Nachruf

»Visionärer Leiter seiner Gemeinde«

Heinrich Olmer Foto: Marion Krüger-Hundrup

Plötzlich und unerwartet ist Heinrich Olmer im Alter von 63 Jahren am Mittwoch dieser Woche gestorben. Er war Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg, zudem Vizepräsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland.

Die Bamberger Rabbinerin Antje Yael Deusel würdigt Heinrich Olmer als »charismatischen und visionären Leiter seiner Gemeinde«. Er habe Bamberg »eine Synagoge und einen Rabbiner zurückgegeben« und für die rund 900 Gemeindemitglieder eine »funktionierende Infrastruktur geschaffen«. Als Vertreter des konservativ-traditionellen Judentums sei es ihm ein Anliegen gewesen, den Pluralismus in Deutschland zu unterstützen.

Stadt Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Werner Hipelius nannten den Verstorbenen einen »hervorragenden Lenker der Bamberger Israelitischen Kultusgemeinde«. Er habe sie zu einer »wichtigen religiösen Gemeinschaft gestaltet« und eine große Integrationsleistung erbracht, als viele neue Mitglieder vornehmlich aus den osteuropäischen Ländern nach Bamberg kamen. Unvergessen bleibe der Einsatz von Olmer für das »Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus«, das ein wichtiges Instrument im Kampf gegen rechtsradikale Umtriebe geworden sei.

Heinrich Olmer wird am Mittwoch, 5. September, auf dem Jüdischen Friedhof in Bamberg beigesetzt.

Eröffnung

Ausstellung in Osnabrück beleuchtet Antisemitismus

2026 jährt sich das Ende der ersten jüdischen Gemeinde in Osnabrück zum 600. Mal. Mit einer Ausstellung erinnert das Museumsquartier an diese frühe Phase jüdischer Geschichte. Auch die Wurzeln des Antisemitismus werden sichtbar

 19.03.2026

Musik

»Die Verbundenheit zwischen Juden und Iranern zeigen«

Alexey Kochetkov und Kioomars Musayyebi haben ein Konzert mit jüdischer-persischer Musik gegeben. Ein Gespräch über Santur-Klänge, Politik und eine besondere Freundschaft

von Katrin Richter  19.03.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Angriffe

Schmierereien und Drohungen: Antisemitismus an NS-Gedenkstätten nimmt zu

Lehrer hätten bereits Führungen abgesagt, aus Angst, dass Schüler das Programm boykottieren

von Leticia Witte  18.03.2026

Ehrung

Ein pflichtbewusster Optimist

Fritz Neuland war einer der Wiederbegründer und später Präsident der Münchner Kultusgemeinde. Nun ist eine Straße nach ihm benannt

von Esther Martel  16.03.2026

Auftakt

Schutzversprechen für die jüdische Gemeinschaft

Im Alten Rathaus am Marienplatz begann die Münchner »Woche der Brüderlichkeit« 2026

 16.03.2026

Dresden

Stimme der Aufklärung

Die 90-jährige Schoa-Überlebende Renate Aris erhält für ihr Engagement als Zeitzeugin das Bundesverdienstkreuz

 15.03.2026

Berlin

Signale am Gleis 17

Aktivisten möchten aus dem ehemaligen Bahnwärterhaus eine Info-Werkstatt zur Schoa machen

von Christine Schmitt  15.03.2026

Porträt

Im Einsatz für andere

Jutta Josepovici arbeitete für die ZWST und die Frankfurter Jüdische Gemeinde

von Eugen El  15.03.2026