KIgA

»Vorbildliche Arbeit«

Bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen der KIgA am Donnerstagabend Foto: KIgA / Uwe Steinert

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) zu ihrem 15-jährigen Bestehen gratuliert.

»Die vorbildliche Arbeit der KIgA zeigt, dass die Bekämpfung von Antisemitismus nötig und möglich ist«, sagte Schuster in seinem Grußwort bei der Jubiläumsfeier der Initiative am Donnerstagabend in Berlin-Kreuzberg. Mit ihrem Fokus auf der präventionsorientierten Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus migrantischen und muslimischen Milieus erfülle die Initiative eine essenzielle gesellschaftliche Aufgabe.

»Die KIgA hat den Antisemitismus unter Migranten zum öffentlichen Thema gemacht«, sagte Schuster. Es gebe in allen Teilen der Gesellschaft Menschen mit rassistischen und antisemitischen Denkmustern. »Die Mehrheitsgesellschaft darf diese extremistische Minderheit nicht tolerieren«, forderte der Zentralratspräsident.

Ausdrücklich lobte Schuster die gute Zusammenarbeit zwischen dem Zentralrat und der KIgA. »Von der in den vielen Jahren ihrer Arbeit gesammelten Expertise der KIgA können wir etwas lernen«, sagte Schuster.

STOLZ Auch Berlins Justizsenator, Dirk Behrendt (Grüne), gratulierte der Initiative. »Die KIgA leistet in Berlin eine herausragende Arbeit im Kampf gegen Juden- und Israelhass«, sagte Behrendt. Die Initiative setze mit ihren Projekten da an, wo es am sinnvollsten ist, »nämlich bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen«. Der Berliner Senat sei stolz darauf, ein so engagiertes Team in der Präventionsarbeit gegen Antisemitismus an seiner Seite zu wissen, sagte der Justizsenator.

Ausdrücklich lobte Josef Schuster die gute Zusammenarbeit zwischen dem Zentralrat und der KIgA.

KIgA-Gründer Aycan Demirel bedankte sich für die Glückwünsche. »Wir sind keine Helden«, sagte Demirel. »Dass wir mit unserer Arbeit da stehen, wo wir jetzt sind, ist ein Erfolg gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen Judenhass.« Demirel hatte die KIgA 2003 unter dem Eindruck antisemitischer Vorfälle in der Türkei und in Deutschland ins Leben gerufen. Seither widmet sich die Initiative der pädagogischen Arbeit mit muslimisch sozialisierten Jugendlichen.

Die pädagogischen Konzepte der Initiative wie das Peer-to-Peer-Projekt, bei dem junge Muslime an Schulen ihre Altersgenossen über antisemitische Stereotype aufklären und für Toleranz werben, oder ein spezielles Fortbildungsprogramm für Lehrer und Streetworker, werden bundesweit angeboten. Finanziell unterstützt wird die Initiative unter anderem vom Berliner Senat und von dem Bundesprogramm »Demokratie leben«.

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