Berlin

Senat beruft Ansprechpartner

Neuer Ansprechpartner: Lorenz Korgel Foto: Senatsverwaltung für Justiz

Der Politikwissenschaftler Lorenz Korgel (47) wird Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) ernannte den Referatsleiter für Demokratieförderung und Prävention in der Justizverwaltung zur Ansprechperson beim Thema Antisemitismus. Die Ernennung gehört zum Landeskonzept im Kampf gegen Antisemitismus.

Korgel solle die Aktivitäten auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene koordinieren, teilte die Justizverwaltung am Mittwoch mit. Er übernimmt dieses Amt im Übergang. Im nächsten Jahr soll das endgültige Profil des Amtes festgelegt und die Stelle neu besetzt werden. Als Ansprechpartner werde Korgel vor allem mit jüdischen Organisationen und Trägern der Antisemitismusprävention zusammenarbeiten. Einzelnen Bürgern würden entsprechende Beratungsangebote vermittelt.

PERSPEKTIVE Er wolle die Perspektive der Jüdinnen und Juden in den Mittelpunkt rücken und deswegen als Erstes mit der jüdischen Gemeinschaft das Gespräch suchen, erklärte Korgel. Die CDU-Fraktion kritisierte die Personalie: »Die provisorische Besetzung des Antisemitismusbeauftragten ist ein Armutszeugnis«, erklärte ihre integra­tionspolitische Sprecherin Cornelia Seibeld. Justizsenator Behrendt fehle es offensichtlich an der nötigen Sensibilität.

Die CDU kritisiert, dem Justizsenator fehle es an der nötigen Sensibilität

Korgel wurde zunächst 2008 für den damaligen Beauftragten für Integration und Migration tätig. 2013 wechselte er in die Landesstelle für Gleichbehandlung und gegen Diskriminierung (LADS).

LEHRER Der rot-rot-grüne Senat hatte im März das Konzept gegen Antisemitismus beschlossen. Es sieht unter anderem eine größere Rolle des Themas in der Aus- und Fortbildung von Lehrern, Polizisten und Staatsanwälten vor. Beratungsangebote vor allem in der Jugendarbeit sollen ausgeweitet werden.

Wenige Tage nach seiner Berufung äußerte sich Lorenz Korgel zu den Al-Quds-Demonstrationen auf dem Kurfürstendamm: »Antisemitische Botschaften und Hass auf Israel waren in den vergangenen Jahren immer wieder Bestandteil des Al-Quds-Marsches. Die zivilgesellschaftlichen Gegenproteste zeigen aber auch, dass Antisemitismus in Berlin nicht unwidersprochen bleibt.« Korgel nahm selbst an der Gegendemonstration am Samstag teil.  ja/dpa

Bremerhaven

Synagoge im Visier: Jahrelange Haft und Psychiatrie für Anschlagspläne

Ein perfider Plan, gefährliche Stoffe und eine Sprengstoffweste: Wie Ermittler zufällig auf brisante Chats stießen - und welche Konsequenzen die Vorbereitung eines Anschlags für die Angeklagten hat

 08.06.2026

Buchvorstellung

Gefährliche Ideologien

Der Journalist und Autor Nicholas Potter sprach im Gemeindezentrum über Antisemitismus in der Linken und die Bedrohung der Demokratie

von Luis Gruhler  08.06.2026

Interessenvertretung

Jüdische Lehrkräfte gründen eigenen Verband

Jüdische Perspektiven im Bildungswesen sichtbarer machen: Ein neuer Bundesverband vernetzt Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie im Umgang mit Antisemitismus

von Christoph Schmidt  08.06.2026

Kommentar

Der Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Porträt der Woche

Ein Erfolgsrezept

Esther Tscherniak leitet zwei Apotheken, ist Influencerin – und entschleunigt bewusst

von Lorenz Hartwig  07.06.2026

Maccabiah 2026

Deutsche Delegation steht fest

Das größte jüdische Sportevent findet vom 1. bis zum 14. Juli statt

 05.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Bildung

Zwei Orte, ein Anliegen

Yad Vashem wird eine Dependance in München und eine Außenstelle in Leipzig eröffnen. Die Freude über diesen wichtigen Beitrag zur Erinnerungs- und Gedenkkultur ist groß

von Katrin Richter  04.06.2026

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026