Berlin

»Tel Aviv ist die kleine Schwester von Berlin«

Aviv Netter Foto: Stephan Pramme

Herr Netter, Israel feiert 65. Geburtstag. Was wünschen Sie dem Land?
An erster Stelle Frieden und dass wir ein normales Leben führen können, wie andere Bürger auf der Welt auch. Außerdem sollten wir in den israelischen Nachrichten auch über Themen wie Umwelt und soziale Belange sprechen.

Sie leben seit sieben Jahren in Berlin. Wie blicken Sie auf Israel aus der Entfernung?
Ich mache mir viele Gedanken – auch darüber, wieder zurückzugehen. Aber meine Arbeit ist hier.

Seit sechs Jahren veranstalten Sie die Meschugge-Partys, die mittlerweile ein fester Bestandteil im Berliner Partyleben sind. Welche Erwartungen hatten Sie damals?
Es gab 2007 fast keine israelische Community. Und in einer kleinen Bar fand eben jeden Donnerstag diese Party statt. Keiner hätte damals je daran gedacht, dass daraus das werden würde, was es heute ist. Ich hatte keine Erwartungen. Ich habe die Flyer schwarz-weiß kopiert, habe sie mit einer Schere auseinandergeschnitten, und am Eingang haben wir zwei Euro Eintritt genommen. Die Party war ein Riesenerfolg, der quasi aus dem Nichts kam. Die große jüdische Gemeinschaft, die es heute gibt, ist toll, und es fühlt sich eigentlich ganz gut an, Pionier zu sein.

Berlin und Tel Aviv sind sehr eng miteinander verbunden. Sollte es eine Berlin-Party am Mittelmeer geben?
Eigentlich gibt es sie schon in kleiner Form. Denn die Musik, die hier in Berlin gemacht wird, wird auf Partys in Tel Aviv gespielt. Tel Aviv ist die kleine Schwester von Berlin, und beide Städte ähneln sich sehr. Aber mein Traum ist es, in Tel Aviv einmal eine Berlin Meschugge Party zu machen. Und wir würden dort nur deutsche Musik spielen.

Welche denn?
Trash Musik, Modern Talking und so etwas.

Oh, das ist allerdings eine gewagte Wahl.
Nein, Modern Talking ist sehr angesagt auf unseren Partys. Keiner würde jemals zugeben, sie zu hören, aber alle mögen sie.

Das Gespräch führte Katrin Richter.

Aviv Netter lebt seit 2006 in Berlin. Der gebürtige Israeli veranstaltet regelmäßig Meschugge-Partys. Weitere Information dazu gibt es auf der Facebook-Seite: www.facebook.com/meschugge

Online-Seder

Zartbitter statt Maror

Die Jüdische Jugend Baden kam per Videokonferenz zu einem Schoko-Pessach-Vorgeschmack zusammen

von Christine Schmitt  03.04.2020

Zu Hause bleiben

Putz-Challenge, Netta-Tanz, Home-Cup

Was planen jüdische Einrichtungen? Eine Auswahl von Beten bis Work-out

von Eugen El  03.04.2020

Frankfurt

Tablets für Senioren

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden ruft zu Sachspenden auf

 02.04.2020

München

Glückwunsch, Gemeindewahl, Gymnasium

Meldungen aus der IKG

 02.04.2020

Betreuung

Holocaust-Überlebende nicht erneut traumatisieren

Erfurter Soziologin: »Zuallererst ist es wichtig, zuzuhören«

 02.04.2020

Pessach

Mit Mundschutz zum Einkauf

Der koschere Einzel- und Großhandel in Berlin läuft im Corona-Modus

von Jérôme Lombard  02.04.2020

Frankfurt

Gute-Nacht-Gruß per Telefon

Wie das Budge-Heim in der Corona-Krise seine Senioren betreut

von Eugen El  02.04.2020

Bremen

Verantwortung kann man nicht delegieren

Die Gemeinde sieht keine Notwendigkeit für einen Antisemitismusbeauftragten

von Jérôme Lombard  02.04.2020

Tagung

Vier Tage Lernen und Diskussion

Im Jüdischen Gemeindezentrum fand ein internationales Rebbetzin-Treffen statt – vor der Corona-Krise

von Ellen Presser  02.04.2020