Berlin

Wilmersdorfer Geschichte

Albert und Minna Neuburger waren Bürger des heutigen Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Albert Neuburger war Publizist und Autor zahlreicher naturwissen schaftlicher Zeitungsartikel und Buchveröffentlichungen. Die Technische Universität würdigte ihn als einen »Star des technisch-wissenschaftlichen Feuilletons«. Auch seine Frau Minna publizierte.

1934 war das Ehepaar in die Jenaer Straße 7, in die Nähe des Bayerischen Viertels, gezogen. 1941 wurden sie aus ihrer Wilmersdorfer Wohnung vertrieben und in einem sogenannten Judenhaus in Moabit zur Untermiete einquartiert. 1943 dann die Deportation nach Theresienstadt, wo beide umkamen.

An sie erinnern seit dem vergangenen Jahr zwei vor dem Eingang des Hauses verlegte Stolpersteine, gespendet von Rainer Faupel. Der Jurist hat ihr Leben und das Schicksal ihrer Verfolgung erforscht und das Ergebnis dieser Arbeit jetzt unter dem Titel »Berlin Jenaer Straße 7: Zwei von sechs Millionen« veröffentlicht. Das Buch wird am kommenden Montag vorgestellt.

verwaltung Bezirksstadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) wird dabei die Begrüßungsworte sprechen. Dieses Werk sei, so Gröhler, ein gelungenes Beispiel dafür, wie an ermordete jüdische Bewohner des Bezirks erinnert werden könne. Besonders beeindruckt haben den Stadtrat die Rechercheergebnisse des Autors Rainer Faupel, der unter anderem von einem »Tätigkeits- und Erfolgsbericht« schreibt, in dem der Wilmersdorfer Bezirksbürgermeister sich 1940 dazu äußert, wie erfolgreich er und seine Verwaltung die Wilmersdorfer Juden schikaniert und ausgegrenzt hätten.

»Wenn man dies als Politiker liest, der in gewissem Sinne auch in der Rechtsnachfolge der früheren Mitglieder des Bezirksamtes steht, ist das besonders erschreckend.«

Klaus-Dieter Gröhler betont, dass Charlottenburg und Wilmersdorf vor der Schoa die Bezirke mit der höchsten jüdischen Wohnbevölkerung waren und auch heute wieder sind. »In gewissem Sinne kann man an die Tradition anknüpfen. Wir freuen uns, wie facettenreich das jüdische Leben jetzt ist, dies ist nicht selbstverständlich.« Und so sei eben auch die Erinnerung daran von besonderer Bedeutung: »Denn es geht darum, einzelne Schicksale nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Erst so ergibt sich ein Gesamtbild dieser dunkelsten Geschichte unseres Bezirkes, das dann vor allem auch für die jüngere Generation fassbarer wird.«

Leipzig

In sichere Hände

Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt

von Thyra Veyder-Malberg  14.03.2026

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026