mit gruppenpädagogischen Aktivitäten wie Tanz, Gesang, Theater, Ausflügen und Gesprächsrunden. Die Senioren können dort jüdische Feiertage und den Schabbat gemeinsam begehen. Das Kurheim steht auch Privatgästen und anderen jüdischen Organisationen zur Verfügung, insbesondere zu Pessach und Rosch Haschana.

WIRKEN Nach einem Beschluss des ZWST-Vorstands wird die Einrichtung künftig nach dem am 6. April 2019 verstorbenen Bloch benannt. Er hatte den Verband als Direktor von 1987 bis Juni 2018 geleitet. Zuvor war er für die Jugendarbeit der ZWST verantwortlich. Bloch kam in Jerusalem zur Welt und mit 14 Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland.

Am 1. April soll im Rahmen eines Festaktes die offizielle Umbenennung des Kurheims erfolgen. Auf dem Programm stehen unter anderem Reden der Präsidenten der ZWST und des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Drei Jahrzehnte war Beni Bloch Chef der ZWST – und machte sie zu dem, was sie heute ist.

Die Zentralwohlfahrtsstelle wurde 1917 ins Leben gerufen und 1951 neu gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss der Einrichtungen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland.

WOHLFAHRT Als Dachorganisation vertritt die ZWST die jüdischen Gemeinden und Landesverbände auf dem Gebiet der Sozialarbeit. Sie ist einer der sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland und Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Die ZWST sieht ihr Hauptanliegen in der Hilfe im Sinne ausgleichender sozialer Gerechtigkeit. Dies basiert auf dem jüdischen Verständnis von Wohltätigkeit und dem Leitbild der »Zedaka«. Dazu gehören die Förderung einer integrativen und professionellen Sozialarbeit, die Unterstützung der hiesigen jüdischen Gemeinden, der Ausbau der Infrastruktur, die Stärkung der jüdischen Identität, die Integration der jüdischen Zuwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie die sozial- und jugendpolitische Vertretung der Juden in Deutschland.  mth

Vor 80 Jahren

Neuanfang nach der Schoa: Erster Gottesdienst in Frankfurts Westendsynagoge

1945 feierten Überlebende und US-Soldaten den ersten Gottesdienst in der Westendsynagoge nach der Schoa

von Leticia Witte  29.08.2025

Würdigung

Tapfer, klar, integer: Maram Stern wird 70

Er ist Diplomat, Menschenfreund, Opernliebhaber und der geschäftsführende Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses. Zum Geburtstag eines Unermüdlichen

von Evelyn Finger  29.08.2025

Interview

»Physisch geht es mir gut, psychisch ist ewas anderes«

Sacha Stawski über den Angriff auf ihn und seine Kritik an Frankfurts Oberbürgermeister

von Helmut Kuhn  28.08.2025

München

»In unserer Verantwortung«

Als Rachel Salamander den Verfall der Synagoge Reichenbachstraße sah, musste sie etwas unternehmen. Sie gründete einen Verein, das Haus wurde saniert, am 15. September ist nun die Eröffnung. Ein Gespräch über einen Lebenstraum, Farbenspiele und Denkmalschutz

von Katrin Richter  28.08.2025

Zentralrat

Schuster sieht Strukturwandel bei jüdischen Gemeinden

Aktuell sei der Zentralrat auch gefordert, über religiöse Fragen hinaus den jüdischen Gemeinden bei der Organisation ihrer Sicherheit zu helfen

 27.08.2025

Gedenken

30 neue Stolpersteine für Magdeburg

Insgesamt gebe es in der Stadt bislang mehr als 830 Stolpersteine

 26.08.2025

München

Schalom, Chawerim!

Der Religionslehrer Asaf Grünwald legt Woche für Woche in Kurzvideos den aktuellen Tora-Text für die Gemeindemitglieder aus

von Luis Gruhler  26.08.2025

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde ehrt Salomon Korn und Leo Latasch

Beide haben über Jahrzehnte hinweg das jüdische Leben in der Stadt geprägt

 26.08.2025

Neuanfang

Berliner Fußballverein entdeckt seine jüdischen Wurzeln neu

Im Berliner Stadtteil Wedding spielt ein unterklassiger Amateurverein, dessen Geschichte mit einigen der bedeutendsten jüdischen Vereine der Stadt verbunden ist. Der junge Vorstand des Vereins will die eigene Geschichte jetzt aufarbeiten

von Jonas Grimm  25.08.2025