Potsdam

Studienplätze zu vergeben

Das Studium spannt einen Bogen von der Hebräischen Bibel über die theologischen Werke des Mittelalters zu den Denkern und Diskursen der Moderne. Foto: Thinkstock

Kurz nach Beginn des jüdischen Jahres 5774 endet die Bewerbungsfrist für das Studium der jüdischen Theologie bei der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam. Bis zum 15. September können sich Interessenten noch für das zulassungsfreie Studium bewerben.

Mit der Einrichtung der Schule werde die jüdische Theologie nach fast 200 Jahren als Universitätsfach in Deutschland etabliert und bewege sich damit künftig auf Augenhöhe mit den christlichen Theologien und den neuen islamischen Zentren, betonte der Rektor des kooperierenden Abraham Geiger Kollegs, Walter Homolka, als der Brandenburger Landtag im März dieses Jahres der Schule grünes Licht erteilte. Politik wie Gesellschaft reagierten positiv auf die Einrichtung.

europaweit Im Januar war das Hochschulgesetz entsprechend geändert worden. Die jüdische Theologie startet nunmehr mit fünf Professuren mit dem Wintersemester im Oktober. Es nimmt europaweit Studierende unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit auf und wird mit einem Bachelor of Arts (BA) abgeschlossen. Eine Aufstockung um Master of Arts (MA) ist für 2014 geplant.

Das Studium spannt einen Bogen von der Hebräischen Bibel über die theologischen Werke des Mittelalters zu den Denkern und Diskursen der Moderne. Die Studierenden sollen hierdurch theologische und ethische Fragen im Kontext aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Diskurse verstehen, analysieren und bearbeiten lernen.

Das Studium ist zum einen als Ergänzung zum Rabbinats- und Kantorenstudium geeignet. Die Universität arbeitet hierbei eng mit dem liberalen Abraham Geiger Kolleg sowie mit der konservativen Masorti-Einrichtung Zacharias Frankel College in Potsdam sowie weiteren Kooperationspartnern wie der Humboldt-Universität Berlin zusammen.

Gemeindearbeit Daneben ermöglicht es auch die Ausbildung für die verschiedensten Arbeitsfelder in den jüdischen Gemeinden oder in sozialen Bereichen der jüdischen Gemeinschaft. Entsprechend praxisnah ist das Studium aufgebaut. Wer 120 sogenannter Leistungspunkte in Grund-, Aufbau- und Pflichtmodulen erworben hat, wird zum Bachelor-Abschluss zugelassen.

Diese Module umfassen akademische Grundkenntnisse, Geschichte der jüdischen Religion und Philosophie sowie die Hebräische Bibel und Exegese, Rabbinische Literatur, Halacha und Liturgie, aber auch Gemeindearbeit. Darüber hinaus erlernen die Studierenden die wichtigsten Quellensprachen Hebräisch und Aramäisch. Außerdem steht die Geschichte der Beziehungen des Judentums zu anderen Religionen, insbesondere zum Christentum und zum Islam, auf dem Studienplan.

regelstudienzeit Dieses »Ein-Fach-Studium« ist auf eine Regelstudienzeit von sechs Semestern angelegt, sei aber auch als Teilzeitstudium zu bewältigen, betont die Universität. Praktika ermöglichen frühzeitig Einblicke in die aktive Arbeit in den Gemeinden.

Feierlich eröffnet wird die School of Jewish Theology mit einem Festakt am 19. November um 18 Uhr im Auditorium Maximum der Universität Potsdam im Neuen Palais.

Informationen: http://www.uni-potsdam.de/juedtheologie/studium.html

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Porträt der Woche

Die Erinnerung muss bleiben

Thomas Gabelin wurde in Theresienstadt geboren. Heute ist er aktiver Zeitzeuge

von Christine Schmitt  25.10.2026

Jubiläum

Brücke nach Israel

TAMAD feiert 25 Jahre Freundschaft und kulturellen Dialog mit dem jüdischen Staat

von Luis Gruhler  25.10.2026

Brustkrebs

»Vorsorge ist entscheidend«

Hannah Arbitmann über Mammakarzinome, Gentests und die Menopause

von Katrin Richter  23.10.2026

Würdigung

Bayerischer Walk of Fame

Zwei Lebensgeschichten, ein gemeinsames Zeichen: Charlotte Knobloch und Herzog Franz von Bayern werden für ihr Engagement geehrt

von Luis Gruhler  23.10.2026

München

Auf eine Maß mit Lion Feuchtwanger

Ein neu gegründeter Stammtisch erinnert an ein Stück vergessener jüdisch-bayrischer Tradition. Ein Ortstermin

von Leon Stork  22.10.2026

Mode

Sieben Jahre Prada

Diane Bouccara erlebte als Managerin die Welt der Haute Couture bis zur Selbstaufgabe – ehe sie durch ihre Teschuwa zum orthodoxen Judentum fand

von Alicia Rust  22.10.2026

Fotografie

Nordisch by Nature

Der Fotograf Kay Michalak hat für sein neues Buch Jüdinnen und Juden aus norddeutschen Gemeinden porträtiert. Es sind Momente der Begegnung, die die Vielstimmigkeit des jüdischen Lebens zeigen

 21.10.2026

Frankfurt

Auf dem Schuk

Der neue Laden will mehr sein als ein koscherer Supermarkt: ein Ort zum Einkaufen, Plaudern und Ankommen – für die jüdische Gemeinde und das ganze Viertel

von Mascha Malburg  21.10.2026