München

Roth würdigt verstorbenen Direktor des Jüdischen Museums

Bernhard Purin Foto: picture alliance / SZ Photo | Robert Haas

München

Roth würdigt verstorbenen Direktor des Jüdischen Museums

Als Gründungsdirektor prägte Bernhard Purin die Einrichtung

 21.02.2024 11:50 Uhr

Der Direktor des Jüdischen Museums München, Bernhard Purin, ist tot. Er starb in der vergangenen Woche überraschend im Alter von 60 Jahren, wie die Stadt München in einem von Freunden und Kollegen verfassten Nachruf in ihrer Rathaus-Umschau vom Dienstag bekanntgab.

Der gebürtige Österreicher hatte das neben der neuen Ohel-Jakob-Synagoge stehende Haus seit der Gründung 2007 geleitet. Unter ihm sei es zu einem Ort für innovative Ausstellungsinhalte geworden, heißt es. In der bayerischen Landeshauptstadt habe Purin auch führend an der Entwicklung des 2017 eröffneten Erinnerungsorts für die Opfer des Olympia-Attenats von 1972 mitgewirkt.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth nannte Purin einen glühenden Verfechter einer offenen Gesellschaft. »Sein Engagement, seine Tatkraft und seine Unbeirrbarkeit wären angesichts rechtsextremer Angriffe auf Kunst und Kultur, zunehmendem Antisemitismus und einem schwindenden Demokratiebewusstsein heute besonders wichtig«, so die Grünen-Politikerin.

Wertegeleitet und geradlinig

»Als wertegeleiteter, geradliniger Mensch und als fachkundiger, innovativer Museumsleiter hinterlässt er eine schmerzliche Lücke in unserer Gesellschaft.«

Der aus Bregenz stammende Purin interessierte sich früh für jüdische Geschichte. Schon als Schüler habe er mit seiner Kamera das damals desolate ehemalige Jüdische Viertel der unweit gelegenen Stadt Hohenems durchstreift. Nach dem Studium der Empirischen Kulturwissenschaften und der Neuen Geschichte in Tübingen arbeitete er 1990/91 als Projektleiter am Aufbau des Jüdischen Museums Hohenems mit.

Danach war Purin bis 1995 Kurator am neu gegründeten Jüdischen Museum Wien. Im Anschluss übernahm er das Jüdische Museum Franken in Fürth, wo er mit ironischen Zugängen zur jüdischen Geschichte und Gegenwart einige produktive Kontroversen auslöste.

Experte für Judaica

Purin war weltweit als Experte für Judaica geschätzt und in ständigem Austausch mit Sammlerinnen und Sammlern. Seine Liebe zu jüdischen Ritualgegenständen sei nicht nur in großen Ausstellungen wie etwa 2018 in »Sieben Kisten mit jüdischem Material - Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute« zum Ausdruck gekommen, sondern auch in vielen kleineren Präsentationen, hieß es.

Zugleich habe er die internationale Vernetzung der Jüdischen Museen stark geprägt. Von 2001 bis 2007 sowie von 2013 bis 2018 gehörte Purin dem Vorstand der Association of European Jewish Museums (AEJM) an. kna

Frankfurt

Vielfalt an Stimmen

Erstmals wurde der Georg-Stefan-Troller-Preis vergeben für Beiträge, die jüdisches Leben sichtbar machen

von Anja Baumgart-Pietsch  12.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Darmstadt

Musik, Schabbat und Comedy

Die Jüdischen Kulturwochen der Gemeinde bieten bis Anfang Dezember ein vielfältiges Programm

von Chris Meyer  12.10.2026

München

Fairness jenseits des Spielfelds

Bernd Neuendorf, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, war zu Gast in der Kultusgemeinde

von Luis Gruhler  12.10.2026

Frankfurt am Main

Auszeichnung für Journalisten und Buchautoren

Der Georg-Stefan-Troller-Preis für die Berichterstattung über jüdisches Leben wurde erstmals verliehen. Mit Mascha Malburg und Joshua Schultheis sind auch zwei JA-Journalisten unter den Ausgezeichneten

 11.10.2026

Porträt der Woche

Verliebt in Berlin

Carolina Schomer ist Brasilianerin, kam für eine Auszeit – und fand eine zweite Heimat

von Alicia Rust  11.10.2026

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026