Brandenburg

Vertrag für neue Synagoge unterzeichnet

ZWST-Präsident Abraham Lehrer und Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle unterzeichnen in Anwesenheit von Zentralratspräsident Josef Schuster die Vereinbarung zum Bau des Synagogen- und Gemeindezentrums Potsdam. Foto: Andreas Klaer

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) und der Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), Abraham Lehrer, haben am Montag eine Vereinbarung zum Bau der Potsdamer Synagoge unterzeichnet. Bis 2024 soll in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Landtags ein rund 13,7 Millionen Euro teures Synagogen- und Gemeindezentrum errichtet werden.

»Der Neubau ist ein Zeichen dafür, dass Jüdinnen und Juden in unsere Mitte und unsere Gesellschaft gehören«, sagte Schüle in Potsdam. Die Vereinbarung regelt, dass das Land das Gebäude entsprechend des Entwurfs des Berliner Architekten Jost Haberland errichtet, und die nötige Sicherheitstechnik beschafft.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die ZWST soll als zentraler Ansprechpartner auf jüdischer Seite dienen, und das Gebäude in den ersten drei Jahren nach Fertigstellung betreiben. Danach soll der Landesverband der jüdischen Gemeinden das Gebäude übernehmen. Für den Betrieb des Synagogen- und Gemeindezentrums erhält die ZWST jährlich 650.000 Euro Zuschüsse vom Land.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, erklärte, Potsdam sei bisher die einzige Landeshauptstadt ohne Synagoge gewesen. Nach der liberal ausgerichteten Hochschulsynagoge des Abraham-Geiger-Kollegs, die im Frühling eingeweiht worden war, werde nun eine Synagoge entstehen, die sich »dem traditionellem Judentum verpflichtet« fühle. »Potsdam wird dann zum Vorreiter mit einer liberalen und einer traditionellen Synagoge in der Stadt«, so Schuster.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Es sei wichtig, »dass das Land Brandenburg in Zeiten eines steigenden Antisemitismus‘ deutlich Position bezieht«, erklärte Lehrer. »Dieses Haus ist längst überfällig.« Künftig solle es dort neben Gottesdiensten auch etwa Angebote zur Gesundheits- und Rechtsberatung geben. »Es wird eine Synagoge für alle jüdischen Menschen in der Stadt Potsdam.«

In der Landeshauptstadt, die rund 100.000 Einwohner zählt, gibt es mindestens fünf kleine jüdische Gemeinden. »Es wäre an der Zeit, Meinungsverschiedenheiten bei Seite zu lassen und sich im Interesse der jüdischen Menschen zusammenzuschließen«, forderte Schuster.

»Wenn man sich die Anzahl der Mitglieder anschaut, muss man sich schon ernsthaft fragen, welche Realität sich hier für ein aktives Gemeindeleben bilden kann - die Kräfte sollten gebündelt werden.« Der Bau der Synagoge war innerhalb der jüdischen Gemeinden jahrelang umstritten gewesen. kna

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unserer nächsten Print-Ausgabe am Donnerstag.

Erinnerung

Verantwortung lebt weiter

In Dachau fand kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag erstmals ein »March of the Living« statt

von Esther Martel  09.02.2026

Lerntool

Timothée Chalamet, Batmizwa und eine Davidstern-Kette

»Sich be-kennen«: Der Zentralrat der Juden bietet einen interaktiven Onlinekurs über die Vielfalt des Judentums für Schulen und interessierte Gruppen an

von Helmut Kuhn  09.02.2026

Berlin-Neukölln

Kritik am Kandidaten

Ahmed Abed sorgte jüngst für einen Eklat, als er einen israelischen Gast als »Völkermörder« beschimpfte. Doch bei der Linkspartei steht der Politiker mit palästinensischen Wurzeln hoch im Kurs

von Imanuel Marcus  09.02.2026

Restitution

Uni Frankfurt übergibt erstmals NS-Raubgut an Jüdische Gemeinde

Seit gut fünf Jahren durchforstet die Universitätsbibliothek in Frankfurt ihre Bestände systematisch nach Raubgut aus der NS-Zeit. Das Projekt trägt nun Früchte - und ist noch lange nicht abgeschlossen

 09.02.2026

Berlin

Lesen, Lernen, Spaß

Der Saftblatt-Baum stand im Mittelpunkt der Erzählstunde des Projekts PJ Library

von Naomi Gronenberg  08.02.2026

Wettbewerb

»Kein Reichtum ist größer«

Aus 13 Ländern kamen Jugendliche zum europäischen Finale des Bibelquiz Chidon Hatanach in München

von Esther Martel  08.02.2026

Porträt der Woche

Der Geheimnisträger

Leonid Komissarenko war Rüstungstechniker – und emigrierte, um seine Frau zu retten

von Anja Bochtler  08.02.2026

Engagement

Grenzenlose Solidarität

Spenden und Gespräche: Die jüdische Community ist schockiert über die dramatische Lage in der Ukraine und hilft – jeder so, wie er kann

von Christine Schmitt  05.02.2026

Gesellschaft

Einfach machen!

Seit dem Jahr 2000 zeichnet die amerikanische Obermayer Foundation ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. So wie am vergangenen Sonntag im Jüdischen Museum in Berlin

von Katrin Richter  05.02.2026