Hannover

Zerstörte Synagogen-Scheibe: Ursache weiter unklar

Ein Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei sichert Beweisstücke und Spuren in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hannover. Foto: picture alliance/dpa

Im Fall einer zerstörten Fensterscheibe in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hannover ist die Ursache auch nach wochenlanger Aufklärungsarbeit unklar. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele weiterhin intensiv, sagte Polizeisprecherin Anne Wellhöner am Dienstag.

Die Beamten nähmen unter anderem die beschädigte hellblaue Mosaikscheibe aus einem Bleiglasfenster der Synagoge genau unter die Lupe: »Das sind aufwendige kriminaltechnische Untersuchungen. Das Glas ist sehr dünn.« Die zerbrochene Scheibe hat die Größe eines DIN A4-Blattes.

Besucher eines Gottesdienstes zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur waren am Abend des 5. Oktober gegen 19 Uhr durch ein lautes Klirren an einem Fenster an der Frauenempore der Synagoge aufgeschreckt worden. Etwa in dortiger Kopfhöhe war nach Berichten der Teilnehmenden ein Gegenstand eingeschlagen.

Die Gemeinde ging zunächst von einem Steinwurf aus. Sie vermutete einen antisemitischen Angriff und alarmierte die Polizei. Verletzt wurde niemand. Der Vorfall erinnerte an den Anschlag auf die Synagoge in Halle vor drei Jahren, der ebenfalls an Jom Kippur begangen wurde.

Nach wie vor lasse sich keine Ursache ausschließen, erläuterte die Polizeisprecherin. Eine antisemitische Straftat sei ebenso möglich wie ein natürliches Ereignis. Ein Fenster könne auch durch einen Vogel, eine Kastanie oder einen Ast zu Bruch gehen. »Es wird alles Mögliche geprüft, weil es ein hochheikles Thema ist«, sagte Wellhöner. Dazu könnten auch DNA-Untersuchungen gehören.

Polizeibeamte hatten das Gelände rund um die Synagoge noch am Abend und am folgenden Tag abgesucht. Sie fanden aber weder einen Gegenstand, der das Loch verursacht haben könnte, noch Spuren für einen Bewurf oder Beschuss. Nach dem Ereignis sicherten zahlreiche Politiker und Religionsvertreter den jüdischen Gemeinden ihre Solidarität und Unterstützung zu. Die Gemeinde selbst kündigte an, demnächst ihre Sicherheitsvorkehrungen erheblich zu verstärken. epd

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026

Berlin

150 Rabbiner am Brandenburger Tor

Ein Fototermin setzt ein Zeichen: Rabbiner zeigen, wie jüdisches Leben heute Europa prägt. Was beim Treffen sonst noch auf dem Programm steht

 11.03.2026