Magdeburg

Sachsen-Anhalt feiert 1700 Jahre jüdisches Leben

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Foto: dpa

Sachsen-Anhalt beteiligt sich mit zahlreichen Projekten an dem am Sonntag offiziell beginnenden Festjahr zu »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«. Dazu zählten etwa die Vernetzung der verschiedenen jüdischen Kulturtage im Land, die Organisation des weltweit größten Laubhüttenfestes »Sukkot XXL« oder die 225-Jahr-Feier der Synagoge Gröbzig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, teilte die Staatskanzlei am Freitag in Magdeburg mit.

Festjahr An den Vorhaben im Festjahr beteiligten sich verschiedene Vereine, Verbände, Gemeinden, zivilgesellschaftliche Initiativen und öffentliche Einrichtungen. Sie machten jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt in seinen vielfältigen Ausprägungen sichtbarer, erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). In Vorbereitung seien etwa wissenschaftliche Tagungen, Theaterstücke, Konzerte, Ausstellungen und Bildungsprojekten. »Ich hoffe, dass es im Jahresverlauf noch viel mehr werden«, sagte der Ministerpräsident.

Das Festjahr bezieht sich auf ein Edikt des Kaisers Konstantin aus dem Jahre 321, das festlegte, dass Juden städtische Ämter in Köln bekleiden durften und sollten. Es gilt als ältester erhaltener Nachweis jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Das Festjahr beginnt daher auch mit einem Festakt in Köln, der pandemiebedingt auf ein TV-Ereignis beschränkt bleibt. Auch auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts sei jüdisches Leben seit mehr als 1000 Jahren nachweisbar, hieß es aus der Staatskanzlei. epd

Kulinarik

Koscher kochen auf höchstem Niveau

Tom Franz kreierte ein Drei-Gänge-Menü zum 20-jährigen Jubiläum der Ohel-Jakob-Synagoge

von Vivian Rosen  19.10.2026

Synagoge im sächsischen Görlitz

Görlitz

Erinnerung an das Novemberpogrom im Nationalsozialismus

Nazis und ihre Helfer zerstörten und plünderten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen. Juden wurden verfolgt, misshandelt und getötet

 19.10.2026

Lörrach

Tora als Zeichen der Hoffnung

Die Kultusgemeinde lässt eine historische gerettete Rolle restaurieren. Demnächst wird sie im Landtag vollendet

von Christine Schmitt  19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

Holocaust-Mahnmal

Gedenken an deportierte Jüdinnen und Juden am Gleis 17

Etwa 10.000 jüdische Menschen deportierten die Nazis vom Bahnhof Grunewald in Berlin aus in die Vernichtungslager. Beim Gedenken an die Opfer nehmen die Redner auch die Gegenwart in den Blick

 18.10.2026

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

München

Das Grauen sehen

Bei der Premiere eines Films über die Familie Bibas und das Hamas-Massaker vom 7. Oktober sprechen die Regisseurin und ein Psychologe über das Verbrechen und die Wirkung der Aufnahmen

von Michael Schleicher  18.10.2026

Lesung

»Die ganze jüdische Welt war in Trauer«

Zum Gedenken an den 7. Oktober stellte Dafna Gerstner ihr Buch vor

von Luis Gruhler  18.10.2026

Porträt der Woche

»Ich mag die Gemeinschaft«

Sonja Fira Grinman geht häufig zu jüdischen Events - bundesweit und im Ausland

von Annette Kanis  18.10.2026