Kino

Positive Bilanz

Finale der Filmtage: Michael Zechbauer, Ilanit Spinner, Alice Brauner und Peter Simonischek (v.l.) Foto: Marina Maisel

Neue digitale Technik und eine Super-Leinwand machten die gerade zu Ende gegangenen Jüdischen Filmtage der Israe­litischen Kultusgemeinde München und Oberbayern in diesem Jahr zu einem ganz besonderen Genuss. Inhaltlich bot die filmische Reise um die Welt an den acht Abenden das, was IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch als Gastgeberin schon zuvor angekündigt hatte. Sie war »anregend und anstrengend, erkenntnisreich und erschütternd, erheiternd und erschreckend, unterhaltsam und unglaublich«.

Ellen Presser, Leiterin der IKG-Kulturabteilung und Organisatorin der Jüdischen Filmtage, die in diesem Jahr zum elften Mal stattfanden, konnte am Ende des cineastischen Marathons eine durchweg positive Bilanz ziehen. An drei Abenden wurde die »magische« Grenze von 400 Besuchern im Hubert-Burda-Saal überschritten, insgesamt kamen rund 1800 Film- und Kinofans ins Gemeindezentrum am Jakobsplatz.

höhepunkte Das Finale der Filmtage, der Spielfilm Crescendo #makemusicnotwar von der Produzentin Alice Brauner (CCC Filmkunst), die auch anwesend war, war zugleich einer der Höhepunkte der Veranstaltungsreihe. IKG-Präsidentin Charlotte Knob­loch hatte den Spielfilm bereits bei der Premiere in Berlin ausdrücklich gelobt.

Die Vielfalt der jüdischen Gemeinschaft abzubilden und damit immer wieder nach außen ein klares Zeichen gegen Hass und insbesondere Judenhass zu senden, sei das große Verdienst von derartigen Filmen. Ellen Presser griff diesen Satz zum Abschluss der Filmtage auf und sagte: »Das galt in Berlin, und das gilt auch bei uns in München.«

Für eine Überraschung bei den diesjährigen Filmtagen sorgte der österreichische Aktionskünstler, Poet, Schauspieler, Sänger, Kulturmanager und Multimedia­künstler André Heller.

jiddisch Zur Vorführung des Spielfilms Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein, der von Hellers gleichnamiger Erzählung inspiriert ist, kam der bekannte Künstler zwar nicht selbst, aber er schickte am Abend eine Videobotschaft in den Hubert-Burda-Saal. Zu der bunten Mischung aus Spielfilmen und Dokumentationen, die das Programm der Jüdischen Filmtage in diesem Jahr bestimmten, gehörte auch wieder ein Beitrag auf Jiddisch.

Ellen Presser erfüllte sich und zahlreichen Gemeindemitgliedern damit einen besonderen Herzenswunsch. Das wird auch bei den Jüdischen Filmtagen Nummer zwölf im nächsten Jahr wieder so sein, wie die Kulturchefin der Israelitischen Kultusgemeinde versicherte.

Hamburg

Altona war schon immer toleranter

Ein Projektraum im Regionalmuseum zeigt 400 Jahre jüdische Geschichte der gesamten Hansestadt

von Heike Linde-Lembke  16.02.2026

München

Brauchtum zu Besuch

Der Tanz der Schäffler im Hof der Sinai-Grundschule verband auf besondere Weise Geschichte und gelebte Gemeinschaft

von Esther Martel  16.02.2026

Restitution

Ideeller Wert

Provenienzforscher der Goethe-Universität übergeben der Jüdischen Gemeinde Frankfurt fünf Bücher

von Katrin Richter  16.02.2026

Trauer

Macher und »Mentsch«

Moritz Rajber war Netzwerker mit Leib und Seele. Nun ist er wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag gestorben

von Ellen Presser  16.02.2026

Konzert

Neue Klangwelten

Fünf Chöre laden zu einem Abend mit hebräischer, jiddischer, israelischer und synagogaler Musik. Dirigenten und Sänger erzählen, was sie mit ihren Ensembles verbindet

von Christine Schmitt  15.02.2026

Porträt der Woche

Die Gründerin

Gabriela Fenyes war Journalistin und engagiertes Gemeindemitglied

von Heike Linde-Lembke  15.02.2026

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026

Karneval

Ganz schön jeck

Die Düsseldorfer Gemeinde lud zum traditionellen Prinzenpaarempfang. Sie will damit ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen

von Jan Popp-Sewing  12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026