EMG 2015

Plakate für die Spiele

In zwei Wochen beginnen die European Maccabi Games (EMG) in Berlin. Über 2000 jüdische Athletinnen und Athleten werden sich in 20 verschiedenen Disziplinen messen.

Mit einer Plakataktion sollen jetzt möglichst viele Berlinerinnen und Berliner auf die Spiele, die vom 27. Juli bis zum 5. August im Olympiapark stattfinden, aufmerksam gemacht werden. Makkabi-Deutschland-Präsident Alon Meyer stellte am Dienstagmittag die Kampagne, die von der Wall AG unterstützt und von der Werbeagentur M&C Saatchi Berlin umgesetzt wurde, vor. Mit Sprüchen wie »Die ganze Mischpoke ist am Start« oder »Die schnellste Ische Europas« wollen sich die EMG nicht ausschließlich von ihrer sportlichen Seite zeigen.

Wem »Mischpoke« oder »Ische« nichts sagen, der bekommt diese Wörter, die zumindest im Berliner Sprachraum schon fast zu Alltagswörtern gehören, auf dem Plakat auch noch einmal erklärt.

Generation Auf der Pressekonferenz, bei der Meyer gemeinsam mit dem Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), dem Parlamentarischen Staatssekretär des BMI, Ole Schröder, und dem Präsidenten des Landessportbundes (LSB), Klaus Böger, über die EMG informierte, sagte der 39-Jährige: »Das Leben hier in Deutschland ist nicht nur möglich, sondern lebens- und lobenswert. Das ist uns ein Anliegen als deutsche Juden.« Die neue Generation, die hier herangewachsen sei, lebe »nicht mehr auf gepackten Koffern«, sie fühle sich in Deutschland »wohl, gut und sicher«. Diese Message solle auch über die Grenzen Europas getragen werden, betonte Meyer.

Dass die Spiele im Jahr der vielen Jubiläen – 50 Jahre deutsch-israelische diplomatische Beziehungen, 70 Jahre Ende der Schoa, 50 Jahre Makkabi Deutschland – stattfänden, sei ein besonderes Zeichen. Viele Überlebende hätten es sich nicht vorstellen können, jemals wieder nach Deutschland zurückzukommen, sagte Meyer. »Ich freue mich, dass wir die Möglichkeit haben, sie noch zu ihren Lebzeiten eines Besseren zu belehren«. Deutschland habe aus der Vergangenheit gelernt, man müsse die Schuldfrage schon längst nicht mehr klären, »denn es gibt ein anderes Deutschland«.

Triathlon Bundesjustizminister Heiko Maas hob die historische Bedeutung des Ortes, an dem die Spiele stattfinden, hervor: »Berlin ist nicht irgendeine Stadt, sondern die Stadt, in der die Schoa ihren Ausgang genommen hat.« Maas wertete die Standortentscheidung als starkes Signal für das sich wieder entwickelnde jüdische Leben in Deutschland.

Der SPD-Politiker, der die Patenschaft für den Triathlon-Wettbewerb übernommen hat, freut sich auf ein »großes Fest in Berlin«. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Ole Schröder. sagte: »Die Zeit ist reif für ein solches Ereignis. Wir sind vom Erfolg der Makkabi-Spiele 2015 überzeugt.«

Sportlich sei das Champions League Finale natürlich von größerer Bedeutung gewesen, aber gesellschaftspolitisch seien doch die EMG noch wichtiger, fasste Klaus Böger vom LSB zusammen. Dass jüdische Sportler aus Europa, den USA und Australien nach Deutschland kämen, habe eine tiefe historische Bedeutung. Böger freue sich auch auf »sportliche Raritäten« wie beispielsweise Bridge und hoffe, dass die EMG trotz der Sommerferien in Berlin gut angenommen werden. ja

www.emg2015.de

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