Interview

»Wie leichte mediterrane Küche«

Herr Raneburger, Sie haben bereits für viele Staatsoberhäupter gekocht und sind mit drei Hauben von Gault Millau sowie einem Stern von Michelin ausgezeichnet worden. Nun starten Sie in Berlin mit einem koscheren Cateringservice. Gelüstet es Sie nach rabbinischem Segen?
Nein, das ist es nicht, was mich antreibt. Der Berliner Hotelier und Gastronom Michael Zehden hat mir diese Idee schmackhaft gemacht. Ich war sofort begeistert, denn für mich ist das eine große Herausforderung. Und die Zusammenarbeit mit Rabbiner Yitshak Ehrenberg, der die Aufsicht über das Catering hat, gestaltet sich – mit oder ohne Segen – hervorragend.

Sie gelten als kochender Altmeister. Mussten Sie jetzt noch mal beim Rabbiner in die Lehre gehen, Kochbücher und andere jüdische Literatur studieren?
Ja, ich musste wirklich viel lernen, weil ich von Kaschrut und den damit verbundenen Regeln wenig wusste. Ich hatte schon ab und zu Begegnungen mit der jüdischen Küche. Aber die Kaschrut-Gesetze, diese ganzen Details – was erlaubt ist und was nicht –, das musste ich mir erst aneignen. Und ich lerne immer noch eine ganze Menge.

Als Sie vor 40 Jahren nach Berlin gekommen sind, haben Sie so etwas wie kulinarische Entwicklungsarbeit in der Stadt geleistet. Planen Sie Ähnliches jetzt mit der koscheren Küche?
Es würde ein wenig anmaßend klingen, wenn ich das von mir behaupten wollte. Aber auf jeden Fall möchten wir demonstrieren, dass die koschere Küche – auf höchstem Niveau zubereitet – mit der nichtkoscheren qualitativ sehr wohl mithalten kann.

Nur wenige Köche mögen es, wenn ihnen andere in die Töpfe schauen. Wie klappt die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem Maschgiach?
Hervorragend. Er ist ein Fachmann, und diese Aufsicht muss sein.

Ist koscheres Essen nur für Juden geeignet oder Kost für jedermann?
Es kann eine Selbstverständlichkeit sein – für Juden und Nichtjuden. Kaschrut hat viele Vorteile, allein die besondere Art der Auswahl der Speisen. Gammelfleisch und Ähnliches werden Sie dort niemals finden, weil von der Herstellung über die Lagerung bis zur Verarbeitung ständig Kontrollen durchgeführt werden. Und letztendlich ist das koschere Essen so wie leichte mediterrane Küche: lecker und gesund.

Gilt das auch für den Klassiker der jüdischen Küche: Gefilte Fisch? Es heißt, Sie hätten mit diesem Gericht ein Problem.
Problem ist vielleicht etwas zu viel gesagt. Aber ich habe zweimal davon probiert, und es war nicht mein Fall! Daher habe ich mir fest vorgenommen, alternative Rezepte auszuprobieren. Gefilte Fisch muss auch anders gehen. Ich sage immer: Koscher schmeckt nicht, gibt’s nicht.

Mit dem Berliner Sternekoch sprach Detlef David Kauschke.

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

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Die Lieder stehen fest, die Proben laufen – Hunderte Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland fiebern dem Mini-Machane und der Show Mitte Mai schon jetzt entgegen

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Ukraine-Hilfe

Viele Aufgaben – wenig Geld

Aufwendige Prüfverfahren, zahlreiche Überstunden und unsichere Finanzierung – die Israelitische Gemeinde nimmt auch vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin Geflüchtete auf

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Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken

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Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

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Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  18.02.2026

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

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Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

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Altona war schon immer toleranter

Ein Projektraum im Regionalmuseum zeigt 400 Jahre jüdische Geschichte der gesamten Hansestadt

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