Frankfurt

Projekt mit Strahlkraft

Was vor sechs Jahren mit dem Projekt »Anders sein, gemeinsam leben« begann, hat sich inzwischen zu einem regelmäßig arbeitenden Trialog-Komitee entwickelt. Foto: Rafael Herlich

Mit ihrem Projekt »Anders sein, gemeinsam leben« hat die hessische Schulkooperation St. Angela-Schule Königstein, I.E. Lichtigfeld-Schule Frankfurt und Werner-von-Siemens-Schule Frankfurt in der Kategorie »Länderwertung Hessen« den dritten Preis beim Schulenwettbewerb »Trialog der Kulturen« gewonnen. Der Preis ist mit 4500 Euro dotiert. Ziel des Projektes ist es, die eigene Identität und ihre Grenzen zu kennen und gleichzeitig den Standpunkt des anderen zu erfahren.

Was vor etwa sechs Jahren mit einer Kooperation der drei Schulen begann, hat sich inzwischen zu einem regelmäßig arbeitenden Trialog-Komitee von Schülern der katholischen St. Angela-Schule, der jüdischen I.E. Lichtigfeld-Schule und der Werner-von-Siemens-Schule mit einem
hohen Anteil muslimischer Schüler entwickelt.

vertrauen »Gestärkt durch ein interreligiöses Kommunikationstraining mit dem Ziel der gewaltfreien Kommunikation wagten es die Schüler auch, sich über brisante Themen auszutauschen«, würdigte Alexa Brum, ehemalige Leiterin der Lichtigfeld-Schule und Mitglied der Jury des Trialog-Schulenwettbewerbs, in ihrer Laudatio das Engagement der Jugendlichen. Nur so habe das starke gegenseitige Vertrauen wachsen können, das die erstaunlich ehrlichen persönlichen und privaten Statements, etwa beim Filmdreh, ermöglichte.

Darin berichten die Schüler jeweils von ihrem Alltag, ihren Familien, Freunden und davon, was ihnen Religion bedeutet. Sie nehmen die Zuschauer mit zu morgendlichen Gebeten, Besuchen in der Moschee, zu Spielnachmittagen im jüdischen Jugendzentrum oder in die katholische Messe. »So motiviert, gelang es den Mitgliedern des Komitees als Multiplikatoren an ihren Schulen zu wirken und die trialogische Idee dort nachhaltig zu verankern«, sagte Brum.

mitstreiter Denn an allen drei Schulen konnten die Schüler des Trialog-Teams weitere Mitstreiter gewinnen. Sie spielen gemeinsam Theater, gestalten Trialog-T-Shirts mit dem Logo aus Davidstern, Halbmond und Kreuz, organisieren Stolpersteinverlegungen und Kunstprojekte, wie etwa die Trialogskulptur, beteiligen sich am internationalen Mitzvah Day, dem Tag des Ehrenamtes, und besuchen gemeinsam Großveranstaltungen an allen drei Schulen sowie öffentliche Veranstaltungen der Stadt Frankfurt.

Mittlerweile seien trialogische Lebensläufe bei allen drei Schulen unverzichtbarer Bestandteil des Lehrplans geworden. Dies verdanken die Schulen der Strahlkraft des Projekts.

»Die Preisträger haben vorgemacht, wie ein offener und wertschätzender Umgang von Menschen verschiedener Kulturen und Religionen miteinander möglich ist«, sagte Susanne Klatten, Stiftungsratsvorsitzende der Herbert-Quandt-Stiftung, bei der Preisverleihung. »Alle Schüler sind mit positiver Neugier und ohne Angst vor dem Fremden aufeinander zugegangen. Sie haben aber auch gelernt, wie wichtig es ist, Konflikte anzusprechen und konstruktiv zu bewältigen.« ja

Monacensia

Münchner Schau zum Archiv von Rachel Salamander

Dem Jüdischen wieder Präsenz geben in der Gesellschaft: Das war das Ziel, das die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander mit ihrer Buchhandlung erreichen wollte. Nun wird ihr Archiv nach und nach erschlossen

von Barbara Just  11.05.2026

Jewrovision

»Wir eröffnen die ganze Sache …«

Unsere Autorin war bei den Proben des »Juze Emet Nürnberg. Am Echad Bayern« dabei. Nur über den Auftritt darf sie noch nichts verraten

von Katrin Diehl  11.05.2026

Porträt der Woche

Berlinerin mit Klartext

Lala Süsskind ist wie die Jüdische Allgemeine Jahrgang 1946. Sie war Gemeindechefin, WIZO-Präsidentin – und engagiert sich weiterhin

von Christine Schmitt  11.05.2026

Zentrum

Jüdische Präsenz

Mit der neuen Hauptsynagoge »Ohel Jakob« ist die jüdische Gemeinde ins Herz der Stadt zurückgekehrt

von Luis Gruhler  11.05.2026

Berlin

Jüdische Gemeinde übt massive Kritik an Antisemitismus-Papier der Linken

Der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe bezeichnet das Konzept der Partei als »feige« und spricht von einem »Feigenblatt«

 11.05.2026

Berlin

Gedenken zum ersten Todestag von Margot Friedländer

Zum ersten Todestag von Margot Friedländer gibt es auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenkveranstaltung. Berlins Regierender Bürgermeister findet emotionale Worte zum Jahrestag

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Gedenken

»Beklemmende Aktualität«

Charlotte Knobloch und Josef Schuster sprachen zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau

von Vivian Rosen  10.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026