Projekt

Raum für egalitäres Beten

Am Eingang der Turnhalle der ehemaligen Israelitischen Töchterschule in Hamburg glänzt seit Neuestem eine silberfarbene Mesusa. Rabbiner Jona Simon, Mitglied der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland, hat sie vergangene Woche vor dem Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst angebracht.

Das unter Denkmalschutzaspekten sanierte und um einen neuen Anbau erweiterte Gebäude dient nun als Gebets- und Versammlungsraum, als jüdisches Kulturhaus im Hamburger Karolinenviertel. Künftig finden hier der egalitäre Gottesdienst sowie kulturelle Veranstaltungen mit jüdischem Bezug unterschiedlichster Organisationen und Gruppen statt. Aber auch anderen Nutzern soll das Gebäude offenstehen.

Liberal »Dies ist ein Haus für Pluralismus und Liberalismus«, sagte freudestrahlend Sonja Guenther, Vorsitzende der Union progressiver Juden in Deutschland. Die religiöse Federführung des Kulturhauses liegt in den Händen der liberalen Juden, verwaltungstechnisch untersteht und gehört das Gebäude der Hamburger Schulbehörde.

Doch an diesem feierlichen und fröhlichen Kabbalat Schabbat mit dem ausdrucksstarken Gesang von Kantor Paul Yuval Adam und den Worten von Rabbiner Simon zu Verständigung und Kompromissen traten die formalen Angelegenheiten in den Hintergrund. Alle freuten sich, dass eine einvernehmliche Lösung für die Nutzung des Gebäudes gefunden wurde.

Der Dank galt dann auch der ehemaligen Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch (Bündnis 90/Grüne), die während ihrer Amtszeit (2008 bis 2010) das Projekt angeschoben hatte.

Programm

Lesung, Führung, Erinnerung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 15. Januar bis zum 22. Januar

 14.01.2026

Berlin

»Wie es wirklich war«: Schoa-Überlebende als Hologramme  

Wie es mit dem Erinnern an die NS-Verbrechen weitergeht, wenn diejenigen, die aus erster Hand berichten können, nicht mehr da sind, wird bei einer Konferenz in Berlin erörtert

von Leticia Witte  14.01.2026

Ignatz-Bubis-Preis

»Den Menschen und dem Leben zugewandt«

Salomon Korn hat die Auszeichnung der Stadt Frankfurt am Main erhalten. Wir dokumentieren hier die Laudatio seines langjährigen Weggefährten Dieter Graumann

von Dieter Graumann  13.01.2026

ZWST

»Wir müssen wütender werden«

Ricarda Theiss, Leiterin des Fachbereichs Frauen, über die Praxis Sozialer Arbeit, Alltagserleben und patriarchalische Machtverhältnisse

von Katrin Richter  13.01.2026

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026

Bergen-Belsen

Bahn-Neubau: KZ-Gedenkstätte mahnt Abstand zu Gedenkort an

Die Bahn will voraussichtlich mit einem Neubau die Strecke zwischen Hamburg und Hannover ertüchtigen. An den Plänen gibt es auch Kritik. Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen sieht einen historischen Erinnerungsort in Gefahr

von Karen Miether  13.01.2026

Berlin

Wedl-Wilson: Kampf gegen Antisemitismus dauert lange

Ein Untersuchungsausschuss zur Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismusprojekte unter Wedl-Wilsons Vorgänger, Joe Chialo, wurde eingesetzt

 13.01.2026

Gespräch

Der Stoff, aus dem die Albträume sind

Die Schriftstellerin Zeruya Shalev und ihre Übersetzerin Anne Birkenhauer diskutierten aus aktuellem Anlass über den Roman »Schicksal«

von Helen Richter  12.01.2026