Frankfurt

»Wir sind die Mehrheit«

Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland Foto: Margrit Schmidt

Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) ruft am Sonntag, 7. Oktober, zu einer Kundgebung auf. Der Protest richtet sich gegen die am gleichen Tag von Mitgliedern der AfD geplanten Gründung der Vereinigung »Juden in der AfD«. Die JSUD veranstaltet die Demonstration unter dem Motto »#AfNee« um 14 Uhr am Goetheplatz in Frankfurt/Main.

JSUD-Präsidentin Dalia Grinfeld sagt zu der Idee der Kundgebung: »Die AfD versucht, Juden für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Als demokratische Organisation wollen wir zeigen, dass wir das nicht zulassen.«

Die AfD versuche den Eindruck zu erwecken, dass Juden Teil dieser Partei sind, kritisiert Grinfeld im Gespräch mit der »Jüdischen Allgemeinen«. Dies treffe vielleicht für eine ganz kleine Minderheit zu, so Grinfeld. »Wir wollen aber zeigen, dass wir die Mehrheit sind, und dass wir nicht die antisemitische, rassistische und menschenfeindliche Politik und Ideologie dieser Partei mittragen.«

Reden Bei der Kundgebung am Sonntag soll dies in verschiedenen Reden zum Ausdruck gebracht werden. »Dabei kommen vor allem junge jüdische Repräsentantinnen und Repräsentanten zu Wort«, kündigt die JSUD-Präsidentin an. »Und es werden ausgewogen weibliche und männliche Stimmen zu hören sein. Auch das ist uns sehr wichtig.« Zudem soll es Musik geben, verschiedene weitere Aktionen sind für die Kundgebung geplant. »Und wir wollen der AfD auch ein kleines Überraschungsgeschenk machen«, sagt Grinfeld.

In der AfD sieht die JSUD-Präsidentin eine der großen Gefahren für die jüdische Gemeinschaft und alle Minderheiten in Deutschland. Deshalb rufe sie zur Teilnahme an der Kundgebung auf: »Wir wollen der Gesellschaft zeigen, dass wir nicht Teil dieser radikalen Bewegung sind.« Die AfD zeige eine »Fake-Judenfreundlichkeit«, dagegen müsse Position bezogen werden. »Es ist auch für unsere eigene Gemeinschaft wichtig, dass wir uns klar äußern. Wir wollen auch ein Zeichen in unsere Gemeinschaft hinein setzen.«

Die Jüdische Gemeinde Wiesbaden und zahlreiche weitere Gemeinden und Organisationen haben dazu aufgerufen, sich an der Demonstration der Studierenden zu beteiligen.

Wie der hessische Landesverband der AfD mitteilte, soll die Gründungsveranstaltung am Sonntag in Wiesbaden stattfinden. Zum Start rechnen die »Juden in der AfD« mit 15 bis 20 Mitgliedern. ja

Leipzig

In sichere Hände

Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt

von Thyra Veyder-Malberg  14.03.2026

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026