Düsseldorf

»Omikron ist überall«

Im Nelly-Sachs-Haus, dem Elternhaus der Düsseldorfer Gemeinde, gab es zwischzeitlich zwölf Corona-Fälle. Foto: Jan Popp-Sewing

»Omikron ist all over – das merken wir natürlich auch, diese hohen Inzidenzen gehen an uns nicht spurlos vorbei«, sagt Bert Römgens, neuer Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, im Telefonat mit der Jüdischen Allgemeinen. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt lag die Corona-Inzidenz bereits am 12. Januar über der 700er-Marke.

Besonders herausfordernd ist die Omikron-Welle für die sozialen Einrichtungen wie Kindertagesstätte, die Schulen oder das Elternheim. Pool-Testungen finden in der Kita und Grundschule statt, auch im Albert-Einstein-Gymnasium werden die Schülerinnen und Schüler regelmäßig getestet. Vereinzelt seien hier bislang auch positive Fälle aufgetreten, sagt Bert Römgens. Es sei noch nicht absehbar, wie sich das nach den Schulferien weiterentwickle. Erst am 10. Januar war in Nordrhein-Westfalen der Schulbetrieb nach den Winterferien wieder gestartet.

elternheim »Am ärgsten hat es uns im Nelly-Sachs-Haus getroffen«, berichtet Bert Römgens, der außerdem Geschäftsführer der Maimonides gGmbH ist, die das Elternheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf betreibt. Zum Jahreswechsel hatte das Nelly-Sachs-Haus zwischenzeitlich zwölf Corona-Fälle zu verzeichnen.

Der erste Fall war hier am 17. Dezember aufgetreten, immer noch befinden sich Bewohner in Quarantäne. Da mehrheitlich die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiter bereits geboostert waren, gab es keine gravierenden Krankheitsverläufe, aber die Quarantäne-Regelungen führten zu weiteren Belastungen im Pflegealltag.

Zum damaligen Zeitpunkt habe noch eine andere Quarantäneregel gegolten, sodass die Bewohner nach Auflagen des Gesundheitsamtes isoliert werden mussten. »Damit gab es auch einen Mehrpersonaleinsatz im Bereich der Betreuung.« Seit dem 13. Januar gilt nun auch für die Düsseldorfer eine neue Coronaschutzverordnung, nach der Geboosterte nicht mehr in Quarantäne müssen.

Im Februar, so hofft Römgens, ist der Höchststand der Welle erreicht.

Eine gewisse Entlastung für den Pflegealltag sei das schon, so Römgens. Bei denjenigen, die noch in Quarantäne seien, stehe man in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt bezüglich Freitestungen. Er erwarte, dass im Laufe der Woche alle freigetestet werden können. Das Nelly-Sachs-Haus setzt weiterhin und schon lange auf Vorsicht, zum Beispiel bei den Besuchsregelungen. »Wir haben die Regelungen bereits im Frühling 2020 ausgeweitet und testen konsequent seit dem 9. März 2020 täglich und alle«, betont Bert Römgens.

Vorsichtsmaßnahmen Im Gemeindeleben habe man in Düsseldorf die Präsenzangebote reduziert und biete vermehrt digitale Formate an. Bereits seit Beginn der Pandemie sei man damit auf positive Resonanz gestoßen. Ob im Bereich der Sozialabteilung oder des Seniorenzentrums, am Sonntag wendet sich zum Beispiel nun auch das Jugendzentrum digital an die Jugendlichen, statt sich vor Ort in der Gemeinde zu treffen. Gottesdienste finden in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf weiterhin statt: »Unter der 3G-Regel und mit Maske – damit haben wir gute Erfahrungen gemacht«, erklärt Römgens.

Dort, wo in Teams gearbeitet wird, achten die Verantwortlichen verstärkt auf wenig Durchmischung. So sei mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vereinbart worden, dass Teams nur bestimmten Gruppen zugeordnet würden und dann im Zweifel nicht eine ganze Abteilung in Quarantäne müsse.

Bert Römgens blickt nicht ohne Zuversicht in die Zeit der nächsten Wochen. »Wir hoffen, so wie wahrscheinlich alle, auf den Peak im Februar, dass die Zahlen danach sinken. Und dass wir dann mit Volldampf wieder in den einzelnen Abteilungen und Einrichtungen mit dem Gemeindeleben durchstarten können.«
Annette Kanis

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