Berlin

Trauer um Traudl Rosenthal

Traudl Rosenthal starb am vergangenen Freitag im Alter von 88 Jahren. Foto: dpa

Traudl Rosenthal, die Witwe des verstorbenen Showmasters Hans Rosenthal, ist am 25. März im Alter von 88 Jahren verstorben. »Wir nehmen Abschied von einem sehr lieben und geliebten Menschen«, heißt es in der Todesanzeige ihrer beiden Kinder Birgit Hofmann und Gert Rosenthal im Tagesspiegel.

20 Jahre war Traudl Schallon alt, als sie Hans Rosenthal zum ersten Mal begegnete. Das war beim Berliner Rundfunk, wo sie zu dieser Zeit als technische Zeichnerin arbeitete.

Hans Rosenthal beschrieb die Begegnung in seiner Autobiografie Zwei Leben so: »In der Kantine war mir ein hübsches blondes Mädchen aufgefallen. Es war eine Augenweide für mich.« Doch es dauerte noch ein bisschen, bis sie sich für ihn interessierte. Damals sei er noch »Mädchen für alles« gewesen, erst später startete er seine Karriere beim RIAS.

hochzeit 1947 haben die beiden geheiratet, zuvor hatte Hans Rosenthal um ihre Hand angehalten. Für die Hochzeit haben sie Lebensmittelkarten gespart, für die Beschaffung der Eheringe fuhr er von Berlin nach München, da eine Tante sie ihm schenken wollte. Beim Kostümverleih lieh er sich einen Smoking, und Traudl wünschte sich ein weißes Kleid mit einem Brautschleier.

Nach der Hochzeit bat er sie, ihre Arbeit zu kündigen, was sie auch tat. Wenn er nachts Produktion hatte, dann kam sie mit, »saß still im Studio und strickte Pullover«. Es folgten die Geburten ihrer beiden Kinder Birgit und Gert. Hans Rosenthal schrieb weiter in seiner Biografie, dass vor seiner Arbeit immer die Familie gestanden hätte.

verlust In einem späteren Interview sagte Traudl Rosenthal, dass »er den größten und wichtigsten Teil meines Lebens begleitet hat. Und es war unglaublich schön«.

Es habe lange gedauert, bis sie ihre Trauer über den Verlust des Ehemannes halbwegs überwinden konnte. Ihren Ehering habe sie bis zuletzt getragen. Auch setzte sie sich bis zuletzt für die Hans-Rosenthal-Stiftung ein, die Menschen hilft, die unverschuldet in Not geraten sind.

Die Beisetzung findet am Donnerstag, den 31. März, um 13 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof am Scholzplatz statt.

Genuss

Küche der Kindheit

Die Foodbloggerin Lena Bakman kocht die bucharischen Gerichte ihrer Großmutter

von Alicia Rust  24.04.2026

Porträt der Woche

Der Landeshausmeister

Alexander Reznitchi ist Afghanistan-Veteran, war Sportlehrer und wurde Techniker

von Brigitte Jähnigen  24.04.2026

Kino

Boxen auf Leben und Tod

Im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage zeigte die Kultusgemeinde die Geschichte des Hertzko (Harry) Haft

von Helen Richter  24.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Musik

Jiddisch und Tango

Ein grandioser Abend mit der Allround-Künstlerin Lea Kalisch

von Nora Niemann  23.04.2026

Berlin

Kontrollzentrum für mehr Sicherheit jüdischer Einrichtungen geplant

Eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung: Der Zentralrat der Juden hat Pläne, um die Sicherheit jüdischer Einrichtungen zu verstärken. Wie es Sicherheitskräften von Synagogen und Co. eigentlich geht, zeigt eine Umfrage

von Leticia Witte  23.04.2026

Leipzig

Schoa-Überlebender Andrei Moiseenko reist für seinen 100. Geburtstag durch Sachsen

Andrei Iwanowitsch Moiseenko wurde im Alter von 15 Jahren als Zwangsarbeiter nach Leipzig deportiert

 23.04.2026

Jewrovision

Feuerwerk von Talenten

Leipzig feiert ein Comeback, andere Jugendzentren wie Bremen, Hamburg oder Westfalen schließen sich für Auftritte zusammen. Der Countdown zum größten Event für jüdische Jugendliche läuft

von Christine Schmitt  22.04.2026

Programm

Chassidischer Workshop, uralter Blockbuster und eine vergessene Heldin: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 23. April bis zum 30. April

 22.04.2026