Frankfurt/M.

Von Hessen lernen

Handschlag: Der Vertrag ist unterzeichnet. Foto: Rafael Herlich

Mit Hilfe aus Hessen soll die Ausbildung israelischer Kfz-Mechaniker verbessert werden. Das haben der Dachverband der Kfz-Werkstätten Israeli Garage Association (IGA) sowie die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Frankfurt und Main-Taunus-Kreis in Frankfurt beschlossen.

Beide Verbände unterzeichneten dieser Tage ein Abkommen über den »Transfer beruflicher Weiterbildung im Kfz-Handwerk nach Israel sowohl in organisatorischer wie inhaltlicher Form«. Die Kfz-Innung in Israel will die Art, den Umfang und die Inhalte der deutschen Kfz-Mechaniker-Ausbildung künftig größtenteils kopieren und ihre Azubis nach deutschem Standard schulen.

Praxis Einer der Initiatoren dieses Abkommens ist die Kinder- und Jugend-Aliyah mit Sitz in Frankfurt. Pava Raibstein, Vorsitzende der Organisation zur Betreuung, Erziehung und Berufsausbildung jüdischer Kinder in Israel, ist stolz: »Bei der Kfz-Ausbildung in dem von der Kinder- und Jugend-Aliyah unterhaltenen israelischen Jugenddorf Neurim haben wir gemerkt, dass der Praxisanteil zu gering ist.«

Deshalb hatten die Verantwortlichen Kontakt ins »Autoland Deutschland« aufgenommen. Genauer gesagt: mit der Landesfachschule Hessen. Seit drei Jahren kommen nun Schüler aus dem Jugenddorf, in dem sie schulbegleitend eine Ausbildung im Kfz-Bereich machen, für mehrere Wochen zur Landesfachschule Hessen. Gesponsert wird dies von der Volkswagen-Stiftung.

Spitzenplatz Die Absolventen von Neurim erhalten laut Raibstein »ein Zertifikat, das sich an den deutschen Meisterbrief anlehnt und derzeit in Israel die am besten ausgebildetsten Mechatroniker ausweist«. Die Kfz-Innung in Israel habe nunmehr entschieden, dass »die Ausbildung vorbildlich ist und deshalb übernommen werden soll«.

Auch die Kinder- und Jugend-Aliyah wird von dem Abkommen profitieren. »Als Initiatoren werden die neuen Kfz-Profis auch in unserem Jugenddorf unterrichten«, freut sich Raibstein. Dass aus den Plänen Fakten werden, bezweifelt sie nicht: »Das ist eine Zusammenarbeit, die von unten her wächst. Und nicht nur eine politische Willensbekundung.« Zeichen dafür sei gewesen, dass »bei der Unterzeichnung des Abkommens auch die Initiatoren teilgenommen haben«.

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026

Erinnerung

Kunst mit Haltung

Das musikalisch-szenische Projekt »Und dennoch morgen« der Europäischen Janusz Korczak Akademie feierte im Gasteig Premiere

von Ellen Presser  28.06.2026