Trier

Tagung zum »Rosenburg-Projekt«

Zentralratsgeschäftsführer Daniel Botmann Foto: Gregor Zielke

Bei einer dreitägigen Tagung des Bundesjustizministeriums in der Deutschen Richterakademie in Trier informieren sich seit Mittwoch Richter und Staatsanwälte aus ganz Deutschland über das sogenannte »Rosenburg-Projekt«. Das Projekt befasst sich mit der NS-Belastung des Bundesministeriums in den 50er- und 60er-Jahren.

Nach fünfjähriger Forschungsarbeit hat eine unabhängige Kommission unter Leitung des Historikers Manfred Görtemaker und des Strafrechtlers Christoph Safferling die Verstrickung des damaligen Führungspersonals und dessen Auswirkungen auf die inhaltliche Arbeit des Ministeriums aufgezeigt. Im Oktober vergangenen Jahres wurde die Arbeit in Buchform (Die Akte Rosenburg) veröffentlicht.

Die beiden Wissenschaftler erläutern bei der Tagung die Ergebnisse ihrer Forschung. Zudem gehen die Teilnehmer in Vorträgen und Diskussionen der Frage nach, welche Folgerungen aus dem Forschungsbericht zu ziehen sind, insbesondere im Hinblick auf die Stärkung eines Ethos der Juristen auch im Rahmen der Juristenausbildung.

Experten Bei der Tagung forderte der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann, dass die Ergebnisse der Expertenkommission auch ein junges Publikum erreichen, in Schulen, im Bereich der beruflichen Ausbildung und an den Universitäten.

»Vor allem ist es aber unbedingt notwendig, dass die Ergebnisse dieses Projekts künftig für alle verpflichtender Teil der Ausbildung von künftigen Juristinnen und Juristen in Deutschland werden«, sagte er. »Studierende der Rechtswissenschaften und Rechtsreferendare sollten eine Ausbildung absolvieren, die sie in die Verantwortung nimmt, Gesetze nicht nur blind auszuführen und das eigene Gewissen dabei eben nicht außen vor zu lassen.«

Botmann betonte, dass der Zentralrat der Juden das Vorhaben von Anfang unterstützt hat, denn es gehe über bislang vorgelegte Arbeiten zur Justiz im Nationalsozialismus hinaus und widme sich der Frage, wie die Justiz und die gesamte Gesellschaft mit ihrem »braunen Erbe« umgegangen ist.

Der Zentralratsgeschäftsführer sprach dabei von einer »unerträglichen Nachsichtigkeit der Justiz mit den Tätern«. Die sogenannte kalte Amnestie für unzählige Nazitäter, deren Verbrechen nie aufgeklärt wurden, bleibe einer der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Es verdiene nun Anerkennung und Respekt, dass das Bundesjustizministerium eine offene, transparente und öffentliche Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit wage. ja

Mode

Sieben Jahre Prada

Diane Bouccara erlebte als Managerin die Welt der Haute Couture bis zur Selbstaufgabe – ehe sie durch ihre Teschuwa zum orthodoxen Judentum fand

von Alicia Rust  22.10.2026

Fotografie

Nordisch by Nature

Der Fotograf Kay Michalak hat für sein neues Buch Jüdinnen und Juden aus norddeutschen Gemeinden porträtiert. Es sind Momente der Begegnung, die die Vielstimmigkeit des jüdischen Lebens zeigen

 21.10.2026

Frankfurt

Auf dem Schuk

Der neue Laden will mehr sein als ein koscherer Supermarkt: ein Ort zum Einkaufen, Plaudern und Ankommen – für die jüdische Gemeinde und das ganze Viertel

von Mascha Malburg  21.10.2026

Programm

BALAGAN, KUKURÍKU und Jazzy Diaspora: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Oktober bis zum 28. Oktober

 21.10.2026

Engagement

Einsatz für jüdisches Leben und Verständigung: Grigory Rabinovich mit Verdienstorden der Bundesrepublik geehrt

 21.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 21.10.2026 Aktualisiert

Speyer

Nach Drohbrief: Kirchen solidarisch mit Jüdischer Gemeinde

Die beiden großen christlichen Kirchen haben Drohungen gegen die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer verurteilt. Die Bedrohung jüdischen Lebens sei nicht hinnehmbar

 20.10.2026

Kulinarik

Koscher kochen auf höchstem Niveau

Tom Franz kreierte ein Drei-Gänge-Menü zum 20-jährigen Jubiläum der Ohel-Jakob-Synagoge

von Vivian Rosen  19.10.2026

Synagoge im sächsischen Görlitz

Görlitz

Erinnerung an das Novemberpogrom im Nationalsozialismus

Nazis und ihre Helfer zerstörten und plünderten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen. Juden wurden verfolgt, misshandelt und getötet

 19.10.2026