Projekt

Raum für egalitäres Beten

Am Eingang der Turnhalle der ehemaligen Israelitischen Töchterschule in Hamburg glänzt seit Neuestem eine silberfarbene Mesusa. Rabbiner Jona Simon, Mitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland, hat sie vergangene Woche vor dem Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst angebracht.

Das unter Denkmalschutzaspekten sanierte und um einen neuen Anbau erweiterte Gebäude dient nun als Gebets- und Versammlungsraum, als jüdisches Kulturhaus im Hamburger Karolinenviertel. Künftig finden hier der egalitäre Gottesdienst sowie kulturelle Veranstaltungen mit jüdischem Bezug unterschiedlichster Organisationen und Gruppen statt. Aber auch anderen Nutzern soll das Gebäude offenstehen.

Liberal »Dies ist ein Haus für Pluralismus und Liberalismus«, sagte freudestrahlend Sonja Guenther, Vorsitzende der Union progressiver Juden in Deutschland. Die religiöse Federführung des Kulturhauses liegt in den Händen der liberalen Juden, verwaltungstechnisch untersteht und gehört das Gebäude der Hamburger Schulbehörde.

Doch an diesem feierlichen und fröhlichen Kabbalat Schabbat mit dem ausdrucksstarken Gesang von Kantor Paul Yuval Adam und den Worten von Rabbiner Simon zu Verständigung und Kompromissen traten die formalen Angelegenheiten in den Hintergrund. Alle freuten sich, dass eine einvernehmliche Lösung für die Nutzung des Gebäudes gefunden wurde.

Der Dank galt dann auch der ehemaligen Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch (Bündnis 90/Grüne), die während ihrer Amtszeit (2008 bis 2010) das Projekt angeschoben hatte.

Gefahrt

Antisemitische Gewalt an Halloween?

In einem Schreiben rät der Zentralrat der Juden für das Wochenende zu Vorsicht und empfiehlt verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

 28.10.2026

Seele

Wenn alles zu viel ist

Erstarkende Extreme, Gedanken ans Auswandern, Rechtfertigen im Alltag – eine virtuelle Begegnung mit Jüdinnen und Juden und der Frage: Wie gehtʼs dir?

von Katrin Richter  27.10.2026

Ausstellung

Waschgefäß ohne Geschichte

Das Jüdische Historische Institut in Warschau zeigt Exponate aus dem ehemaligen Berliner Jüdischen Museum – ohne klare Verweise und mit auffälliger Distanzierung

von Ingo Loose  27.10.2026

Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens: Akademie öffnet

Es ist die erste Institution dieser Art in der Bundesrepublik. Was hat es damit auf sich?

 27.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Porträt der Woche

Die Erinnerung muss bleiben

Thomas Gabelin wurde in Theresienstadt geboren. Heute ist er aktiver Zeitzeuge

von Christine Schmitt  25.10.2026

Jubiläum

Brücke nach Israel

TAMAD feiert 25 Jahre Freundschaft und kulturellen Dialog mit dem jüdischen Staat

von Luis Gruhler  25.10.2026

Brustkrebs

»Vorsorge ist entscheidend«

Hannah Arbitmann über Mammakarzinome, Gentests und die Menopause

von Katrin Richter  23.10.2026