Jewrovision

Neuköllner Nächte sind lang

Static & Ben El Tavori Foto: imago/MediaPunch

Der Countdown läuft: Am 7. März findet im Berliner Estrel Hotel in der Sonnenallee im Bezirk Neukölln die diesjährige Jewrovision statt.

Be yourself Für 1300 Jugendliche aus 15 deutschen Städten heißt es bei der Show am Abend dann wieder »The stage is yours!«. Der Wettbewerb steht unter dem Motto »Be yourself« und verspricht, ein buntes Potpourri an künstlerischen Darbietungen zu werden.

https://www.instagram.com/p/B8tEKJiIFJc/

So wollen die Jugendgruppen, die etwa aus Hamburg, Dortmund oder Oldenburg anreisen, dem Publikum selbst geschriebene Lieder und Texte präsentieren und mit eigens für den Auftritt entworfenen Kostümen Tanzeinlagen darbieten. Die mitreisenden Fans werden von den Rängen aus für ein Feuerwerk der Emotionen sorgen.

DAN Der junge aufstrebende jüdische Deutschrapper aus Gelsenkirchen, DAN, wird den Abend moderieren. Welche Gruppe mit den meisten Punkten nach Hause fahren darf, wird auch in diesem Jahr wieder eine prominent besetzte Jury entscheiden. Mit dabei sind unter anderem die Popsängerin Jeanette Biedermann sowie die Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum.

Als besonderes Highlight wird in diesem Jahr das Pop-Duo Static & Ben El Tavori auftreten. Das Künstlerduo landet in Israel seit Jahren auf dem begehrten ersten Platz in den Charts, und auch in den USA haben die beiden Musiker bereits einigen Erfolg.

Zentralratspräsident Josef Schuster freut sich schon auf das Jewrovisionswochenende.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, freut sich schon auf das Jewrovision-Wochenende. Er will es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, persönlich bei dem Event dabei zu sein. »Mit der Jewrovision geben wir unseren Jugendlichen Rüstzeug für ihren weiteren Lebensweg mit«, sagt Schuster. »Eine gefestigte jüdische Identität und die Gewissheit, nicht alleine, sondern ein Teil einer vitalen jüdischen Gemeinschaft zu sein, ist eine wichtige Erkenntnis für die Jugendlichen«, betont der Zentralratspräsident.

Der Wettbewerb ist der größte europäische Tanz- und Gesangscontest für jüdische Jugendliche und orientiert sich an dem Vorbild des populären Eurovision Song Contest (ESC). Das Event ist in eine dreitägige Jugendbegegnung am jeweiligen Austragungsort eingebettet. Diese soll den Jugendlichen eine einzigartige Möglichkeit bieten, Judentum außerhalb ihrer Gemeinde und mit einer großen Zahl an Gleichaltrigen zu erleben.

Bühnenprogramm Schon jetzt ist die Jewrovision für Hunderte Teenager ein prägendes Ereignis in ihrem bisherigen Leben. Denn im Vorfeld des Auftritts proben die Jugendgruppen in ihren jeweiligen Gemeinden bereits über Monate hinweg gemeinsam ihr Bühnenprogramm ein. So haben die jungen Menschen die Chance, ihr Judentum, ihren Glauben und ihre Community positiv und mit Freude zu erleben.

https://www.instagram.com/p/B8ubwyvnqU9/

Veranstaltet wird die Jewrovision seit 2013 vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Unterstützung kommt von der Genesis Philanthropy Group, einer international tätigen Stiftung, die sich auf die Entwicklung und Stärkung der jüdischen Identität von in erster Linie, aber nicht ausschließlich, russischsprachigen Juden weltweit spezialisiert hat.

Identität »Die erneute Bedrohung jüdischen Lebens – nicht nur in Deutschland, sondern an vielen Orten – motiviert uns, wachsam zu sein, groß und stolz unsere Identität zu feiern und unsere jüdische Zukunft weiter aufzubauen«, sagt Ilia Salita, Präsident und CEO der Organisation.

Ins Leben gerufen wurde die Idee der Jewrovision bereits im Jahr 2002 auf einer jüdischen Jugendfahrt im hessischen Bad Sobernheim. Die Abendshow findet jeweils an dem Ort statt, aus dem die Vorjahressieger kommen. Das letzte Mal fand eine Jewrovision 2012 in Berlin statt.

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Berlin

Eine Torarolle für die Zukunft

30 Jahre Chabad Berlin: Die Gemeinde feiert mit einem Straßenfest und einer ganz besonderen Zeremonie

 31.08.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Natur

Damit es grünt

Die Gemeinden machen sich Sorgen über die Folgen des Klimawandels – und suchen gemäß Tikkun Olam nach Auswegen

von Chris Meyer  30.08.2026

Rundgang

Blick in die Vergangenheit

Die jüdische Geschichte Münchens erlebte viele Umbrüche – und ist kaum jünger als die urkundlich verbürgte Historie der Stadt selbst

von Luis Gruhler  30.08.2026

Porträt der Woche

»Ich brauche absolute Ruhe«

Zvi Dori ist Geigenbauer in Hannover und seit dem 7. Oktober vorsichtiger geworden

von Alicia Rust  30.08.2026

Berlin

Jüdischer Garten ausgezeichnet

Laut Jury »zeugt der Garten neben seiner Niederschwelligkeit und atmosphärischen Dichte, von großer Poesie und Klarheit«

 28.08.2026

Ehrenamt

Zeit für andere

Vereine, Institutionen und auch Gemeinden bauen auf sie: Menschen, die sich freiwillig für jüdisches Leben engagieren. Zwei Projekte werden nun ausgezeichnet

von Katrin Richter  27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026