»Synagoge Eisenberg«

Thüringen bekommt eine vierte Synagoge

Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Berliner Rabbiners Yitshak Ehrenberg. Foto: dpa

»Synagoge Eisenberg«

Thüringen bekommt eine vierte Synagoge

Der Festakt ist für den 22. Mai geplant

 05.05.2022 16:29 Uhr

In Thüringen wird am 22. Mai mit einem Festakt eine neue Synagoge eingeweiht. Die Weihe der »Synagoge Eisenberg« erfolge durch den Berliner Rabbiner Yitshak Ehrenberg, kündigte die Leitung der Waldkliniken Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) am Donnerstag an.

Der neue jüdische Gebetsraum befindet sich in dem Akademischen Lehrkrankenhaus der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Vorgesehen sei ein Raum, in dem Frauen und Männer durch einen Vorhang getrennt, die Gottesdienste verfolgen können.

Patienten Als Fachklinikum für Orthopädie würden die Waldkliniken Eisenberg Patienten aus dem In- und Ausland versorgen, darunter auch Patienten jüdischen Glaubens, hieß es. Diese könnten ihre religiösen Pflichten künftig auch während eines Krankenhausaufenthaltes in Eisenberg erfüllen. Neben dem Gebetsraum würde die Klinik den jüdischen Patientinnen und Patienten auch eine »koschere Unterbringung« anbieten - also koscheres Essen und eine auf die jüdischen Religionspflichten ausgelegte Ausstattung.

Laut dem Thüringer Landesrabbiner Alexander Nachama ist die Eisenberger Synagoge auch für Jüdinnen und Juden aus der Region gedacht. Die Frage sei allerdings, inwieweit es dort überhaupt Gottesdienste geben könne, sagte Nachama. Nach den jüdischen Regularien müssten für einen Gottesdienst mindestens zehn jüdische Männer anwesend sein.

In Thüringen existieren derzeit drei aktive Synagogen in Erfurt, Jena und Nordhausen. Zwei weitere Synagogenbauten ohne Gemeinde gibt es derzeit in Mühlhausen im Unstrut-Hainich-Kreis sowie Berkach im Kreis Schmalkalden-Meiningen. Die »Synagoge Eisenberg« wäre die vierte aktive im Freistaat. epd

Ehrung

Ein pflichtbewusster Optimist

Fritz Neuland war einer der Wiederbegründer und später Präsident der Münchner Kultusgemeinde. Nun ist eine Straße nach ihm benannt

von Esther Martel  16.03.2026

Auftakt

Schutzversprechen für die jüdische Gemeinschaft

Im Alten Rathaus am Marienplatz begann die Münchner »Woche der Brüderlichkeit« 2026

 16.03.2026

Dresden

Stimme der Aufklärung

Die 90-jährige Schoa-Überlebende Renate Aris erhält für ihr Engagement als Zeitzeugin das Bundesverdienstkreuz

 15.03.2026

Berlin

Signale am Gleis 17

Aktivisten möchten aus dem ehemaligen Bahnwärterhaus eine Info-Werkstatt zur Schoa machen

von Christine Schmitt  15.03.2026

Porträt

Im Einsatz für andere

Jutta Josepovici arbeitete für die ZWST und die Frankfurter Jüdische Gemeinde

von Eugen El  15.03.2026

Leipzig

In sichere Hände

Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt

von Thyra Veyder-Malberg  14.03.2026

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026